Schluss­fol­ge­run­gen aus den Kom­mu­nal­wah­len in Hessen

Schluss­fol­ge­run­gen aus den Kom­mu­nal­wah­len in Hes­sen am 6. März, den Land­tags­wah­len in Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen-Anhalt am 13. März mit beson­de­rer Beach­tung der Ergeb­nisse für die AfD

Es dau­ert nicht mehr lange. Am 14. Mai 2017 wird ein neuer Land­tag in Nord­rhein-West­fa­len gewählt. Und in der Tat müs­sen wir uns Sor­gen machen.
Was ist zu erwar­ten? Am Frei­tag ver­gan­ge­ner Woche waren in der Presse über den ARD-Deutsch­land-Trend die fol­gen­den Daten zu lesen: Die SPD ist auf 21 Pro­zent abge­rutscht, das sind zwei Punkte weni­ger als im März. Auch die Union ver­liert zwei Punkte und kommt auf 34 Pro­zent. Die Grü­nen legen deutsch­land­weit auf 13 Pro­zent zu (plus 3). Die Linke erreicht 7 Pro­zent (minus 2), die FDP eben­falls 7 (plus 1). Die AfD kommt auf 14 Punkte (plus 3 Pro­zent).
Diese düs­tere Aus­sicht wird durch die Ergeb­nisse der hes­si­schen Kom­mu­nal­wah­len am 6. März und die drei Land­tags­wah­len eine Woche spä­ter nicht heller.

An den Kom­mu­nal­wah­len in Hes­sen betei­lig­ten sich mit 48% etwas mehr (47,7%) Wahl­be­rech­tigte als fünf Jahre vor­her. Auf die CDU fie­len mit 28,9% etwa fünf Pro­zent weni­ger, die SPD bekam mit 28,5 drei Pro­zent weni­ger als vor­her. Die Grü­nen ver­lo­ren sogar sie­ben Pro­zent, nach­dem im März 2011 Fuku­shima von einem Tsu­nami über­rollt wor­den war, sie konn­ten noch 11,5% der Stim­men auf sich zie­hen. Die Links­par­tei gewann gering­fü­gig, ihr Ergeb­nis stieg von 2,7% auf 3,5%, Bür­ger­li­che freie Wäh­ler­grup­pen ver­lo­ren etwas (104.920, vor­her 117.500). Linke Lis­ten, dar­un­ter sol­che der DKP, ver­dop­pel­ten ihr Ergeb­nis (21.015, vor­her 11.634). Nur ein Bei­spiel. Die DKP/Linke Liste in Mör­fel­den-Wall­dorf (33.200 Ein­woh­ner), wo wir seit Jahr­zehn­ten im Stadt­rat sind, ver­bes­serte sich von 8,7 % auf 13,8 %, erhält 6 statt bis­her 4 Man­date.
Die AfD, die fast über­all ange­tre­ten war, konnte 257.095 (=11,9%) Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler mobi­li­sie­ren. Wo die AfD nicht antrat, – und man muss Abspra­chen ver­mu­ten – gab es auch schon mal üble Ergeb­nisse. Die NPD kam in Wetz­lar auf 7,8%, in der Klein­stadt Büdin­gen nörd­lich von Frank­furt auf 10,2%.
Von den ins­ge­samt 1.920 (2011: 1.930) hes­si­schen Stadt­ver­ord­ne­ten sind 554 (vor­her 650; ein Minus von 96) von der CDU, eben­falls 554 (vor­her 614; ein Minus von 60) von der SPD. 217 Stadt­ver­ord­nete (vor­her 348; minus 131) zäh­len zu den Grü­nen. Die AfD erhielt 223 Sitze. Die Links­par­tei konnte 68 Sitze errin­gen (vor­her 52), also 16 mehr. Die FDP gewann 44 Sitze dazu, sie hat jetzt 120, vor­her 76. Die Pira­ten kamen von 23 auf 13, die REPs von 13 auf 4, die NPD von 6 auf 5. Die Wäh­ler­grup­pen fie­len von 145 auf 115, dar­un­ter die Freien Wäh­ler von 114 auf 93. Die Lin­ken Lis­ten unter die­sen Wäh­ler­grup­pen konn­ten Gewinne ver­bu­chen – sie kamen von vor­her 13 auf 20 Sitze. Kurz gesagt: Die AfD hat sich in den hes­si­schen Städ­ten und Gemein­den eta­blie­ren kön­nen zu Las­ten von CDU, SPD und Grünen.

