Sinti und Roma

Drei Gedenktafeln im Park.

16. Mai – Schick­sals­tag der Köl­ner Sinti und Roma

In den Jah­ren 1940 und 1944 erreichte die ras­sis­ti­sche Ver­nich­tungs­wut der Nazis gegen die »Zigeu­ner« mit der Depor­ta­tion und vier Jahre spä­ter mit ihrer Ermor­dung in der Nacht vom 2. auf den 3. August ihren Höhe­punkt. Am 16. Mai 1940 wur­den Ein­tau­send von ihnen von Köl­ner Poli­zei und städ­ti­schen Bediens­te­ten zusam­men­ge­trie­ben und mit der Reichs­bahn in die Ghet­tos und Lager Polens depor­tiert. Am 16. Mai 1944 gelang es den Inhaf­tier­ten noch, den ers­ten Ver­such, sie in die Gas­kam­mern zu trei­ben, durch ihre Ent­schlos­sen­heit zum Wider­stand zu ver­hin­dern. Sie woll­ten nicht kampf­los in den Tod gehen.

Am 16. Mai 1990 sorgte der Rom e.V. zusam­men mit dem Künst­ler Gun­ter Dem­nig mit der Aktion »Ein Strich durch Ver­ges­sen« und dann durch die Aktion »Stol­per­steine« dafür, dass die Erin­ne­rung an diese Köl­ner Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger nicht län­ger igno­riert wer­den kann. Am 16. Mai 2015 nun geden­ken wir gemein­sam am Ort des von der Stadt Köln 1935 ein­ge­rich­te­ten Inter­nie­rungs­la­gers für Köl­ner Sinti und Roma auch an ihren Wider­stand. Sowe­nig wie damals wol­len die Roma und Sinti auch heute Opfer sein: – aus­ge­schlos­sen vom Men­schen­recht auf men­schen­wür­dige Woh­nung, wie dies bei einer Fort­dauer der ent­mün­di­gen­den Heim­un­ter­brin­gung der Fall wäre, – aus­ge­schlos­sen vom Men­schen­recht auf glei­che und inklu­sive Bil­dung, wie dies mit der mas­sen­haf­ten Über­wei­sung auf Son­der­schu­len der Fall ist, – aus­ge­schlos­sen vom Men­schen­recht auf Arbeit, wie dies bei der man­gel­haf­ten beruf­li­chen För­de­rung und durch Arbeits­ver­bote noch weit­ge­hend der Fall ist, – aus­ge­schlos­sen vom Men­schen­recht auf lega­len Auf­ent­halt, wie dies bei der bru­ta­len Poli­tik der Abschie­bung durch Bund, Land und Stadt der Fall ist, – aus­ge­schlos­sen vom Men­schen­recht auf ein Leben in Sicher­heit, Frie­den und Glück, das durch die Nach­sich­tig­keit und Untä­tig­keit der Behör­den gegen­über rechts­ra­di­ka­ler Hetze und gegen­über ras­sis­ti­schen Angrif­fen auf Heime und Men­schen immer wie­der in Frage gestellt ist. [mehr in pdf-Datei]

 Quelle: »nevipe«, Son­der­aus­gabe 2015
Foto: Hauke Bruhns | Wiki­pe­dia
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Nevipe ist Roma­nes und heißt: Neu­heit, Neuigkeit.