Kreis­mit­glie­der­ver­samm­lung

Am 4. Juli 2026 fand die Kreis­mit­glie­der­ver­samm­lung der DKP Köln statt.

Bericht des Kreisvorstands.

Über 100 Mil­li­ar­den Euro will die Bun­des­re­gie­rung allein in die­sem Jahr für Auf­rüs­tung und Kriegs­er­tüch­ti­gung aus­ge­ben. Damit fließt bereits jetzt jeder fünfte Euro des Bun­des­halts in die Kas­sen der Rüs­tungs­kon­zerne, bei Errei­chung des NATO-Ziels von 5% der Rüs­tungs­aus­ga­ben bis 2035 gemes­sen am BIP sogar jeder zweite Euro.

Noch der alte Bun­des­tag hat mit der für die Grund­ge­setz­än­de­rung fäl­li­gen Zwei­drit­tel-Mehr­heit von CDU, SPD und Grüne in einer Son­der­sit­zung am 28. März 2025 den Weg frei­ge­macht für die unbe­grenzte schul­den­fi­nan­zierte Auf­rüs­tung. Rüs­tungs­aus­ga­ben sind seit­dem von der Schul­den­bremse ausgenommen.

Das Geschäft mit dem Krieg erscheint den Herr­schen­den zuneh­mend als Aus­weg aus der Krise. Über­schüs­si­ges Kapi­tal, auf der Suche nach gewinn­träch­ti­ger Ver­wer­tung, fin­det diese in der Rüs­tungs­in­dus­trie. Die welt­wei­ten Rüs­tungs­aus­ga­ben sind inzwi­schen auf die unvor­stell­bare Summe von über 3 Bil­lio­nen US-Dol­lar ange­stie­gen. Und im Gefolge des­sen hat auch die Anzahl der Kriege einen Höchst­stand erreicht. Waf­fen machen die Welt eben nicht siche­rer, wie von den Pro­pa­gan­dis­ten der Auf­rüs­tung behaup­tet. Der Spruch „wenn du den Frie­den willst, bereite den Krieg vor“ dient wie zu Zei­ten des römi­schen Impe­ri­ums der Ver­schleie­rung der gegen­tei­li­gen Absicht.

Die deut­sche Wirt­schaft steckt tief in der Krise. Allein im letz­ten Jahr sind rund 146.000 Stel­len in der Indus­trie und ver­ar­bei­ten­den Gewerbe weg­ge­fal­len. Rüs­tungs-Keyne­sia­nis­mus, die Auf­blä­hung des mili­tä­risch-indus­tri­el­len Kom­ple­xes ist indes kein Aus­weg aus dem öko­no­mi­schen Nie­der­gang und der Deinstria­li­sie­rung Deutsch­lands, son­dern eine öko­no­mi­sche Sack­gasse. Wir sind Zeu­gen eines Vor­gangs, der schon vor 178 Jah­ren im Kom­mu­nis­ti­schen Mani­fest cha­rak­te­ri­siert wurde: 

„Wodurch über­win­det die Bour­geoi­sie die Kri­sen? Einer­seits durch die erzwun­gene Ver­nich­tung einer Masse von Pro­duk­tiv­kräf­ten; ander­seits durch die Erobe­rung neuer Märkte und die gründ­li­chere Aus­beu­tung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie all­sei­ti­gere und gewal­ti­gere Kri­sen vor­be­rei­tet und die Mit­tel, den Kri­sen vor­zu­beu­gen, ver­min­dert.“ (MEW Bd. 4, S. 468)

In der Tat. Die Risi­ken für das deut­sche Finanz­sys­tem haben sich durch geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen, Han­dels­kon­flikte und zuneh­mende Staats­ver­schul­dung erhöht. Auch der Han­del mit Kryp­to­wäh­run­gen weist zusätz­li­che Risi­ken plötz­li­cher Ent­wer­tung auf. Diese Geschäfte sind hoch­ge­fähr­lich, denn sie funk­tio­nie­ren im Prin­zip nach dem Schnee­ball­sys­tem. Im Falle von Bank-Runs dro­hen Anste­ckungs­ef­fekte. Nament­lich Trump indes ver­dient an der Krypto-Spe­ku­la­tion. Seine am ver­gan­ge­nen Diens­tag (30. Juni 2026) ver­öf­fent­lichte Steu­er­erklä­rung weist Ein­nah­men von 2,2 Mil­li­ar­den US-Dol­lar aus und zeigt seine sys­te­ma­ti­sche Berei­che­rung. Zu einem gro­ßen Teil stam­men die Ein­nah­men aus den Geschäf­ten mit Kryp­to­wäh­run­gen und Akti­en­han­del. Allein mit sei­ner Firma „World ­Liberty Finan­cial“ nahm er mehr als 500 Mil­lio­nen US-Dol­lar ein. Bei­läu­fig bemerkt: auch die wech­seln­den Aktio­nen gegen­über dem Iran hat­ten Wir­kun­gen auf den Akti­en­han­del. Regel­mä­ßig pro­fi­tiert Trump scham­los als Insi­der von sei­nen poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen und durch die Risi­ken, die damit für das ohne­hin schon fra­gile Finanz­sys­tem ver­bun­den sind.

