Migran­ten, Migran­ten, Migranten…

Migran­ten, Migran­ten, Migran­ten… so gei­ferte kürz­lich Mil­lio­när und CDU-Chef Fried­rich Merz, immer unter­wegs im Auf­trag des Finanz­ka­pi­tals. Ihm zufolge lies­sen sich abge­lehnte Asyl­be­wer­ber, statt längst abge­scho­ben wor­den zu sein, im deut­schen Sozi­al­sys­tem ihre Zähne machen und näh­men angeb­lich der deut­schen Bevöl­ke­rung ihre knap­pen Zahn­arzt-Ter­mine weg.

Fake-News, wie sich schnell her­aus­stellte. Irgend­was würde schon hän­gen­blei­ben und hel­fen, der AFD die Unzu­frie­de­nen abspens­tig zu machen. So lis­ten die Umfra­gen des Deutsch­land­Trend mit 44% Migra­tion als das Top-Thema in die­sem Land auf. „Asyl­kom­pro­miss“ und „Deutsch­land­pakt“ hei­ßen die Zau­ber­wör­ter mit denen den einen das Leben erschwert und den ande­ren Sand in die Augen gestreut wird: Inter­nie­rungs­la­ger, Umde­fi­ni­tion von „siche­ren“ Dritt­staa­ten, Geld­karte statt Bar­geld für das Aller­nö­tigste. Das Recht auf Asyl wird zur hoh­len Formalie.

Ohne die Kriegs­flücht­linge aus der Ukraine wäre mit Berück­sich­ti­gung von Abwan­de­rung die Anzahl der Zuwander:innen seit 2015 rück­läu­fig. In 2023 leben in die­sem Land 1,57 Mil­lio­nen Flücht­linge, 67% von ihnen bereits seit 6 Jah­ren. Die meis­ten kom­men aus Syrien und Irak. Aber mit dem Krieg in der Ukraine, in dem Deutsch­land inzwi­schen de facto zur Kriegs­par­tei gewor­den ist, sind über eine Mil­lion geflüch­tete, viel­fach gut aus­ge­bil­dete Ukrainer:innen nach Deutsch­land gekom­men, wel­che für den deut­schen Arbeits­markt will­kom­mene, begehrte Arbeits­kräfte sind – wil­lig und billig.

Die deut­sche Wirt­schaft hat nach Ver­laut­ba­run­gen aus dem Kanz­ler­amt einen Bedarf von 1,5 Mil­lio­nen Zuwander:innen pro Jahr. Bis 2030 rech­net man mit 7 Mil­lio­nen Men­schen, die die deut­sche Wirt­schaft künf­tig in der Spur hal­ten sollen.

Es gibt also zwei Arten von Migra­tion: eine erwünschte von qua­li­fi­zier­ten, damit kos­ten­freien Arbeits­kräf­ten, die andere, kapi­ta­lis­tisch nicht ver­wert­bare soll künf­tig schon an den Aus­sen­gren­zen „robus­ter“ unter­bun­den wer­den und aus dem Land her­aus schnel­ler abge­scho­ben wer­den können.

Die angeb­lich so men­schen­rechts­be­wegte Ampel-Regie­rung fährt einen Kurs „neuer Härte“ gegen soge­nannte „irre­gu­läre“ Einwanderung.

Neu­an­kom­mende und bereits hier lebende migran­ti­sche Grup­pen sowie die Erwerbs­be­völ­ke­rung mit deut­schem Pass wer­den gegen­ein­an­der aus­ge­spielt. Auf dem Arbeits­markt, auf dem Woh­nungs­markt. Teile und herrsche.

Den­je­ni­gen, die mit stei­gen­den Lebens­hal­tungs­kos­ten kaum noch über die Run­den kom­men, hilft der von Merz nahe­ge­legte „Wahn­sinn“ nicht im Gerings­ten dabei, Miete, Hei­zung und das Lebens­not­wen­dige zu bezah­len, gar bezahl­ba­ren Wohn­raum zu fin­den. Die Pro­pa­ganda von Merz ist nur die fehl­ge­lei­tete Suche nach einem Sündenbock.

Denn nicht Migra­tion ist das Pro­blem, son­dern der Krieg, den unsere herr­schende Klasse in der Ukraine wei­ter füh­ren läßt.

Ein Krieg, der mit der hys­te­ri­schen Ab-Kopp­lung vom rus­si­schen Gas und Öl und dem aben­teu­er­li­chen Wunsch „Russ­land zu rui­nie­ren“ begann und Deutsch­land als ein­zi­ges Land Euro­pas in die Rezes­sion geführt hat, mit düs­te­ren Aussichten.

Das hoch­ge­kochte Thema Migra­tion ist das per­fekte Ablen­kungs­ma­nö­ver. Die soziale und öko­lo­gi­sche Bilanz der Regie­rung hin­sicht­lich Kli­ma­wan­del, Woh­nungs­bau, Bil­dung- und Gesund­heits­po­li­tik, der För­de­rung benach­tei­lig­ter Kin­der, ist ver­hee­rend. An der „Hei­mat­front“ herr­schen aus­ser der ver­schärf­ten Unter­drü­ckung kri­ti­scher Mei­nun­gen untä­ti­ger Aktio­nis­mus, Man­gel und Armut. Die kaputt­ge­spar­ten Kom­mu­nen äch­zen seit lan­gem unter der zuneh­men­den Last sozi­al­po­li­ti­scher Auf­ga­ben, für die ihnen die Mit­tel feh­len. Der „Deutsch­land­pakt“ wird keine Ent­las­tung bringen.

24 Mil­li­ar­den Euro sind seit Februar 2022 in Form von direk­ten Zah­lun­gen, Waf­fen­lie­fe­run­gen und sons­ti­gen Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen an das Selen­ski-Régime in Kiew gegan­gen. Der jähr­li­che Rüs­tungs­haus­halt schwillt dau­er­haft auf über 85 Mil­li­ar­den Euro an. Wir erin­nern uns an das 100 Mil­li­ar­den schwere Son­der­ver­mö­gen Bun­des­wehr vom Februar 2022. Deut­sche Kon­zerne wol­len um jeden Preis wie­der ganz vorn in der ers­ten Reihe der Welt­mächte mit­spie­len – und wir sol­len das bezahlen.

Der rus­si­sche Ein­marsch in die Ukraine bot die Gele­gen­heit, vor Moral schnau­bende, aber ansons­ten öko­no­misch und (außen-)politisch wenig kom­pe­tente Menschenrechtskrieger:innen der „regel­ba­sier­ten Welt­ord­nung“ wie Baer­bock, Habeck und Strack-Zim­mer­mann auf den gen Osten gerich­te­ten NATO-Plan zu rufen. Die heuch­le­ri­sche Dop­pel­mo­ral, die sie jetzt im Gegen­zug ihre „unein­ge­schränkte Soli­da­ri­tät“ mit dem Völ­ker­mord der israe­li­schen Armee in Gaza ver­si­chern läßt, ist inzwi­schen der gan­zen Welt bekannt. Die Gräu­el­ta­ten des Angrif­fes der Hamas auf Israel sind ent­schie­den abzu­leh­nen, aber ebenso abzu­leh­nen ist das andau­ernde Schwei­gen des Wes­tens über die stän­dige Miss­ach­tung des Exis­tenz­rech­tes der Paläs­ti­nen­ser in Gaza und der Westbank.