Drei Land­tags­wah­len am 13. März 2016
Im März 2011, als in Sach­sen-Anhalt der letzte Land­tag gewählt wor­den ist, waren dort noch fast 2 Mio Men­schen wahl­be­rech­tigt. Diese Zahl ist um 5,5% gesun­ken, um 110 000 Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler. Die Wahl­be­tei­li­gung ist aber um 9,9 % auf 61,1% (2011: 51,2%, 2006: 44,4%) gestie­gen (um 130 000 Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler). So kommt es, daß die Zustim­mungs­quote (2016: 29,8%, 2011: 32,5%, 2006: 36,2%) für die CDU trotz höhe­rer abso­lu­ter Stim­men­zahl (11.112 mehr als 2011) gesun­ken ist. Sie hätte 30.000 Stim­men mehr benö­tigt, um die Quote zu hal­ten. Die PDL hat 52.000 Stim­men ver­lo­ren, die SPD 94.000, die Grü­nen 12.700 und die NPD 25.000 (vor­her 46.000). 272.000 (=24,2%) der Zweit­stim­men hat die AfD auf sich zie­hen kön­nen. Die Hälfte davon geht offen­bar auf das Konto von vor­ma­li­gen Nichtwählern.

Auch in Baden-Würt­tem­berg ist die Wahl­be­tei­li­gung gestie­gen. Von 66,3% auf 70,4%. Die AfD hat aus dem Stand 809.311 Stim­men (=15,1%) erhal­ten. Viele vor­ma­lige Nicht­wäh­ler haben ihr das Ver­trauen gege­ben, Ver­luste von REPs und NPD sind eben­falls auf ihr Konto gegan­gen. Aber vor allem von CDU und SPD, die jeweils eine halbe Mil­lion Stim­men ver­lo­ren, sind Wäh­ler zur AfD gegan­gen. Grüne haben mehr als 400 000, die FDP hat fast 200 000 Stim­men gewon­nen. Die PDL blieb sta­bil, gewann leicht: sie bekam 156.211 Stim­men (= 2,9%), vor­her 139.700 (=2,8%), Gewinn 16.511 (= plus 0,1%).

In Rhein­land-Pfalz ist die Wahl­be­tei­li­gung eben­falls signi­fi­kant, von 61,8% auf 70,4%, gestie­gen. Die SPD hat abso­lut und rela­tiv gewon­nen. Die CDU nur abso­lut. Erheb­lich ver­lo­ren haben die Grü­nen. 175 000 Stim­men weni­ger bewirk­ten einen Ver­lust von über 10% (von 15,4% auf 5,3%). Die PDL hat leicht gewon­nen, aller­dings reichte der Gewinn an abso­lu­ten Stim­men nicht, den rela­ti­ven Ver­lust zu kom­pen­sie­ren (60.074 = 2,8% im Ver­hält­nis zu 2011 mit 56.054 = 3,0%). Die AfD kam aus dem Stand auf 12,6% der Stim­men. Diese Stim­men­menge ist etwas grö­ßer als der Zuge­winn durch die höhere Wahl­be­tei­li­gung, schät­zungs­weise die Hälfte davon ging an die AfD.

Abge­se­hen davon, daß uns ins­be­son­dere die hes­si­schen Ergeb­nisse zei­gen, daß links mehr mög­lich ist, wird bei aller Unter­schied­lich­keit, die auf die Labi­li­tät des bis­he­ri­gen Par­tei­en­sys­tems, womög­lich auch auf lan­des­ty­pi­sche Unter­schiede oder Per­sön­lich­keits­ef­fekte ver­weist, ein gemein­sa­mer Trend nach rechts deut­lich. Die AfD mobi­li­siert Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler, die bis­her auf die Stimm­ab­gabe ver­zich­tet haben. Wahl­ver­zicht indes ist bis dahin ein Merk­mal in sol­chen Stadt­vier­teln und Gegen­den gewe­sen, die durch einen hohen Anteil von pre­kär Beschäf­tig­ten und Hartz IV-Bezie­hern mar­kiert sind. Die Armut wählt rechts.