All­ge­mein wird vor einer KI-Blase gewarnt. Tat­säch­lich sind schon astro­no­mi­sche Sum­men inves­tiert. Allein im ver­gan­ge­nen Jahr belie­fen sie sich auf 2,2 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Ope­nAI-Chef Sam Alt­man plant Bil­lio­nen an Invest­ments für KI-Rechen­zen­tren, Mark Zucker­bergs Meta will bis 2028 dafür 600 Mil­li­ar­den Dol­lar aus­ge­ben. Core­Weave, ein Ver­mie­ter von Daten­zen­tren für Tech-Fir­men, kal­ku­liert eben­falls mit Bil­lio­nen Dol­lar für den Aus­bau der KI-Infra­struk­tur. Das ist viel Kapi­tal in einer Situa­tion, in der 95 Pro­zent der befrag­ten KI-Inves­to­ren noch keine mess­bare Ren­dite aus ihren Enga­ge­ments zie­hen. Aber die Inves­to­ren beei­len sich, nament­lich große Tech-Fir­men, Bil­lio­nen­sum­men in große Chip-Fabri­ken und ener­gie­fres­sende Rechen­zen­tren zu inves­tie­ren, die sich allen­falls lang­fris­tig ren­tie­ren. Das ist dem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis (KGV) abzu­le­sen. Schon Ende 2025 erreichte Nvi­dias Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung die Schwelle von fünf Bil­lio­nen Dol­lar. Indes­sen ver­stärkt sich die Skep­sis, ob sich die Inves­ti­tio­nen in Mikro­chips für KI-Anwen­dun­gen aus­zah­len wer­den. Erst recht mit Blick auf den chi­ne­si­schen Markt, wo sich Nvi­dia Export­be­schrän­kun­gen gegenübersieht.

Noch füh­ren die USA auf dem Geschäfts­feld KI. China holt jedoch schnell auf. Die Volks­re­pu­blik kon­zen­triert sich auf die Grund­la­gen­for­schung, auf Publi­ka­tio­nen und Patente. Ihr Anteil an KI-Paten­ten belief sich schon für den Zeit­raum 2020 bis 2024 auf 78 Pro­zent, 11 mal so hoch wie der Anteil der US-Patente (7%). Der ent­schei­dende gesell­schaft­li­che Vor­teil aber ist: chi­ne­si­sche Anbie­ter ver­öf­fent­li­chen anders als Anthro­pic, Google oder Open AI die Archi­tek­tu­ren ihrer Modelle, so dass andere Ent­wick­ler dar­auf auf­bauen kön­nen. Bei glei­cher Qua­li­tät bie­ten die Chi­ne­sen deut­lich güns­ti­gere KI an. So könn­ten sich die US-KI-Inves­ti­tio­nen als Fehl­in­ves­ti­tio­nen her­aus­stel­len mit ver­hee­ren­den Wir­kun­gen auf das Finanzsystem.

Auch das rechts­keyne­sia­ni­sche Aus­wei­chen auf die Rüs­tungs­pro­duk­tion bie­tet keine Lösung. Die fäl­lige Kapi­tal­ver­nich­tung droht zudem in einen Welt­krieg zu münden.

Zu Beginn des Jah­res elek­tri­sierte uns eine Erklä­rung der Köl­ner Ford­wer­ker. In der Februar-Aus­gabe der DrP („de rude Pooz“, Wohn­ge­biets­zei­tung der DKP Köln Innen­stadt) konn­ten wir sie ver­öf­fent­li­chen. Zahl­rei­che Ver­trau­ens­kör­per- und Gewerk­schafts­gre­mien haben sich unter­des­sen der Erklä­rung angeschlossen.

„Nein zur Kriegs­wirt­schaft – Wir geben unsere Kin­der nicht für Kriege!

Der IG Metall Ver­trau­ens­kör­per der Ford-Werke in Köln schaut mit gro­ßer Sorge auf die welt­weite Auf­rüs­tung und zuneh­men­den Kriege. In Deutsch­land wer­den bereits erste Werke zur Umstel­lung auf Rüs­tungs­pro­duk­tion gesucht. Wer uns damit Arbeits­plätze ver­spricht, ver­sucht auf üble Weise die Exis­tenz­ängste der Beleg­schaf­ten in der Auto­in­dus­trie aus­nut­zen. Auf­rüs­tung sichert nicht den Frie­den, son­dern berei­tet Kriege vor. Wenn die Regie­rung einen „Not­stand“ aus­ruft, wird das Streik­recht beschnit­ten, gibt es Arbeits­ver­pflich­tung und Anord­nun­gen zu extre­mer Arbeits­zeit­aus­deh­nung. Im „Kriegs­fall“ kommt laut „Arbeits­si­cher­stel­lungs­ge­setz“ (ASG) eine Zwangs­ver­pflich­tung unter Andro­hung von Gefäng­nis für soge­nannte Spe­zia­lis­ten aller Berufs­grup­pen hinzu. In den Schüt­zen­grä­ben der Welt ster­ben Men­schen wie du und ich nicht für höhere Werte, son­dern für die Inter­es­sen gro­ßer Kapi­tal­eig­ner. Die Rüs­tungs­in­dus­trie jubelt über explo­die­rende Gewinne. Die Wie­der­ak­ti­vie­rung der Wehr­pflicht ist in Vor­be­rei­tung, um künf­tig auch unsere Kin­der in Kriege zu schicken.

Diese Ent­wick­lung machen wir nicht mit!

