Schluss mit den Nachtflügen!

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Flug­lärm

Köln 24.3.12 | In der Nachbar­schafts­zeitung »nebenan«, (Nr. 44 Win­ter 11/12) ser­viert der Flug­ha­fen Köln/Bonn den Anwoh­nern eine Sta­tis­tik und behaup­tet: Flug­lärm mache den Deut­schen wenig aus. Nur etwa vier Pro­zent fühl­ten sich stark oder sehr stark von Flug­lärm gestört. Die­ser Wert sinke auf drei Pro­zent, wenn die Befrag­ten nicht in der Nähe von Flug­hä­fen woh­nen. In der Nach­bar­schaft von Groß­flug­hä­fen steige er auf acht Prozent.

Vier Pro­zent der Bevöl­ke­rung? Das scheint eine zu ver­nach­läs­si­gende Menge.

Tat­säch­lich sind es umge-rech­net 3,27 Mil­lio­nen Men­schen, die sich stark oder sehr stark von Flug­lärm gestört fühlen.

Dabei geht es aber nicht nur um gefühlte Stö­run­gen. In Wahr­heit ist die Gesund­heit beein­träch­tigt. Prof. Grei­ser hat im Auf­trag des Umwelt­bun­des­am­tes eine Stu­die erar­bei­tet. Er erwar­tet eine Zunahme von flug-lärm­be­ding­ten Herz- und Kreis­lauf­erkran­kun­gen, genauer: 6300 Neu­erkran­kun­gen in der Region Köln /Bonn – und 750 Todes­fälle in den nächs­ten zehn Jah­ren. Das teilte er Rah­men eines Vor­trags »Risiko-fak­tor nächt­li­cher Flug­lärm – wie krank macht Flug­lärm?« am Diens­tag in Rös­rath mit.

Nun wird seit Jah­ren um ein Nacht­flug­ver­bot in Köln/Bonn gestrit­ten. Seit 1959 gibt es für nächt-liche Starts und Lan­dun­gen eine Geneh­mi­gung. Sie beschränkt sich zwar auf mili­tä­ri­sche Flüge sowie Trans­porte für huma­ni­täre Hil­fen. Damit ist aber ein Tag- und Nacht­be­trieb lega­li­siert. Ursprüng­lich bis 2015. Pro­tes­ten zum Trotz ver­län­gerte Ver­kehrs­mi­nis­ter Oli­ver Wittke (CDU) am 7. Februar 2008 die Nacht­flug­re­ge­lung bis Ende 2030. Die soeben zurück­ge­tre­tene rot-grüne Lan­des­re­gie­rung ver­sprach ein Nacht­flug­ver­bot – es soll aber, wenn es denn kommt, aus­schließ­lich für Pas­sa­gier­flug­zeuge gel­ten. Pro Nacht star­ten und lan­den aber gegen­wär­tig 55 Fracht­ma­schi­nen, alle sechs Minu­ten eine, und seit dem Nacht­flug­ver­bot für Frank­furt neh­men wei­tere Frach­ter den Weg über Köln/Bonn.

Es kommt aber noch schlim­mer. Seit Mitte Februar ist bekannt, dass die kana­di­sche Armee ihr euro­päi­sches Dreh­kreuz auf dem US-Flug­platz Spang­dah­lem auf­lö­sen und nach Köln/Bonn ver­le­gen wird. Von hier aus will sie Kampf­ein­sätze starten.

Nächt­li­che Flüge. Die Kana­dier müs­sen wei­chen, weil die US-Air­force die gesam­ten Kapa­zi­tä­ten von Spang­dah­lem bean­sprucht. Wozu? Es geht um Ein­sätze gegen den Iran, gegen Syrien. Also wird sich zu Fracht­lärm der Kriegs­lärm gesellen.

Die Gesund­heits­fol­gen für die Bevöl­ke­rung der ange­flo­ge­nen Län­der beschrän­ken sich in dem Fall nicht auf Herz und Kreislauf.

DKP Köln Porz/Poll
www.dkp-koeln.de/ Kon­takt: ed.nleok-pkd@dnatsrov
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