Liebe Genos­sin­nen und Genos­sen,
Gegen­wär­tig erle­ben wir, was in den Nach­bar­län­dern schon üblich ist. Exrem Rechte und Rechts­po­pu­lis­ten haben dort mitt­ler­weile Zustim­mungs­ra­ten in der Grö­ßen­ord­nung von 15 bis 30%.
Nun, die Rechts­ent­wick­lung ist nicht vom Him­mel gefallen.

Die Jahre 1997 und 1998 wur­den von einer euro­pa­wei­ten Bewe­gung gegen Arbeits­lo­sig­keit geprägt. In Frank­reich kam im Juli 1997 eine Regie­rung mit kom­mu­nis­ti­scher Betei­li­gung zustande, auf deren Agenda die 35-Stun­den­wo­che stand. Ein Höhe­punkt der Bewe­gung gegen Arbeits­lo­sig­keit war der Abschluss der Euro­mär­sche am 14. Juni 1997 anläß­lich der Euro-Kon­fe­renz in Ams­ter­dam, als die EU ihre soge­nannte Beschäf­ti­gungs­po­li­tik nor­mierte. Über­all in der Bun­des­re­pu­blik wirk­ten Grup­pen von Arbeits­lo­sen. IG Metall und andere Gewerk­schaf­ten fass­ten akti­ons­ori­en­tierte Beschlüsse gegen die Arbeits­lo­sig­keit. In Düs­sel­dorf orga­ni­sierte die Arbeits­lo­sen­in­itia­tive mit Beginn des Jah­res 1998 ein­mal im Monat eine Aktion vor dem Arbeits­amt, häu­fig ver­bun­den mit Demons­tra­tio­nen. Die Arbeits­lo­sen selbst unter­schätz­ten schon mal wegen man­geln­der Betei­li­gung der Betrof­fe­nen die Durch­schlags­kraft die­ser Akti­vi­tä­ten. Aber diese und die Akti­vi­tä­ten in ande­ren Städ­ten, bun­des­weit ver­netzt und mit bun­des­wei­ten Aktio­nen ergänzt, sorg­ten dafür, daß das Thema über das ganze Jahr 1998 hin akut blieb.

In der Folge wurde die Regie­rung Kohl abge­löst. In sei­ner ers­ten Regie­rungs­er­klä­rung am 10. Novem­ber 1998 sagte der neue Bun­des­kanz­ler Schrö­der: „Erst­mals in der Geschichte der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land haben die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler durch ihr unmit­tel­ba­res Votum einen Regie­rungs­wech­sel her­bei­ge­führt. Sie haben Sozi­al­de­mo­kra­ten und Bünd­nis 90/Die Grü­nen beauf­tragt, Deutsch­land in das nächste Jahr­tau­send zu füh­ren. Die­ser Wech­sel ist Aus­druck demo­kra­ti­scher Nor­ma­li­tät und Aus­druck eines gewach­se­nen demo­kra­ti­schen Selbst­be­wußt­seins. Ich denke, meine sehr ver­ehr­ten Damen und Her­ren, wir kön­nen alle stolz dar­auf sein, daß die Men­schen in Deutsch­land rechts­ra­di­ka­len und frem­den­feind­li­chen Ten­den­zen eine deut­li­che Abfuhr erteilt haben.“ „Die Bun­des­re­gie­rung ist sich völ­lig im kla­ren dar­über, daß sie ihre Wahl wesent­lich der Erwar­tung ver­dankt, die Arbeits­lo­sig­keit wirk­sam zurück­drän­gen zu kön­nen. Genau die­ser Her­aus­for­de­rung wer­den wir uns stel­len.“
Ich teile diese Ein­schät­zung. Tat­säch­lich hatte das Thema Arbeits­lo­sig­keit den Wahl­kampf beherrscht. Nach Anga­ben der For­schungs­gruppe Wah­len wurde es über das gesamte Jahr 1998 als wich­tigs­tes Thema genannt, immer­hin sag­ten das zwi­schen 83 und 91 % der Deut­schen. Das Thema Asyl/Ausländer kam in die­sen Umfra­gen nur auf 8 bis 16%.
Auf wel­che Weise die Regie­rung sich der Her­aus­for­de­rung Arbeits­lo­sig­keit aber stel­len wollte, teilte Bodo Hom­bach, kaum war er Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes, wenige Tage nach der Wahl dem SPIE­GEL mit. Er wollte den „Abschied vom Sozi­al­staat alten Typs“, erkannte die „geringe Erwerbs­nei­gung“ von Arbeits­lo­sen und fol­gerte, dass sozi­al­staat­li­che Trans­fer­leis­tun­gen die Pha­sen der Erwerbs­lo­sig­keit ver­län­gern, weil sie die Sub­ven­ti­ons­men­ta­li­tät ver­fes­ti­gen. „Der Sozi­al­staat, bis­her als Netz ver­stan­den, muß künf­tig als Tram­po­lin wir­ken – als eine Absprungs­mög­lich­keit in den regu­lä­ren Arbeits­markt.» Das Bild vom Tram­po­lin wurde spä­ter von Schrö­der übernommen.