Auf­rüs­tung und Kriegs­wirt­schaft sind gegen die Inter­es­sen der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen und unse­rer Fami­lien und wider­spre­chen unse­ren gewerk­schaft­li­chen Zie­len. Unter­strei­chen wir unsere Losung „Kampf um jeden Arbeits­platz!“ und set­zen wir uns aktiv für unser Ziel „Frie­den, Abrüs­tung und Völ­ker­ver­stän­di­gung“ ein. (Sat­zung unter §2 „Auf­ga­ben und Ziele der IG Metall“.)

Und wir rufen den IG Metall Vor­stand und alle Mit­glie­der auf: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!“

Liebe Genos­sin­nen und Genossen,

die Über­pro­duk­ti­ons­krise ist der Hin­ter­grund des gegen­wär­ti­gen Gene­ral­an­griffs auf demo­kra­ti­sche und soziale Rechte. Er ist in der Geschichte der Bun­des­re­pu­blik beispiellos.

Die Preise stei­gen, die Woh­nungs­not wird immer grö­ßer und die Infra­struk­tur ver­kommt immer mehr. Die Regie­rung führt einen sozia­len Krieg gegen die eigene Bevöl­ke­rung. So hatte Sevim Dagde­len schon die Poli­tik der Ampel-Regie­rung bezeich­net. Viel mehr trifft das auf die Merz-Regie­rung zu. Sie plant den sozia­len Kahl­schlag auf gan­zer Linie und nennt es Sozi­al­staats­re­form. Vor­geb­lich geht es bei den Reform­vor­ha­ben um Moder­ni­sie­rung, Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung, Effi­zi­enz­stei­ge­rung, alles im Sinne der Kun­den­freund­lich­keit, zur Ent­las­tung der Kom­mu­nen und ins­ge­samt für einen „ein­fa­che­ren und gerech­te­ren Sozi­al­staat“ (Bär­bel Bas).

Die Erhö­hung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters und Ren­ten­kür­zung nennt die Regie­rung Ren­ten­re­form. Zwar wird der Acht­stun­den­tag zunächst nicht ange­tas­tet. Dafür soll die Mög­lich­keit zur Befris­tung deut­lich aus­ge­wei­tet werden.

Die Redu­zie­rung der Leis­tun­gen für die gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­cher­ten wird uns als Gesund­heits­re­form ver­kauft. Die Attest­pflicht für Kranke gilt wie­der vom ers­ten Tage an.

Das Geld, das mit vol­len Hän­den den Rüs­tungs­kon­zer­nen und ihren Aktio­nä­ren in den Rachen geschmis­sen wird, muss eben an ande­rer Stelle ein­ge­spart wer­den. Und wenig über­ra­schend holt sich eine Regie­rung, die die Mono­polin­ter­es­sen ver­tritt, das Geld bei den Lohn­ab­hän­gi­gen und Armen. Spit­zen­ver­die­ner und Ver­mö­gende wer­den geschont. Eine wirk­sam stär­kere Besteue­rung höhe­rer Ein­kom­men schei­tert am Wider­stand der CDU. Die Wie­der­ein­füh­rung der Ver­mö­gens­steuer lehnt Merz kate­go­risch ab. Nach Schät­zun­gen des Deut­schen Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung würde das jähr­lich Ein­nah­men von bis zu 147 Mrd. Euro brin­gen. Strom­steu­er­sen­kun­gen gibt es nur für Indus­trie­kon­zerne. Die Pro­fite der Erd­öl­kon­zerne als Haupt­trei­ber der Preise wer­den nicht angetastet.

Die Sozi­al­de­mo­kra­ten haben zwar bis­lang jede Schand­tat mit Bauch­schmer­zen und Zäh­ne­knir­schen mit­ge­tra­gen. Aber für all jene, dar­un­ter die Unter­neh­mens­ver­bände und die aggres­sivs­ten Teile des Mono­pol­ka­pi­tals, denen es nicht schnell und radi­kal genug geht mit der Kriegs­vor­be­rei­tung und der Zer­stö­rung des Sozi­al­staats, gel­ten sie als unsi­chere Gesel­len. Die AFD bie­tet sich als poli­ti­sche Kraft an, Kriegs­kurs und Sozi­al­ab­bau kom­pro­miss­los durchzusetzen.

Vor­bil­der lie­fern die faschis­ti­sche Meloni-Regie­rung, die Ket­ten­säge Mileis und die Prä­si­di­al­dik­ta­tur Trumps.

Die gesetz­li­chen Grund­la­gen für eine extrem rechte Regie­rung mit AFD-Betei­li­gung sind mit diver­sen Ver­schär­fun­gen der Poli­zei­ge­setze, Ein­schrän­kun­gen des Ver­samm­lungs­rechts und ande­rer demo­kra­ti­scher und sozia­ler Rechte, mit dem, was wir den reak­tio­när-mili­ta­ris­ti­schen Staats­um­bau nen­nen, schon weit­ge­hend gelegt wor­den. Vie­len Men­schen scheint weder das klar zu sein, noch was ihnen für­der­hin droht. Die demo­kra­ti­schen Kräfte, die sich gegen den Kriegs­kurs der Regie­rung weh­ren, bekom­men schon die ganze Härte staat­li­cher Repres­sio­nen zu spü­ren. So einige unse­rer Genos­sen, die bei der Frie­dens­demo am 30. August 2025 stun­den­lang bis tief in die Nacht im Poli­zei­kes­sel fest­ge­hal­ten wur­den. Dar­un­ter unser über 70 jäh­ri­ger Genosse P., der auch von einem Poli­zei­be­am­ten geschla­gen wurde. Die schüt­zend vor­ge­hal­tene Hand hat ihm eine Klage wegen gefähr­li­chen Land­frie­dens­bruch eingebracht.

