DKP Köln Stadt und Stadtteile
Einsturz des Stadtarchivs
DKP Köln zum Einsturz des Stadtarchivs und der benachbarten Gebäude
Presseerklärung der DKP Köln vom 10. März 2009Verantwortung der beteiligten Bauunternehmen am Einsturz des Stadtarchivs und der benachbarten Gebäude.
Von den Bauarbeitern, die durch ihre Umsicht kurz vor dem Einsturz des Stadtarchivs am vergangenen Dienstag viele Menschen vor dem Tod bewahrt haben, hört man gar nichts. Das ist bemerkenswert. Die Gründe dafür sind aber leicht zu erraten. Von ihren Unternehmen werden sie offenbar zum Schweigen angehalten. Denn die sind daran interessiert, die rechtlichen Konsequenzen, vor allem aber ihre Regresspflichten niedrig zu halten.
Auch über die Unternehmen, die am Bau der U-Bahn beteiligt sind, werden auffällig wenig Worte gemacht. Es handelt sich beim Los Süd um eine Arbeitsgemeinschaft, die aus Bilfinger Berger, Weyss & Freytag sowie Züblin besteht. Die genannten Firmen gehören – neben Hochtief und den zugeordneten Unternehmen im Los Nord – zu den mächtigsten Bauunternehmen der Bundesrepublik Deutschland und Europas. Kennzeichnend für die Macht, die sie sogar gegenüber der Bundesregierung geltend machen können, erscheint der Umstand, dass das kürzlich verabschiedete Konjunkturprogramm II der Bundesregierung ausschließlich Baumaßnahmen vorsieht.
Offenbar hat die Arge Los Süd – Bilfinger Berger, Weyss & Freytag und Züblin – an technischen Vorkehrungen und Sicherungsmaßnahmen gespart. Die Schlitzwände sind nicht tief genug gewesen, von einer Vereisung des Grundwassers in dem Bereich wurde abgesehen.
Die Kölnische Rundschau von heute: »In Köln gilt ein hydraulischer Grundbruch, ein plötzliches Eindringen von Grundwasser und Erde, als wahrscheinliche Unglücksursache. Man habe wohl die Wasserdurchlässigkeit tiefer Bodenschichten unterschätzt, sagte ein Geotechniker, der nicht namentlich genannt werden will, der Rundschau. Dem Grundbruch hätte man durch Zementinjektionen in die Baustellensohle vorbeugen können, meinte er. KVB-Technikvorstand Walter Reinarz hält das am Unglücksort für nicht praktikabel. Eine Sicherheits-Vereisung wäre schwierig und zu teuer gewesen.«
Wir fordern, dass die Firmen, die an der Arge Los Süd beteiligt sind, die verursachten Schäden voll ersetzen.
Ihre Vorstände müssen für die sachlich nicht begründeten und profitorientierten Sparmaßnahmen an der Baustelle rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
DKP Köln Kreisvorstand
Foto: Arnd Dewald
Quelle: Wikipedia