Aber zunächst bean­spruch­ten andere Anreize die Auf­merk­sam­keit der rot­grü­nen Regie­rung.
Im März 1999 trat Lafon­taine als Finanz­mi­nis­ter zurück. Sei­nen Pos­ten über­nahm Eichel. Der benö­tigte auch einen neuen Staats­se­kre­tär. Dafür stand Heri­bert Zit­zels­ber­ger (1939–2003) zur Ver­fü­gung. Zit­zels­ber­ger war bis dahin im Bayer-Vor­stand für die Bilan­zen zustän­dig. Der Wech­sel ins Finanz­mi­nis­te­rium bedeu­tete für ihn einen sozia­len Abstieg, möchte man mei­nen. Das Opfer scheint ihm aber erträg­lich gemacht wor­den zu sein. Man­fred Schnei­der, Vor­stands­vor­sit­zen­der von Bayer, sagte wenig spä­ter, am 30. April 1999, auf der Aktio­närs­ver­samm­lung von Bayer: „Wir sand­ten unse­ren bes­ten Mann mit Instruk­tio­nen, so dass nun nichts mehr schief gehen sollte.“
Zit­zels­ber­ger hatte in sei­ner Zeit bei Bayer noch die Muße, sich wis­sen­schaft­lich aus­zu­zeich­nen und seine Habi­li­ta­ti­ons­schrift fer­tig zu stel­len. Ihr Thema ist die Theo­rie der Gewer­be­steuer. Viel­leicht wür­den wir nach der Lek­türe wis­sen, warum Bayer weder in Lever­ku­sen noch in den ande­ren Stand­or­ten in NRW Gewer­be­steuer zahlt – außer in Mon­heim. Als Finanz­staats­se­kre­tär sorgte Steu­er­fach­mann Zit­zels­ber­ger bald schon für Über­ra­schun­gen. Kurz vor Weih­nach­ten ging Eichel mit dem Vor­schlag in die Öffent­lich­keit, Ver­äu­ße­rungs­ge­winne bei Akti­en­ver­käu­fen künf­tig nicht mehr zu besteu­ern. So kam es.
Zit­zels­ber­gers Hand­schrift trägt auch das Steu­er­min­de­rungs­ge­setz, das am 1. Januar 2001 in Kraft trat, wonach die Kör­per­schaft­steuer von 30 bzw. 40 % ein­heit­lich auf 25% gesenkt wurde.
Diese Steu­er­sen­kung erbrachte den bun­des­deut­schen Groß­kon­zer­nen über 22,5 Mil­li­ar­den DM im Jahr. Es kam aber noch etwas hinzu. Denn es gal­ten vor­her unter­schied­li­che Sätze, näm­lich 40% für die ein­be­hal­te­nen, 30% für die aus­ge­schüt­te­ten Gewinne. Der Clou: Bei spä­te­rer Aus­schüt­tung vor­mals ein­be­hal­te­ner Gewinne bis zum Ende die­ses Jah­res 2001 zahlte der Fis­kus diese Dif­fe­renz zurück. Das lohnte sich. Ins­ge­samt wur­den über 15 Mrd. DM Rück­zah­lun­gen fäl­lig. Das Gesetz war übri­gens im Okto­ber 2000 damit begrün­det wor­den, daß die Steu­er­sen­kun­gen den Pro­duk­ti­ons­stand­ort Deutsch­land für aus­län­di­sche Inves­to­ren attrak­ti­ver machen und in der Folge Arbeits­plätze schaf­fen soll­ten, also im Sinne von Schrö­ders Regie­rungs­er­klä­rung Arbeits­lo­sig­keit bekämp­fen würde.
In NRW fehl­ten auf Grund der Rück­zah­lun­gen 1,6 Mrd Euro im Lan­des­haus­halt, min­des­tens 250 Mil­lio­nen gin­gen damals an Bayer, der Rest an drei wei­tere Groß­kon­zerne (Tele­kom, Voda­fone, RWE?). Damals war Stein­brück unter Wolf­gang Cle­ment Finanz­mi­nis­ter. Er kom­pen­sierte die­sen Ver­lust, in dem er just um diese Summe die Gehäl­ter und das Weih­nachts­geld der Lan­des­be­am­ten kürzte und ihre Arbeits­zeit auf 41 Wochen­stun­den ver­län­gerte. Auf der NRW-wei­ten Demons­tra­tion am 24. Sep­tem­ber 2003 rech­nete der Ver­tre­ter der Poli­zei­ge­werk­schaft GdP den 30 000 Demons­tran­ten vor, daß der Ver­lust 10% der Bezüge betrage. Aber ich greife vor, denn das war schon ein Jahr nach der Bun­des­tags­wahl vom Sep­tem­ber 2002, auf die ich gleich zu spre­chen komme.
1999, daran wird sich der eine oder andere erin­nern, kam im Juni das Schrö­der-Blair-Papier raus. Die geplante Sozi­al­ge­setz­re­form, bekannt unter dem Namen Hartz IV, wurde Thema im Wahl­kampf 2002.
Die SPD ver­lor. Die PDS-Frak­tion, vor­mals 36 Sitze, ver­schwand fast. Sie konnte gerade mal zwei Direkt­man­date errin­gen. Mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit gelang es Schrö­der noch ein­mal, zusam­men mit den Grü­nen die Regie­rung zu bil­den.