Zwei ent­schei­dende Leh­ren aus der NS-Zeit und zen­trale ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­sätze, der föde­ra­tive Staats­auf­bau und das Tren­nungs­ge­bot zwi­schen Mili­tär, Poli­zei und Geheim­diens­ten stö­ren bei der Kriegs­er­tüch­ti­gung der Gesell­schaft. Der soge­nannte Ope­ra­ti­ons­plan Deutsch­land (OPLAN-DEU) beinhal­tet deren Auf­he­bung und wei­te­rer Grund­rechte. Es han­delt sich dabei um ein 1000-sei­ti­ges Papier der Bun­des­wehr zur zivil-mili­tä­ri­schen Zusam­men­ar­beit, das der brei­ten Öffent­lich­keit vor­ent­hal­ten wird. Der Ope­ra­ti­ons­plan beinhal­tet auch die Akti­vie­rung der Not­stands­ge­setze von 1968, die seit­dem Bestand­teil des Grund­ge­set­zes sind (Art.115 GG). Die sei­ner­zei­ti­gen Pro­teste bewirk­ten, daß sie bis­lang nicht ange­wen­det wor­den sind. Im soge­nann­ten Span­nungs­fall sol­len diese die Zwangs­ver­pflich­tung von Zivil­per­so­nen zu bestimm­ten Tätig­kei­ten ermöglichen.

Wir haben uns im Kreis­vor­stand schon rela­tiv früh mit dem Ope­ra­ti­ons­plan beschäf­tigt, als erste Teile davon in die Öffent­lich­keit gelang­ten und dar­über in der ruden Pooz informiert.

Die Kom­mu­nen zäh­len zu den Leid­tra­gen­den des Kriegs­kur­ses der Bun­des­re­gie­rung. Die Abwäl­zung der Kos­ten der Krise, von Auf­rüs­tung und Kriegs­vor­be­rei­tung auf die Gemein­den und Städte hat Prin­zip. Ihre Ver­schul­dung ist struk­tu­rell ange­legt. Sie erfül­len 25% der öffent­li­chen Aus­ga­ben, erhal­ten aber ledig­lich 14% der Steu­er­ein­nah­men. Die Schul­den­last der Kom­mu­nen hat sich inzwi­schen auf die gigan­ti­sche Summe von über 370 Mrd. Euro ange­häuft. Allein für die­ses Jahr droht ein Defi­zit in Höhe von 100 Mrd.. Das Deut­sche Insti­tut bezif­fert den kom­mu­na­len Inves­ti­ti­ons­stau auf inzwi­schen über 215 Mrd.. Allein im Bil­dungs­be­reich feh­len laut der GEW 130 Mil­li­ar­den Euro. Allein schon mit Blick auf diese Zah­len sind die für die Län­der und Kom­mu­nen vor­ge­se­he­nen 100 Mrd. vom 500 Mrd. umfas­sen­den Infra­struk­tur­pro­gramm, das eben­falls in besag­ter Son­der­sit­zung am 28. März 2025 vom Bun­des­tag beschlos­sen wor­den ist, voll­kom­men unzu­rei­chend. Ange­kom­men ist indes von die­sem Geld bei den Kom­mu­nen so gut wie nichts. Und wenn, dann fließt es allen­falls in Infra­struk­tur­maß­nah­men, die der Kriegs­be­fä­hi­gung die­nen, bei­spiels­weise in Köln in die Sanie­rung der Auto­bahn­brü­cke, um Pan­zer und schwe­res mili­tä­ri­sches Gerät tra­gen zu können.

Die DKP hat zusam­men mit der Frie­dens­in­itia­tive „Nie wie­der Krieg – Die Waf­fen nie­der“ mit der Aktion „Wo blei­ben die Mil­li­ar­den?“ eine Kam­pa­gne gestar­tet, um auf den Zusam­men­hang von Auf­rüs­tung und feh­len­den Inves­ti­tio­nen in Schu­len und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen hin­zu­wei­sen. In eini­gen Städ­ten haben Par­tei­grup­pen schon Aktio­nen im Rah­men die­ser Kam­pa­gne durch­ge­führt, unter die­sen die Gruppe Ost. Auch die Innen­stadt-Gruppe plant für Juli eine ent­spre­chende Aktion.

Im April sorgte ein Papier, das im Auf­trag von Bund, Län­dern und der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den erstellt wurde, für Empö­rung bei den Sozi­al­ver­bän­den. Den Kom­mu­nen wer­den darin über 70 Kür­zungs­vor­schläge unter­brei­tet. Ins­ge­samt sol­len dadurch min­des­ten 8,6 Mrd. Euro ein­ge­spart wer­den. Eine Liste der sozia­len Grau­sam­keit: Strei­chun­gen von Leis­tun­gen für Men­schen mit Behin­de­rung sowie für die Kin­der- und Jugend­hilfe, Ein­schrän­kung des Wunsch- und Wahl­rechts von Men­schen mit Behin­de­rung, Begren­zung des Unter­halts­vor­schuss für Allein­er­zie­hende – um nur einige der Kür­zungs­vor­schläge zu nennen.

