27. Januar 2026: 81. Jah­res­tag der Befrei­ung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Auschwitz

Gedenk­ver­an­stal­tung

Diens­tag, 27. Januar 2026
18:00 Uhr
Anto­ni­ter­Ci­ty­kir­che
Schil­der­gasse

Mit anschlie­ßen­dem Mahn­gang zum Rautenstrauch-Joest-Museum.

Erin­nern – eine Brü­cke in die Zukunft

Wenn kri­ti­sches Den­ken mit Macht­po­li­tik unter­drückt wird, wenn Stu­die­rende Gelern­tes nicht mehr hin­ter­fra­gen dür­fen, wer­den Demo­kra­tie und Mensch­lich­keit Scha­den neh­men. Die Unab­hän­gig­keit von For­schung und Lehre muss ver­tei­digt wer­den und frei sein von poli­ti­scher und finan­zi­el­ler Ein­fluss­nahme. Des­halb wol­len wir an die­sem 27. Januar erin­nern an die NS-Geschichte der 1919 neu gegrün­de­ten Köl­ner Universität.

Schon 1927 wurde der Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deut­sche Stu­den­ten­bund (NSDStB) an der Uni Köln gegrün­det, er gewann ab 1929 an Ein­fluss. Nach der Macht­über­tra­gung an die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Januar 1933 kam der Uni­ver­si­tät Köln bei der reichs­wei­ten Gleich­schal­tung der Uni­ver­si­tä­ten eine Vor­rei­ter­rolle zu. Bereits am 11. April 1933 wurde Prof. Dr. Ernst Leu­pold, Medi­zi­ner und NSDAP-Mit­glied, zum Rek­tor gewählt, die wich­tigs­ten uni­ver­si­tä­ren Pos­ten mit NSDAP-Mit­glie­dern besetzt. Bei einer Kon­fe­renz aller Hoch­schul­rek­to­ren am 12. April 1933 konnte Kul­tus­mi­nis­ter Rust ihnen die Selbst­gleich­schal­tung der Köl­ner Uni­ver­si­tät als leuch­ten­des Bei­spiel vor Augen halten.

Im Foyer des Haupt­ge­bäu­des wehte nun die Haken­kreuz­fahne. Wis­sen­schaft­li­che Inhalte, die nach NS-Ideo­lo­gie nicht an deut­sche Uni­ver­si­tä­ten gehör­ten, wur­den aus­ge­löscht. Schon im Vor­griff auf künf­tige Rege­lun­gen ließ Leu­pold für das Som­mer­se­mes­ter 1933 keine Imma­tri­ku­la­tion jüdi­scher Stu­die­ren­der mehr zu. Miss­lie­bi­gen Pro­mo­vier­ten wie der Jüdin Lotte Schle­sin­ger wurde trotz bereits bestan­de­ner Prü­fun­gen ihr Dok­tor­ti­tel aberkannt.

16 Pro­fes­so­ren wur­den zwangs­weise beur­laubt, 57 Dozent:innen ent­las­sen. Nur bei dem inter­na­tio­nal aner­kann­ten jüdi­schen und lin­ken Juris­ten Prof. Hans Kel­sen erfolgte eine Peti­tion zur Wei­ter­be­schäf­ti­gung an den Kul­tus­mi­nis­ter. Dr. Julius Lips, Lei­ter des Rau­ten­strauch-Joest-Muse­ums und außer­or­dent­li­cher Pro­fes­sor für Völ­ker­kunde, floh in die USA. Der katho­li­sche Sozi­al­wis­sen­schaf­ter Prof. Dr. Bene­dikt Schmitt­mann wurde ver­haf­tet und spä­ter im KZ Sach­sen­hau­sen ermordet.

An der medi­zi­ni­schen Fakul­tät waren es ins­be­son­dere die Anthro­po­lo­gen, Psych­ia­ter, Erb­bio­lo­gen, Ras­sen­hy­gie­ni­ker sowie die Gynä­ko­lo­gen, die sich in ihrer kli­ni­schen Arbeit und in ihren For­schun­gen dienst­fer­tig gegen­über dem NS-Régime zeigten.

Nach 1945 gab es sowohl inhalt­li­che als auch per­so­nelle Kon­ti­nui­tä­ten. Eine Auf­ar­bei­tung des began­ge­nen Unrechts an der Uni­ver­si­tät fand über Jahr­zehnte nicht statt.

Der Schwur der Über­le­ben­den des KZ Buchen­wald vom April 1945 ist immer noch aktu­ell: Die Ver­nich­tung des Nazis­mus mit sei­nen Wur­zeln ist unsere Losung, der Auf­bau einer neuen Welt des Frie­dens und der Frei­heit ist unser Ziel.


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