Ein hal­bes Jahr spä­ter, am 14. März 2003 kam er mit der Agenda 2010 raus. Sie war nicht Schrö­ders Erfin­dung. Die Ber­tels­mann­stif­tung hatte sie in ihren „Wirt­schafts­po­li­ti­schen For­de­rungs­ka­ta­log für die ers­ten hun­dert Tage der Regie­rung“ vor­for­mu­liert und im Wirt­schafts­ma­ga­zin Capi­tal publi­ziert. Ihr Inhalte wurde weit­ge­hend über­nom­men.
Ohne­hin haben wir es hier mit einer Vor­gabe der EU in der Folge des schon erwähn­ten Ams­ter­da­mer Gip­fels zu tun. Nach­zu­le­sen im „Amts­blatt der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten» vom 16. Juli 1998, Seite L 200/34 bis 44. Unter­ti­tel: „Nicht ver­öf­fent­li­chungs­be­dürf­tige Rechts­akte». Über­schrift: „Emp­feh­lung des Rates vom 6. Juli 1998 über die Grund­züge der Wirt­schafts­po­li­tik der Mit­glied­staa­ten und der Gemein­schaft (98/454/EG)“. Dann heißt es im Text: „Die Sozi­al­sys­teme müs­sen refor­miert wer­den, um den Anreiz zur Arbeits­auf­nahme und die Gele­gen­hei­ten wie auch die Ver­ant­wor­tung dafür zu erhö­hen sowie die Funk­ti­ons­weise des Arbeits­markts all­ge­mein zu ver­bes­sern. Dies bedeu­tet eine Umstel­lung von Sys­te­men der pas­si­ven Ein­kom­mens­si­che­rung auf Sys­teme, die Sozi­al­leis­tun­gen von einer Erwerbs­tä­tig­keit abhän­gig machen.»
Wolf­gang Cle­ment, damals noch in der SPD und Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Arbeit – mitt­ler­weile ist er selbst in der Zeit­ar­beits­bran­che tätig – hob am 1. Januar 2003, zum Zwe­cke der „Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­mark­tes“ meh­rere gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für die Zeit­ar­beit aus dem Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG) ersatz­los auf. Es han­delte sich um die Beschrän­kung der Höchst­über­las­sungs­dauer, das Befris­tungs­ver­bot, das Wie­der­ein­stel­lungs­ver­bot und das Syn­chro­ni­sa­ti­ons­ver­bot. Die Zahl der Leih­ar­bei­ter betrug Ende 1998 230.000, 2002 waren es 310.000, gegen­wär­tig ist etwa eine Mil­lion regis­triert.
Mitt­ler­weile ist die Leih­ar­beit nicht mehr die bevor­zugte Form von Lohn­kos­ten­sen­kung und Pre­ka­ri­sie­rung der Arbeit. An ihre Stelle tre­ten Werk­ver­träge, auf deren Grund­lage Fremd­fir­men außer- und unter­ta­rif­lich Arbei­ten erle­di­gen. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag fand eine zen­trale Kund­ge­bung des DGB in Mün­chen statt. Motto: „Wir las­sen uns nicht spal­ten“ – Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit – den Miss­brauch von Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­gen been­den! Die IG Metall stellt in einem aktu­el­len Flug­blatt fest, daß gegen­wär­tig in zwei von drei Betrie­ben Arbei­ten über Werk­ver­träge fremd­ver­ge­ben wer­den. In den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren hat in 22 Pro­zent der Betriebe die Anzahl der Werk­ver­träge zuge­nom­men. Den Teil­neh­mern der Kund­ge­bung geht es darum, die Blo­ckade der CSU gegen ein im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­tes Gesetz zu bre­chen. Im Koali­ti­ons­ver­trag der Gro­ßen Koali­tion wird ver­spro­chen: „Mit einem gesetz­li­chen Min­dest­lohn und all­ge­mein ver­bind­li­chen Tarif­ver­trä­gen sor­gen wir für faire Löhne. Tarif­au­to­no­mie, Tarif­ein­heit und Mit­be­stim­mung sind für uns ein hohes Gut. Den Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen und Leih­ar­beit wer­den wir ver­hin­dern.“ Und an ande­rer Stelle: „Rechts­wid­rige Ver­trags­kon­struk­tio­nen bei Werk­ver­trä­gen zulas­ten von Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern müs­sen ver­hin­dert werden.“