In einer Situa­tion, in der die Kom­mu­nen nicht mehr in der Lage sind, ihre viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben der öffent­li­chen Daseins­vor­sorge zu erfül­len und über­all gekürzt wird, wird ihnen bei der Umset­zung der Kriegs­er­tüch­ti­gung des Lan­des eine zen­trale Rolle zuge­dacht. Im Ernst­fall sol­len sie für den rei­bungs­lo­sen Durch­marsch der Nato-Trup­pen zur Ost­front und deren Ver­sor­gung gewährleisten.

Der Flug­ha­fen in Köln-Wahn ist bei­spiels­weise als logis­ti­scher Dreh­punkt für die Trup­pen- und Ver­wun­de­ten­trans­porte vor­ge­se­hen. Und in der städ­ti­schen Kli­nik in Mer­heim eine unter­ir­di­sche Inten­siv­sta­tion mit 600 mili­tä­ri­schen Bet­ten für den Kriegs­fall errich­tet wer­den. Dem­ge­gen­über wer­den von den heute 1.400 Bet­ten der Kli­ni­ken Köln nach der beschlos­se­nen Schlie­ßung der bei­den ande­ren städ­ti­schen Kli­ni­ken an der Ams­ter­da­mer Straße und in Hol­weide nur noch 1.000 zivile Bet­ten übrigbleiben.

Liebe Genos­sin­nen und Genossen,

häu­fig geführt wird in unse­rer Par­tei die Klage über die Arbei­ter­klasse im All­ge­mei­nen und die Gewerk­schaf­ten im Beson­de­ren, die in die Regie­rungs­po­li­tik ein­ge­bun­den seien. Sicher­lich kann man dafür zahl­rei­che Bei­spiele auf­füh­ren und eine Regie­rungs­be­tei­li­gung der SPD beför­dert eine sol­che Ein­bin­dung. Aber ganz so ein­fach ist es mit der Ein­bin­dung dann doch nicht. Der Wider­stand in den Gewerk­schaf­ten gegen die Poli­tik des Sozi­al­kahl­schlags und der unbe­grenz­ten Auf­rüs­tung der Merz-Regie­rung wächst. Schon im Zusam­men­hang mit dem Köl­ner Haus­halts­ent­wurf im Februar 2025 konn­ten wir uns posi­tiv auf eine Erklä­rung des Köl­ner DGB bezie­hen, in der die Rück­nahme der Kür­zungs­pläne gefor­dert wurde. Und aus­drück­lich wurde darin auch der Zusam­men­hang zwi­schen Auf­rüs­tung und Sozi­al­kür­zun­gen her­ge­stellt. Zu dem Zeit­punkt war eine sol­che Posi­tion noch die Aus­nahme im DGB. Das hat sich, schaut man sich die Ergeb­nisse des letz­ten DGB-Kon­gress im April an, inzwi­schen geän­dert. Beach­tung fand in den bür­ger­li­chen Medien, dass die Rede von Merz mit Pfif­fen und Buh­ru­fen quit­tiert wurde, als er über die geplan­ten Spar­maß­nah­men und die bevor­ste­hende Ren­ten­re­form sprach. Weni­ger Beach­tung fan­den die Anträge, die mit gro­ßer Mehr­heit auf dem Kon­gress beschlos­sen wur­den. Eine große Mehr­heit der 400 zumeist haupt­amt­li­chen Dele­gier­ten stimm­ten für den Antrag „Frie­dens­fä­hig statt kriegs­tüch­tig“. Der Antrag des Bun­des­ju­gend­aus­schus­ses gegen die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht wurde mit 74% der Dele­gier­ten beschlos­sen. Ebenso fand der Antrag „Für einen star­ken Sozi­al­staat“ eine Mehr­heit von 88% mit der bemer­kens­wer­ten Pas­sage: „Die Kom­mu­nen müs­sen in die Lage ver­setzt wer­den, über ihre Pflicht­auf­ga­ben hin­aus erreich­bare Schwimm­bä­der, Jugend‑, Fami­lien- und Senio­ren­zen­tren sowie Kul­tur­ange­bote zu ermög­li­chen. Pri­va­ti­sie­run­gen, die eine Gewinn­ori­en­tie­rung in bis­lang nicht gewinn­ori­en­tier­ten Berei­chen beför­dern, müs­sen gestoppt – wo es sinn­voll ist- umge­kehrt wer­den. Denn vie­les regelt der Markt nicht effi­zi­ent oder gar nicht.“

Sol­che Abstim­mungs­er­geb­nisse fal­len natür­lich nicht vom Him­mel. Sie sind das Ergeb­nis der inner­ge­werk­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen zur Frie­dens­frage der ver­gan­ge­nen Jahre. Vor allem die Initia­tive „Gewerk­schaf­ter für den Frie­den“ hat zur Ver­brei­tung frie­dens­po­li­ti­scher Posi­tio­nen in den Gewerk­schaf­ten bei­getra­gen. Die von dem Bünd­nis orga­ni­sier­ten Frie­dens­kon­fe­ren­zen bei­spiels­weise in Stutt­gart und Salz­git­ter tru­gen dazu bei, die Gewerk­schaf­ten stär­ker in der Frie­dens­be­we­gung zu ver­an­kern. Und auch wir haben einen nicht zu unter­schät­zen­den Anteil daran, vor allem die Genos­sin­nen und Genos­sen, die in den Gewerk­schaf­ten aktiv sind. Her­vor­he­ben und wür­di­gen möch­ten wir an die­ser Stelle nament­lich unsere Genos­sin C., die trotz ihres, oder viel­leicht doch eher wegen ihres fort­ge­schrit­te­nen Alters, denn sie hat den Krieg erlebt, immer wie­der und sehr erfolg­reich frie­dens­po­li­ti­sche Anträge und Initia­ti­ven in ihre Gewerk­schaft verdi einbringt.

