Der Wider­stand gegen die geplan­ten Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP, CETA und TiSA wächst!

Im Rah­men des welt­wei­ten Akti­ons­ta­ges gegen die geplan­ten Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU, den USA und Kanada am 18. April fan­den in 34 Län­dern über 500 Aktio­nen statt. Allein in Deutsch­land for­der­ten Zehn­tau­sende in 200 Aktio­nen und Ver­samm­lun­gen die Ein­stel­lung der Ver­hand­lun­gen zu den Frei­han­dels­ab­kom­men.
In Köln folg­ten ca. 400 Men­schen der Auf­for­de­rung des sehr regen Köl­ner Bünd­nis­ses „NoT­TIP“ und ver­sam­mel­ten sich auf dem Rudolf­platz. Ver­tre­ter des Bünd­nis­ses, Wolf­gang Rei­ni­cke-Abel (DKP),

Ange­lika Link-Wil­den (PdL) und Hans-Jür­gen Kleine (attac) ver­kün­de­ten mit berech­tig­tem Stolz die Erfolge des Köl­ner Bünd­nis­ses und der Pro­test­be­we­gung ins­ge­samt. So gelang es infolge einer Peti­tion von Chris­tine Rei­ni­cke den Rat der Stadt Köln dazu zu bewe­gen, mit einer gro­ßen Mehr­heit unter Ein­schluss der CDU (!) am 24.3.2015 eine Reso­lu­tion gegen TTIP, CETA und TiSA zu beschlie­ßen. Köln ist damit die erste Mil­lio­nen­stadt, die ein sol­ches Zei­chen setzte. Ein rie­si­ger Erfolg! Euro­pa­weit konn­ten bis­lang etwa 1,6 Mil­lio­nen Unter­schrif­ten gegen TTIP etc. gesam­melt wer­den.
Es folg­ten Rede­bei­träge. Fabio de Masi, Mit­glied im EU- Par­la­ment für die Linke, zer­pflückte sehr über­zeu­gend die Argu­mente der Befür­wor­ter und stellte in kla­ren Wor­ten dar, was uns blüht, wenn diese Frei­han­dels­vor­ha­ben durch­ge­hen, die Absen­kung von Umwelt- und Sozi­al­stan­dards, die Schlei­fung von Arbeits­rech­ten, Arbeits­schutz­be­stim­mun­gen und Mit­be­stim­mungs­rech­ten etwa.
Er gab sich sehr sie­ges­be­wusst. Brüs­sel habe „schon Pipi in der Hose“, meint er beob­ach­tet zu haben. Katha­rina Dröge (MdB, Grüne) beklagte die feh­lende Trans­pa­renz der Ver­hand­lun­gen. Sie sei als Par­la­men­ta­rie­rin voll­kom­men in Unkennt­nis über deren Ver­lauf, Anfra­gen dazu wür­den nicht beant­wor­tet. Wolf­gang Ras­ten von der IG-Metall wies auf die wei­tere Ent­de­mo­kra­ti­sie­rung und die unge­hemmte Durch­set­zung von Kon­zern­in­ter­es­sen hin, die mit der Ein­füh­rung von pri­va­ten Schieds­ge­rich­ten ver­bun­den wären, die in den geplan­ten Abkom­men vor­ge­se­hen sind.
In einem Gruß­wort von „Arsch Huh“ plä­dierte schließ­lich Janus Fröh­lich (die Höh­ner) unter ande­rem für eine soli­da­ri­sche Stadt und die Abkehr vom Prin­zip „Pri­vat vor Staat“ und schloss sich der For­de­rung nach einem Stopp der Frei­han­dels­vor­ha­ben an.
Für den kar­ne­va­lis­ti­schen Anstrich, der in der Köl­ner Pro­test­be­we­gung nicht feh­len darf, sorg­ten die Papp­na­sen. Dane­ben gab es eine Kaba­rett­num­mer von Tanja und Jörg und musi­ka­li­sche Bei­träge von „Any­way“ und den „occu­py­sin­gers“.
Mitt­ler­weile hat der Wider­stand gegen die Frei­han­dels­pläne ein sol­ches Aus­maß ange­nom­men, dass er nicht mehr von den Medien zu igno­rie­ren ist. Aber es muss wei­ter dage­gen mobi­li­siert wer­den. Die über­wie­gende Mehr­heit weiß immer noch nicht, was droht und sich hin­ter den Kür­zeln TTIP oder CETA ver­birgt. Der Akti­ons­tag hat sicher dazu bei­getra­gen, dar­über auf­zu­klä­ren.
Stoppt TTIP, CETA und TiSA!

D.S.