Man kann der Aktion nur Erfolg wün­schen. Ich bleibe indes skep­tisch, ob die SPD etwas gelernt hat.

Vor elf Jah­ren hat sie unver­dros­sen Hartz IV und die Zustim­mung des DGB durch­ge­setzt.
Das Arbeits­lo­sen­geld II ist seit dem 1. Januar 2005 Gesetz. Ent­schei­dend ist nicht mehr, was in die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ein­ge­zahlt wor­den ist, son­dern die Bedürf­tig­keit. Das hat die Arbei­ter­klasse der SPD bis heute nicht ver­zie­hen. Schon bei den NRW-Kom­mu­nal­wah­len im Sep­tem­ber 2004 wurde die SPD abge­straft. Viele SPD-Wäh­ler gin­gen nicht zur Wahl. Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei 54,4%, die SPD bekam noch 2 357 022 Stim­men = 31,7%. 1999 waren es noch 35,7% gewe­sen. Ein hal­bes Jahr spä­ter, am 22. Mai 2005, ver­lor die SPD bei der Land­tags­wahl fast 6 Pro­zent mit der Folge, daß sie nach 39 Jah­ren aus der NRW-Regie­rung flog. 1966 hatte Heinz Kühn mit­tels FDP erst­ma­lig eine SPD-geführte Regie­rung in NRW bil­den kön­nen. Jetzt über­nahm Rütt­gers das Amt des Minis­ter­prä­si­den­ten einer CDU/FDP-Regie­rung. Diese Wahl­nie­der­lage führte dazu, daß Schrö­der im Bun­des­tag die Ver­trau­ens­frage stellte. Der Bun­des­tag wurde am 21. Juli auf­ge­löst. Neu­wah­len erfolg­ten am 18. Sep­tem­ber 2005. Schrö­der wollte am Wahl­abend seine Nie­der­lage nicht wahr­ha­ben. Es kam ohne ihn zur gro­ßen Koali­tion. Schrö­der ging zu Gazprom.