Offen­bar wollte am 29. Januar 2025 Fried­rich Merz im Bun­des­tag, wenige Wochen vor der vor­ge­zo­ge­nen Bun­des­tags­wahl, mit einem „Zustrom­be­gren­zungs­ge­setz“ das Migra­ti­ons­thema end­gül­tig zum Wahl­kampf­schla­ger machen. Er hat sich aber ver­tan. Denn es folg­ten auf das Lieb­äu­geln mit der AfD Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen, die sich gegen die Zusam­men­ar­beit mit die­ser Par­tei rich­te­ten. Die Linke kam bei der Bun­des­tags­wahl 23. Februar 2025 in Köln auf ein Ergeb­nis von unge­ahn­ten 14,9%. Und es ström­ten ihr junge Mit­glie­der zu. Die Welle der Empö­rung ebbte aber schon bald ab. Bei der Kom­mu­nal­wahl im Sep­tem­ber 2025 war das Thema Brand­mauer schon weni­ger inter­es­sant. Bei der Links­par­tei depo­nier­ten 10,83 % der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler ihre Stimme.

Wenn am nächs­ten Sonn­tag der Land­tag gewählt würde, kämen laut einer Umfrage von Infratest/dimap vom 28. Juni die Linke noch auf 6%. CDU auf 32%, SPD auf 17%, Grüne auf 15%, FDP auf 5%, AfD auf 17%, Sons­tige auf 8%. CDU, SPD und Grüne ver­lie­ren folg­lich, AfD und Linke gewinnen.

Wir soll­ten heute die Frage klä­ren, ob und wie wir im nächs­ten Mai für den Land­tag kandidieren.

Die Bun­des­re­gie­rung treibt ihren Kriegs­kurs mit äußers­ter Vehe­menz voran. Sie will bereits in drei Jah­ren bereit sein, einen Krieg gegen Russ­land zu füh­ren. Die Bun­des­wehr soll zu die­sem Zweck zur größ­ten kon­ven­tio­nel­len Armee Euro­pas auf­ge­rüs­tet wer­den. Dass es sich dabei nicht um die Vor­be­rei­tung auf den Ver­tei­di­gungs­fall ange­sichts einer her­bei hal­lu­zi­nier­ten Bedro­hungs­lage durch Russ­land han­delt, zeigt schon die jetzt bestehende viel­fa­che mili­tä­ri­sche Über­le­gen­heit der NATO gegen­über Russland.

Die Jugend zeigt wenig Begeis­te­rung dafür, beim nächs­ten Ver­such, Russ­land im Namen der Inter­es­sen des Mono­pol­ka­pi­tals zu besie­gen, als Kano­nen­fut­ter zu fun­gie­ren. An den drei bun­des­wei­ten Schul­streiks gegen die Wehr­pflicht betei­lig­ten sich jeweils über 50.000 Schü­le­rIn­nen. Unsere Kreis­or­ga­ni­sa­tion hat sich an den Aktio­nen im Rah­men der Schul­streiks beteiligt.

Die SDAJ nimmt eine zen­trale Rolle bei der Orga­ni­sa­tion der Schul­streik­ak­tio­nen ein, was bei den bür­ger­li­chen Medien anti­kom­mu­nis­ti­sche Reflexe pro­vo­zierte. Auf­grund ihrer erfolg­rei­chen Arbeit im Zusam­men­hang mit dem Wider­stand gegen die Wehr­pflicht wächst die SDAJ. Sie grün­det neue Grup­pen, Schul­ko­mi­tees und Betriebs­grup­pen. In Köln gibt es inzwi­schen wie­der zwei Grup­pen, eine Ost und eine West. Auch wir pro­fi­tie­ren davon. Einige Genos­sin­nen und Genos­sen der SDAJ ste­hen vor dem Über­gang in die DKP. Wir freuen uns natür­lich über die Ver­stär­kung durch junge, aktive Genos­sin­nen und Genos­sen. Die Par­tei braucht drin­gend eine Ver­jün­gung. Aber das stellt uns auch vor Her­aus­for­de­run­gen. Dazu zählt, ent­spre­chende Ange­bote zur Betä­ti­gung zu ermög­li­chen. Und dazu zäh­len andere orga­ni­sa­ti­ons­po­li­ti­sche Vor­stel­lun­gen, mit denen wir kon­fron­tiert werden.

