Flug­blatt zu den Pro­tes­ten gegen die AfD und andere rechte Par­teien #5vor12

Wer gegen Nazis ist …

Etwa vor einem Jahr gab es einen gro­ßen Auf­schrei in der Bevöl­ke­rung, da öffent­lich gemacht wurde, dass sich in Pots­dam Mit­glie­der der „Alter­na­tive für Deutsch­land“ (AfD), Unter­neh­mens­ver­tre­ter, Bur­schen­schaft­ler sowie drei (teil­weise dama­lige) Mit­glie­der der CDU zu einem „Geheim­tref­fen“ ver­sam­melt hat­ten. Ihr Thema: Men­schen sol­len anhand ras­sis­ti­scher Kri­te­rien aus Deutsch­land ver­trie­ben wer­den. Die offene Men­schen­ver­ach­tung und das völ­ki­sche Staats­bür­ger­ver­ständ­nis wird seit­dem im rech­ten poli­ti­schen Lager noch offen­si­ver mit Begrif­fen wie „Remi­gra­tion“ und „Rück­füh­rung“ zum Aus­druck gebracht.

„Remi­gra­tion ist kein Geheim­plan, son­dern ein Versprechen“

Das zumin­dest äußerte der Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete der AfD René Sprin­ger. Auch das Wahl­pro­gramm der AfD zur Bun­des­tags­wahl 2025 ent­hält das Wort. Der Kanz­ler­kan­di­dat der CDU, Merz, äußerte erst kürz­lich die Absicht, Men­schen mit dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaft den deut­schen Pass ent­zie­hen zu wol­len, wenn sie straf­fäl­lig wer­den und schlägt damit in die glei­che Kerbe wie bei sei­ner ras­sis­ti­schen Äuße­rung über die War­te­zim­mer­si­tua­tion bei Zahn­ärz­ten. Bei ande­ren bür­ger­li­chen Par­teien klin­gen die Aus­sa­gen oft etwas anders, aber gemeint ist das glei­che. Erin­nert sei nur an das „Spiegel“-Titelblatt mit dem Zitat des aktu­el­len Kanz­lers Scholz (SPD): „Wir müs­sen end­lich im gro­ßen Stil abschie­ben“. Die Aus­höh­lung des prak­tisch kaum noch vor­han­de­nen Men­schen­rechts auf Asyl und die res­sen­ti­ment­ge­la­dene Stim­mungs­ma­che in der Bun­des­re­pu­blik schei­nen keine Gren­zen zu ken­nen. Es zeigt: Reak­tio­näre, rechte und ras­sis­ti­sche Kräfte füh­len sich wie­der sicher. Viele NPD-Paro­len der 90er-Jahre sind längst Bestand­teil aktu­el­ler Innen­po­li­tik.
Für viele Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten ist das lei­der nichts Neues. Bis weit hin­ein in libe­rale Kreise ist es üblich und nor­mal gewor­den, Men­schen aus­schließ­lich nach ihrer wirt­schaft­li­chen Leis­tung, d.h. ihrer Ver­wert­bar­keit für das Kapi­tal, zu bewer­ten: Wer (ver­meint­lich) nichts leis­tet, wird aus der Gesell­schaft aus­ge­schlos­sen und kann dem­nach weg – Men­schen­rechte, das Grund­ge­setz und die Ursa­chen für Flucht und Migra­tion und mas­sen­hafte Armut fal­len dabei unter den Tisch. Men­schen nur nach ihrer wirt­schaft­li­chen Ver­wert­bar­keit zu betrach­ten ist ein ele­men­ta­rer Teil der Ideo­lo­gie des Kapi­ta­lis­mus: Der ein­zelne Arbei­ter und die ein­zelne Arbei­te­rin ob mit oder ohne Beschäf­ti­gung kom­men darin in ers­ter Linie nur als Zah­len, Objekte oder höchs­tens vor den Wah­len noch als Stimm­vieh vor, nicht als Men­schen. Bei nähe­rem Hin­se­hen zeigt sich stets:
Der Kapi­ta­lis­mus ist die Mut­ter aller Probleme!

Des­halb ist diese Demo heute in Köln wichtig!

Zei­gen wir den Rech­ten und Nazis in der AfD und den ande­ren, die diese Gesell­schaft wei­ter ver­ro­hen, ver­ar­men und auf­rüs­ten wol­len: Wenn ihr eure Pläne umset­zen wollt, ste­hen wir auf der Straße! Nicht mit uns!
Demons­tra­tio­nen wer­den jedoch nicht rei­chen, um Nazis und Demo­kra­tie­feinde zurück­zu­drän­gen. Denn ursäch­lich sind die wirt­schaft­li­chen Ver­wer­fun­gen der letz­ten Jahre und Jahr­zehnte. Die Wirt­schaft ist (und bleibt) in der Rezes­sion, die Armut der arbei­ten­den Bevöl­ke­rung wächst. Vor die­sem Hin­ter­grund erfüllt die ras­sis­ti­sche Hetze vor allem zwei Funk­tio­nen: Die Spal­tung der Gesell­schaft soll ver­grö­ßert und von der tie­fen sozia­len und wirt­schaft­li­chen Krise, in der sich die Bun­des­re­pu­blik, aber auch andere Staa­ten des soge­nann­ten „Wes­tens“, aktu­ell befin­den, soll abge­lenkt wer­den. Wir machen nicht mit!

  • Wer gegen Nazis ist, muss for­dern, dass die Ener­gie- und Lebens­mit­tel­preise sinken!
  • Wer gegen Nazis ist, muss auch gegen Kriege und deren Vor­be­rei­tung sein! Wer gegen Nazis ist, muss ver­hin­dern, dass wei­tere Mil­li­ar­den Euro und Waf­fen für den längst ent­schie­de­nen Krieg in die Ukraine gehen. Unter­stütze den Ber­li­ner Appell gegen die Sta­tio­nie­rung von US-ame­ri­ka­ni­schen Mit­tel­stre­cken- und Erst­schlags­waf­fen: www.nie-wieder-krieg.org
  • Wer gegen Nazis ist, for­dert Geld für Bil­dung, Alten­pflege und Woh­nun­gen! Wer gegen Nazis kämpft, kämpft gegen Woh­nungs­not, Alters- und Kinderarmut!
  • Wer gegen Nazis ist, for­dert eine gemein­same Sicher­heits­ar­chi­tek­tur mit Russ­land und China! 100 Mil­li­ar­den für marode Brü­cken, die Infra­struk­tur auf dem Land und einen ver­läss­li­chen öffent­li­chen Nah­ver­kehr! Die Schul­den­bremse muss weg!
  • Wer gegen Nazis ist, kämpft für eine höhere Besteue­rung der Rei­chen und der Pro­fi­teure der Kri­sen! Die BRD ist das Land im „Wes­ten“ mit den höchs­ten Einkommensunterschieden!
  • Wer gegen Nazis ist, muss des­halb auch für gute Lebens­ver­hält­nisse über­all kämpfen!

Die AfD und das rechte poli­ti­sche Lager pro­fi­tie­ren von der Poli­tik der Ver­ar­mung, Des­or­ga­ni­sa­tion und Spal­tung. Hal­ten wir soli­da­risch zusam­men und wen­den wir uns gegen diese Poli­tik – nur so gra­ben wir ihnen das Was­ser ab!

Nie wie­der Faschis­mus! Nie wie­der Krieg!

www.dkp-koeln.de | ed.nleok-pkd@dnatsrov| Kreis Köln, Januar 2025


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