Einen Tag vor der erwähn­ten Ver­trau­ens­frage wurde in der WELT ein „Ham­bur­ger Appell“ ver­öf­fent­licht (30. Juni 2005). Es han­delte sich um eine Reak­tion auf Äuße­run­gen aus der Bun­des­re­gie­rung. Sie hatte Lohn­er­hö­hun­gen vor­ge­schla­gen, um die gesamt­wirt­schaft­li­che Nach­frage zu stei­gern. Gegen den Vor­schlag pos­tu­lier­ten mit dem „Ham­bur­ger Appell“ 253 neo­li­be­rale Öko­no­mie-Pro­fes­so­ren: (wört­lich!) „dass eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­markt­lage nur durch nied­ri­gere Ent­loh­nung der ohne­hin schon Gering­ver­die­nen­den, also durch eine ver­stärkte Lohn­sprei­zung, mög­lich sein wird. Eine Abfe­de­rung die­ser Ent­wick­lung ist durch ver­län­gerte Arbeits­zei­ten, ver­min­der­ten Urlaubs­an­spruch oder höhere Leis­tungs­be­reit­schaft mög­lich.“ Den Appell hatte Prof. Dr. Bernd Lucke zusam­men mit Michael Funke und Tho­mas Straub­haar initi­iert. Die Kos­ten für die Anzeige trug die Initia­tive Neue Soziale Markt­wirt­schaft, bekannt­lich eine Lobby-Orga­ni­sa­tion der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie. Wir erin­nern uns ihrer Kam­pa­gne „Auch du bist Deutsch­land“ aus dem Jahre 2006. Allein­ge­sell­schaf­ter der INSM GmbH, zustän­dig für das ope­ra­tive Geschäft, ist das Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft. Die genann­ten Öko­no­men, ebenso wie Alex­an­der Dil­ger (spä­ter zeit­wei­lig AfD-Lan­des­spre­cher NRW), Jörn Kruse (Lan­des­spre­cher Ham­burg), Joa­chim Star­batty, Roland Vau­bel, Dirk Meyer gehör­ten im Jahr 2013 zur ers­ten Gar­ni­tur der AfD. Zusam­men mit Helga Lucken­bach bil­de­ten sie den wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat der Par­tei. Hans-Olaf Hen­kel, von 1995 bis 2000 Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Indus­trie (BDI), bis 2013 Mit­glied der Auf­sichts­räte der Bayer AG, Con­ti­nen­tal AG, Daim­ler Luft- und Raum­fahrt AG, SMS GmbH (Düs­sel­dorf), dem Schwei­zer Medi­en­un­ter­neh­men Rin­gier AG und Heliad Equity Part­ners (Frankfurt/Zürich), wirkte zunächst im Hin­ter­grund bei der Grün­dung der AfD, sorgte für Geld, trat dann aber im April 2015, er war unter­des­sen stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der, zurück und nach der Wahl von Frauke Petry zur Par­tei­vor­sit­zen­den aus der AfD aus. Mit Bernd Lucke grün­dete er die Alli­anz für Fort­schritt und Auf­bruch (ALFA). Im ver­gan­ge­nen Novem­ber war von ihm zu hören: „Wir haben ein rich­ti­ges Mons­ter erschaf­fen“. Die AfD sei eine Art NPD-light, viel­leicht sogar iden­tisch mit der NPD.

