Die DKP-Köln zum Aus­gang der Kommunalwahl

Erklä­rung des Kreis­vor­stands der DKP Köln zum Aus­gang der Kom­mu­nal­wah­len vom 25. Mai 2014

Der neue Rat der Stadt zeigt eine Ver­schie­bung der Kräfte nach links. So konnte die Par­tei ‚Die Linke‘ (PDL) ihren Stim­men­an­teil auf 6,9 % stei­gern und ist nun mit sechs Abge­ord­ne­ten im Rat ver­tre­ten – zwei mehr als 2009. „pro Köln“ musste mas­sive Ver­luste hin­neh­men, die auch nicht von der AfD poli­tisch aus­ge­gli­chen wer­den konn­ten. CDU und FDP haben zudem ein bzw. vier Man­date ver­lo­ren. Die spür­bare Links­ent­wick­lung ist auch außer­par­la­men­ta­ri­schen Bewe­gun­gen zu verdanken:

* Gegen städ­ti­sche Kür­zun­gen („Umfair­tei­len statt Kaputt­kür­zen“) und ähn­li­che Akti­vi­tä­ten;
* für bezahl­ba­ren Wohn­raum und gegen Zwangs­räu­mun­gen;
* anti­fa­schis­ti­schen Bewe­gun­gen, vor allem gegen „pro Köln“;
* „Umfair­tei­len!“ und ande­ren Aktio­nen nament­lich der Gewerk­schaft ver.di
* und nicht zuletzt den Warn­streiks im Frühjahr.

Die DKP ist mit eige­nen Lis­ten zu den Bezirks­ver­tre­tun­gen Innen­stadt und Kalk ange­tre­ten. Zudem haben Mit­glie­der der DKP im Rah­men der neu­ge­grün­de­ten „Mül­hei­mer Bür­ger­liste“ für die dor­tige Bezirks­ver­tre­tung kan­di­diert. Mit unse­ren Akti­vi­tä­ten und unse­rer Prä­senz in ver­schie­de­nen Wohn­ge­bie­ten haben wir einen Bei­trag zur poli­ti­schen Links­ent­wick­lung in unse­rer Stadt geleis­tet. Unsere Klein­zei­tun­gen, Flug­blatt­ver­tei­lun­gen, Pla­kate und Info­stände, ver­bun­den mit der rich­ti­gen kom­mu­nal­po­li­ti­schen Schwer­punkt­set­zung („Mie­ten run­ter! Wohn­raum schaf­fen!“) haben Wir­kung gezeigt. Unsere Stim­men haben wir über­wie­gend dort gesam­melt, wo wir vor Ort aktiv waren. Dabei ist unser eige­nes Abschnei­den als DKP in der Innen­stadt (112 Stim­men) und Kalk (57 Stim­men) zwei­fel­los unbe­frie­di­gend. Die „Mül­hei­mer Bür­ger­liste“, in der Mit­glie­der der DKP sehr enga­giert sind, wer­tet ihr erst­ma­li­ges Abschnei­den (492 Stim­men = 1,1 %) als Erfolg, der zum Wei­ter­ma­chen ermutigt.

Indes­sen sind die rea­len Stim­men für die DKP nicht das ein­zige mess­bare Indiz für die Wir­kung unse­rer Arbeit. Denn wir kan­di­die­ren nicht als Selbst­zweck. Unsere Wahl­po­li­tik ist Teil einer Stra­te­gie, die wei­ter­rei­chende Ziele ver­folgt. Im aktu­el­len Par­tei­pro­gramm der DKP heißt es dazu im Kapi­tel „Unser Weg zum Sozia­lis­mus“: „Heute geht es zunächst um die Ver­tei­di­gung der im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Grund­rechte, um die Ver­tei­di­gung sozia­ler und demo­kra­ti­scher Errun­gen­schaf­ten gegen die neo­li­be­rale Kahl­schlag­po­li­tik von Kabi­nett und Kapi­tal, um die Wie­der­her­stel­lung und die Bewah­rung der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen gegen ihre Bedro­hung durch das unge­zü­gelte Pro­fit­stre­ben, um die Ver­tei­di­gung des Frie­dens gegen die Kriegs­po­li­tik des US-Impe­ria­lis­mus und gegen die Groß­macht­po­li­tik des deut­schen und EU-Impe­ria­lis­mus.
Unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen wer­den Abwehr­kämpfe im Zen­trum einer gan­zen Kampf­etappe ste­hen. Schon in die­sen Aus­ein­an­der­set­zun­gen wird es nur dann wirk­li­che Erfolge geben, wenn ein qua­li­ta­tiv neues Niveau bei der Mobi­li­sie­rung der Arbei­ter und Ange­stell­ten in den Betrie­ben und Ver­wal­tun­gen, der Erwerbs­lo­sen, der Rent­ner, aller von der Demon­tage sozia­ler und demo­kra­ti­scher Errun­gen­schaf­ten Betrof­fe­nen, wenn ein neuer Auf­schwung der Frie­dens­be­we­gung und ande­rer demo­kra­ti­scher Bewe­gun­gen erreicht wer­den kann. Zugleich kön­nen und müs­sen in den Kämp­fen um die Ver­tei­di­gung des Erreich­ten Kräfte gesam­melt wer­den für fort­schritt­li­che Refor­men, für eine Wende zu demo­kra­ti­schem und sozia­lem Fortschritt.“

Es geht uns als DKP Köln also um Mobi­li­sie­rung und Stär­kung der außer­par­la­men­ta­ri­schen Bewe­gun­gen in unse­rer Stadt. Daran hat­ten wir im Rah­men der Kom­mu­nal­wahl kei­nen gerin­gen Anteil. Unsere begrenz­ten Kräfte sind rich­tig ein­ge­setzt wor­den, wir haben im Wahl­kampf auch an Aus­strah­lung gewon­nen. Das sollte uns ermu­ti­gen, wei­ter­hin auf die Straße zu gehen und uns als DKP und in Bünd­nis­sen einzusetzen 

* gegen Zwangs­räu­mun­gen und für bezahl­ba­ren Wohn­raum;
* gegen städ­ti­sche Kür­zun­gen in der Kin­der- und Jugend­po­li­tik und den ande­ren sozia­len und kul­tu­rel­len Berei­chen;
* gegen Kriegs­po­li­tik und gegen die Ver­harm­lo­sung des Faschismus.

Stär­ken wir die DKP, um noch bes­ser, noch mas­si­ver in die gesell­schafts­po­li­ti­schen Kämpfe und Aus­ein­an­der­set­zun­gen ein­grei­fen zu können.

DEUT­SCHE KOM­MU­NIS­TI­SCHE PAR­TEI
Kreis­vor­stand Köln

10. Juli 2014