Liebe Genos­sin­nen und Genossen,

ein Schwer­punkt unse­rer poli­ti­schen Arbeit im ver­gan­ge­nen Jahr war die Betei­li­gung an der Kom­mu­nal­wahl. Die Gruppe Ost hat sich viel vor­ge­nom­men und stellte Kan­di­da­ten sowohl für den Stadt­rat als auch die Bezirks­ver­tre­tun­gen auf. Aus der Gruppe Innen­stadt hat sich lei­der dies­mal anders als bei den Wah­len zuvor nie­mand bereit erklärt, zur Wahl zu kan­di­die­ren. Außer­dem wähl­ten wir B. auf einer KMV als unse­ren OB-Kan­di­da­ten. Abge­si­chert wer­den konn­ten durch die erfor­der­li­che Anzahl Unter­stüt­zer­un­ter­schrif­ten die Kan­di­da­tu­ren von S.und T. für den Stadt­rat und die von die von S. für die Bezirks­ver­tre­tung Mül­heim. Die erfor­der­li­chen 450 Unter­schrif­ten für OB-Kan­di­da­tur von B. konn­ten wir aller­dings nicht erreichen.

Dar­über hin­aus hat die Köl­ner Kreis­or­ga­ni­sa­tion auch ein Bezirks­se­mi­nar zur Kom­mu­nal­po­li­tik, das am 8. Mai in der KLS statt­fand, vor­be­rei­tet und durch­ge­führt, um zu den Schwer­punk­ten Frie­dens­po­li­tik in der Stadt, Mie­ten und Woh­nen, städ­ti­sche Finan­zen, Gesund­heit, Ver­kehr und Bünd­nis­ori­en­tie­rung For­de­run­gen zu ent­wi­ckeln. K., M. und D. hiel­ten die Refe­rate. Die Ergeb­nisse des Semi­nars wur­den pro­to­kol­liert und zusam­men mit den Refe­ra­ten im Bezirk ver­brei­tet und auch dem Ruhr-Bezirk und der PV- Kom­mis­sion Kom­mu­nal­po­li­tik zur Ver­fü­gung gestellt. Die Refe­rate sind zudem auf den Sei­ten des Bezirks und des Krei­ses nachzulesen.

Am 9. Februar bot der Kreis­vor­stand im Köl­ner Natur­freun­de­haus ein Semi­nar an. Acht Teil­neh­mer. Wir ver­stän­dig­ten uns über die The­men „Gewerk­schaf­ten“, „Kul­tur“, „Bil­dung›“, „städ­ti­scher Haus­halt“, „Ver­kehr“, „Woh­nen“ und „Gesund­heits­po­li­tik“.

Im Kreis­vor­stand haben wir unsere Betei­li­gung an der Kom­mu­nal­wahl zusam­men mit T. und O. kri­tisch ein­ge­schätzt. Natür­lich kön­nen wir mit den Ergeb­nis­sen nicht zufrie­den sein. T. und S. erhiel­ten für den Stadt­rat zusam­men 54 Stim­men, S. für die BV Mül­heim 61 Stim­men. Aber wir waren uns einig darin, dass allein schon die Absi­che­rung von zwei Kan­di­da­tu­ren für den Stadt­rat und einer für die BV und dar­über hin­aus die Samm­lung von etwa 350 Unter­schrif­ten für die OB-Kan­di­da­tur eine große Leis­tung der Gruppe Ost war und als Erfolg zu wer­ten ist. Ein Erfolg ist auch, dass wir ein ziem­lich umfang­rei­ches Kom­mu­nal­wahl­pro­gramm zustande gebracht haben, das uns wei­ter­hin auch als Grund­lage unse­rer kom­mu­nal­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten die­nen kann. Es wurde in einer 16-sei­ti­gen Aus­gabe der ruden Pooz auf unse­ren Sei­ten ver­öf­fent­licht und 2500 Exem­plare gesteckt und bei meh­re­ren Ver­teil­ak­tio­nen unter die Leute gebracht. Wir haben dem lohn­ab­hän­gi­gen Teil der Köl­ne­rin­nen und Köl­nern die Mög­lich­keit gege­ben, eine Par­tei zu wäh­len, die kon­se­quent ihre Inter­es­sen ver­tritt. Wir konn­ten wei­tere wich­tige poli­ti­sche Erfah­run­gen sam­meln, konn­ten mit den Men­schen ins Gespräch kom­men und unsere kom­mu­nal­po­li­ti­schen For­de­run­gen verbreiten.

Ins­ge­samt hätte der Infor­ma­ti­ons­fluss der Gruppe Ost über Akti­vi­tä­ten oder den Stand der Unter­schrif­ten­samm­lung an den KV bes­ser sein können.

Die Kom­mu­ni­ka­tion mit dem KV muss das nächste Mal bes­ser lau­fen. Was den Wahl­kampf anbe­langt, Pla­ka­tie­ren, Info­stände, Ver­an­stal­tun­gen etc. ist sicher­lich noch Luft nach oben. Die Gruppe Innen­stadt, dies­mal ohne eigene Kan­di­da­tur, hat dabei zu wenig unterstützt.

