Film­abend der DKP Köln-Innenstadt

Ein­la­dung

Film­abend der DKP Köln-Innenstadt

Diens­tag, 26. April 2016, 19:30h
Frei­den­ker­zen­trum, Bay­en­strasse 11, 50678 Köln

Wir zei­gen:

„Die Kraft der Schwa­chen“ –
 Ohne Kuba und seine Geschichte wäre ich nicht Jorgito

Ein Film von Tobias Kriele – 47 Minu­ten – Spa­nisch mit deut­schen Untertiteln

Am Anfang des Films sieht man Baby­fo­tos. Eine Nah­auf­nahme ver­ur­sacht beim Betrach­ter Gän­se­haut. Was mag sie damals bei den Eltern aus­ge­löst haben? Die Dia­gnose – beid­sei­tige spas­ti­sche Läh­mung – wurde erst Wochen nach der Geburt gestellt.

Zunächst schien der Säug­ling gesund zu sein und wurde mit der Mut­ter nach Hause ent­las­sen. Doch dann reifte der Ver­dacht, daß mit ihm irgend etwas nicht stimmte.

Jor­gito, eigent­lich Jorge Enri­que Jerez Beli­sa­rio, wurde vor 22 Jah­ren – wäh­rend Kubas Son­der­pe­ri­ode – in Cama­güey gebo­ren. Er sperrte sich zunächst rigo­ros gegen jede Form von The­ra­pie. Die durch­ge­führ­ten Behand­lun­gen fan­den in Havanna statt. Ein Umzug von Mut­ter und Sohn dort­hin wurde not­wen­dig, der Vater besuchte sie jedes Wochen­ende mit dem Auto – 550 km hin und 550 km zurück. Nach einer zer­mür­ben­den Zeit lernte Jor­gito gehen und sich zu arti­ku­lie­ren. Er durch­lief auch – teil­weise in Ein­zel­be­treu­ung – eine Schul­bil­dung. Ein ers­ter Höhe­punkt sei­nes Lebens war der Kon­greß der Pio­niere, wo er sich – vier­zehn­jäh­rig – von sei­nem Sitz­platz aus über Mikro­phon zu Wort mel­dete und zunächst sto­ckend, doch dann immer flüs­si­ger Kuba für alles dankte, was es für ihn getan hatte. Am Ende war der halbe Kon­greß in Trä­nen auf­ge­löst und Prä­si­dent Raúl Cas­tro spen­dete ste­hend Beifall.

Seit sei­nem ach­ten Lebens­jahr wid­mete Jor­gito dem Kampf für die Befrei­ung der Cuban Five. Eine Szene des Films zeigt ihn bei einem flam­men­den Plä­doyer für die fünf Aufklärer.

Auch einer Doku­men­ta­tion über sich stimmt er nur unter der Bedin­gung zu, daß die Hälfte des Films die fünf zum Thema habe. Obwohl nur 37 Pro­zent von ihnen han­delte, war erschließ­lich ein­ver­stan­den, weil der Strei­fen doch zu 100 Pro­zent sein Kuba un das der fünf zeigt.

Tobias Kriele gelang es mit sei­ner Doku­men­ta­tion, die Magie die­ses Jun­gen ein­zu­fan­gen, der unter gro­ßen Belas­tun­gen seine Träume ver­wirk­li­chen kann und stolz dar­auf ist, was er erreicht hat. Er zeigt ihn, der – gebor­gen in sei­ner Fami­lie und sei­ner Stadt – zu einem jun­gen Mann in einem Land her­an­wächst, das im jeg­li­che Hilfe gibt, derer er bedarf. Jor­gito stu­diert inzwi­schen Jour­na­lis­tik.
(„Gramna Inter­na­cio­nal“, Havanna, Februar 2015)

Es gibt Essen und Wein. Spen­den sind willkommen.