Mar­tha Mense

Mar­tha Mense – mutige Anti­fa­schis­tin, auf­rechte Kommunistin!

Eine kleine Sen­sa­tion ereig­nete sich 2001 in der Be­zirks­ver­tre­tung Köln-Kalk. Dort wurde ein­stim­mig der Be­schluss ge­fasst, eine der Stra­ßen im Neu­bau­ge­biet an der Ka­pel­len­straße nach der be­kann­ten Anti­fa­schis­tin Mar­tha Mense zu be­nen­nen. Erst­mals trägt damit eine Straße in un­se­rer Stadt den Namen einer bekann­ten Kom­mu­nis­tin und DKP-Aktivistin.

Mar­tha Mense wurde 1911 in Köln gebo­ren, besuchte zunächst die Volks‑, spä­ter die Haus­halts­schule und absol­vierte 1928–1931 eine Aus­bil­dung als Ver­käu­fe­rin in der Mül­hei­mer Keup­straße. Sie enga­giert sich in der sozia­lis­ti­schen Arbei­ter­ju­gend­be­we­gung, tritt 1931 der Kom­mu­nis­ti­schen Jugend und ein Jahr spä­ter der KPD bei.

Nach der Macht­über­nahme der Nazis arbei­tet Mar­tha in einer Wider­stands­gruppe, ver­teilt Flug­blät­ter, schreibt Paro­len auf Stra­ßen und an Häu­ser­wände. Im April 1933 wird sie erst­mals ver­haf­tet, kommt für sie­ben Monate in den Klin­gel­pütz und nach Brau­wei­ler. Im Sep­tem­ber 1934 wird Mar­tha Mense aber­mals ver­haf­tet und schließ­lich nach neun­mo­na­ti­ger Unter­su­chungs­haft wegen »Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat« zu 2 12 Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt und bis 1937 im berüch­tig­ten EL-DE-Haus ein­ge­ker­kert. Trotz mas­si­ver Kon­trolle und Über­wa­chung wird sie auch nach der Ent­las­sung für die Wider­stands­be­we­gung tätig.

Nach der Befrei­ung vom Faschis­mus enga­giert sich Mar­tha wie­der für die KPD und ist zudem akti­ves Mit­glied der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes (VVN). Sie betei­ligt sich Anfang der 50er Jahre an Aktio­nen gegen die Wie­der­auf­rüs­tung, so z.B. an einer durch die CDU-Regie­rung ver­bo­te­nen Volks­be­fra­gung. Trotz aber­ma­li­gen Ver­bots und Ver­fol­gung der KPD 1956 durch Ade­nauer hält sie ihrer Par­tei auch in die­sen schwe­ren Jah­ren die Treue und ist schließ­lich 1968 eine der Mit­be­grün­de­rIn­nen der DKP in Köln. Neben ver­ant­wor­tungs­vol­len Par­tei­funk­tio­nen sowohl in der Köl­ner Kreis­or­ga­ni­sa­tion wie in ihrer DKP-Stadt­teil­gruppe Dünn­wald ist Mar­tha vor allem als Anti­fa­schis­tin tätig. Sie besucht Schul­klas­sen, orga­ni­siert Füh­run­gen, enga­giert sich in der Frie­dens­be­we­gung und ist Mit­in­itia­to­rin der Frie­dens­in­itia­tive Höhen­haus-Dünn­wald gegen die Sta­tio­nie­rung ato­ma­rer Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten und gegen den ers­ten Golf­krieg Anfang der 90er Jahre. Am 18.9.1998 stirbt die Kom­mu­nis­tin Mar­tha Mense im Alter von fast 87 Jah­ren. Nicht nur ihre Genos­sin­nen und Genos­sen der Köl­ner DKP son­dern auch viele Weg­ge­fähr­ten aus Bünd­nis­sen und Initia­ti­ven trau­ern um eine mutige Frau – selbst der SPD-Orts­ver­ein Dünn­wald bringt seine Hoch­ach­tung durch eine Anzeige in der Köl­ner Lokal­presse zum Ausdruck.