Liebe Genos­sin­nen und Genossen,

auf der KMV am 30. Novem­ber 2024 haben wir mit nur zwei Gegen­stim­men einen Antrag zur Hand­lungs­ori­en­tie­rung des PV beschlos­sen. Wir woll­ten, dass die fol­gende Pas­sage darin auf­ge­nom­men wird: Der Schlüs­sel zur Stär­kung der Par­tei ist die Ent­wick­lung der Par­tei­grup­pen. Die Stärke der Grup­pen ist nicht daran zu mes­sen, wie gut und voll­stän­dig sie Vor­ga­ben der Lei­tun­gen erfül­len, son­dern die Lei­tun­gen daran, wie es ihnen gelingt, die Grup­pen zu stär­ken. Starke Grund­or­ga­ni­sa­tio­nen pla­nen ihre Tätig­keit, äußern sich selb­stän­dig zu poli­ti­schen Fra­gen im Rah­men der Beschluss­lage der Gesamt­par­tei, haben ein attrak­ti­ves Grup­pen­le­ben. Zu einem

attrak­ti­ven Grup­pen­le­ben gehört die Aneig­nung der Theo­rie von Marx, Engels und Lenin, fort­schritt­li­cher Kul­tur, die Fähig­keit, poli­tisch selb­stän­dig Erfolge zu orga­ni­sie­ren sowie Siege und Nie­der­la­gen rich­tig zu bewer­ten. Starke Par­tei­grup­pen pfle­gen Kon­takte im Wohn­um­feld und Betrieb, machen eine viel­fäl­tige Öffent­lich­keits­ar­beit, geben regel­mä­ßig eine Klein­zei­tung her­aus. Sie sind in der Lage, neue Mit­glie­der auf­zu­neh­men und zu halten.

Das war aus­drück­lich gegen die Beto­nung des zen­tra­lis­ti­schen Ele­ments unse­res Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zips gerich­tet, die spä­ter auf dem Par­tei­tag mit gro­ßer Mehr­heit beschlos­sen wurde. Aber es gab auf dem Par­tei­tag auch Kri­tik daran, das zen­tra­lis­ti­sche Ele­ment zu stär­ken und damit die inner­par­tei­li­che Demo­kra­tie ein­zu­schrän­ken. Just von Grup­pen, die kom­mu­nal­po­li­tisch sehr aktiv sind. Ledig­lich zwei Rede­bei­träge wur­den im Rah­men der all­ge­mei­nen Debatte von der Kon­fe­renz­lei­tung des Par­tei­tags nicht berück­sich­tigt, dar­un­ter der der Gruppe Innen­stadt zu die­ser Frage.

Auf dem Par­tei­tag wurde auch beschlos­sen, bis zum nächs­ten unser Sta­tut ent­spre­chend einer Stär­kung der Stel­lung des PV zu ändern. Denn in unse­rem noch gül­ti­gen Sta­tut ist der Grund­satz der inner­par­tei­li­chen Demo­kra­tie zen­tral. Das Sta­tut bestimmt, dass alle Mit­glie­der der DKP auf der Grund­lage des wis­sen­schaft­li­chen Sozia­lis­mus gleich­be­rech­tigt an der Erar­bei­tung der Poli­tik und ihrer Beschluss­fas­sung mit­wir­ken. Was die Beto­nung des zen­tra­lis­ti­schen Ele­ments bedeu­tet, sehen

wir bei­spiels­weise an der Impe­ria­lis­mus­kon­fe­renz des PV vor eini­gen Wochen, zu der nur aus­ge­wählte Genos­sin­nen und Genos­sen dele­giert wurden.

Offen­bar hat es, liebe Genos­sen und Genos­sen, zu wenig Pro­teste gegen die Preis­stei­ge­run­gen gege­ben. Denn jetzt zie­hen die Preise für Sprit – kaum, dass die Rabatt­frist vor­bei ist – wie­der an. Der Sprit­preis­in­fla­tion fol­gen aber wei­tere Preise. Wir for­dern einen Preisstopp.

Im Novem­ber 2025 waren laut Cre­dit­re­form in Deutsch­land 5,67 Mil­lio­nen Men­schen über 18 Jahre über­schul­det – 111.000 mehr als im Vor­jahr (+ 2,0 Pro­zent). Die Über­schul­dungs­quote liegt bei 8,16 Pro­zent. In Köln sind 9,83% der Ein­woh­ner über­schul­det. Die DGB-Aktion an der Bas­tei am 1. Juli kann nur ein Anfang gewe­sen sein.

Liebe Genos­sin­nen und Genossen,

Die gegen­wär­ti­gen sozia­len, wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Pro­bleme las­sen sich nicht im Rah­men der mono­pol­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nisse bewäl­ti­gen und drän­gen auf sozia­lis­ti­sche Lösun­gen, auf die Ver­än­de­rung der Eigen­tums­ver­hält­nisse. Zuneh­mend erwei­sen sich die kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse als Hemm­nis für die wei­tere Ent­fal­tung der Pro­duk­tiv­kräfte, blei­ben Faschis­mus und Krieg für die Herr­schen­den der letzte Aus­weg der Siche­rung ihrer Herrschaft.

Auf­rüs­tung, Arbeits­lo­sig­keit, Kriege, Flucht, Hun­ger, Bil­dungs­ab­bau, Res­sour­cen­ver­schwen­dung, Armut und Woh­nungs­lo­sig­keit, die Liste ist nicht voll­stän­dig, legen Pro­duk­tiv­kräfte brach. Immer mehr Men­schen wer­den an ihrer Ent­fal­tung gehindert.

Nur mit­tels brei­ter Bünd­nisse und mäch­ti­ger sozia­ler Bewe­gun­gen kann die Macht der Mono­pole ein­ge­schränkt, Sozi­al­ab­bau- und Rechts­ent­wick­lung auf­ge­hal­ten und der wach­sen­den Kriegs­ge­fahr begeg­net werden.

Der Kriegs­kurs der Regie­rung muss gestoppt wer­den. Frie­dens­fä­hig­keit statt Kriegstüchtigkeit!