Aber dazu spä­ter. Zunächst möchte ich in der Chro­no­lo­gie fort­fah­ren.
Die Ergeb­nisse der nord­rhein-west­fä­li­schen Kom­mu­nal­wah­len am 30. August 2009 bestärk­ten den Trend gegen die SPD. Bei einer Wahl­be­tei­li­gung von 52,4 %, depo­nier­ten 2 137 000 Wäh­ler ihre Ver­trauen bei ihr, das sind 29,4%. Die SPD ver­lor an Pro­zen­ten 2,3, aber die CDU sogar 4,8 %. Es gewan­nen Grüne 1,6 %, FDP 2,4 % und Linke sogar 3%, von 1,4% auf 4,4%. Rechte blie­ben alle­samt unter 1%.
Im Ergeb­nis der Bun­des­tags­wah­len vom Sep­tem­ber 2009 wurde der Absturz der SPD ekla­tant. Die SPD hatte mehr als die Hälfte der Wäh­ler (Zweit­stim­men 1998: 20.181.269; 2009: 9.990.488) ver­lo­ren. Die Wahl­be­tei­li­gung war von 1998 auf 2009 von 82,2% auf 70,8% gesun­ken.
In abso­lu­ten Zah­len: von 50 Mio auf 44 Mio. Die SPD hatte mehr als 10 Mio Wäh­ler ver­lo­ren.
Es folg­ten am 9. Mai 2010 die Land­tags­wah­len. Mit 59,3% war die Wahl­be­tei­li­gung die zweit­nied­rigste seit der Land­tags­wahl 2000. Es ver­lo­ren CDU und SPD. Die CDU mehr als 10 %; sie wurde mit 34,6 Pro­zent knapp stärkste Par­tei vor der SPD, die bei Ver­lus­ten von 2,6 Pro­zent­punk­ten auf 34,5 Pro­zent kam. Für die CDU war es das bis dahin schlech­teste Ergeb­nis bei einer nord­rhein-west­fä­li­schen Land­tags­wahl; die SPD schnitt so schlecht ab wie seit 1954 nicht mehr. Die Grü­nen ver­dop­pel­ten ihre Stim­men, sie erziel­ten 12,1 %, FDP 6,7 %, Die Linke zog mit 5,6 % und 11 Abge­ord­ne­ten erst­mals in den Land­tag ein. Es folgte für zwei Jahre eine von der Lin­ken gedul­dete SPD-Grü­nen Koali­tion. Das änderte sich 2012, als SPD und Grüne die Gunst der Stunde und schlechte Umfra­ge­er­geb­nisse für die PDL nutz­ten und nach Auf­lö­sung des Land­tags und fol­gen­den Neu­wah­len die Regie­rung stel­len konn­ten, ohne auf andere ange­wie­sen zu sein. Die PDL ver­lor und kam nicht wie­der in den Land­tag.
Das war im Mai 2012.

Im Februar hat­ten die Wohl­fahrts­ver­bände vor­ge­rech­net, daß im Ruhr­ge­biet jeder Fünfte arm ist. In Dort­mund fal­len nach ihrer Berech­nung 21,4% unter die Armuts­grenze, in Düs­sel­dorf 16,3%, in Köln 17,5%. Auch hier wächst sie rapide, in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren um ein Drit­tel.
Es gibt gegen­wär­tig noch kein ein­klag­ba­res Recht auf Nah­rung, das sich auf die Men­schen­rechts­kon­ven­tion beru­fen könnte. Denn die sozia­len Men­schen­rechte har­ren noch der Über­nahme durch die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­tion. Aber es gibt mitt­ler­weile 919 Tafeln in Deutsch­land, in denen 60 000 Hel­fer in annä­hernd 3000 Aus­ga­be­stel­len regel­mä­ßig mehr als 1,5 Mil­lio­nen bedürf­tige Per­so­nen mit Lebens­mit­teln ver­sor­gen – knapp ein Drit­tel davon waren im ver­gan­ge­nen Jahr Kin­der und Jugend­li­che. Auf­fäl­lig ist die Ent­wick­lung der Zah­len bei den Rent­nern. Die Menge der Rent­ner, die die Tafeln in Anspruch nimmt, hat sich inner­halb weni­ger Jahre mehr als ver­dop­pelt. Wäh­rend im Jahr 2007 etwa 12 Pro­zent der Tafel-Kun­den im nach­er­werbs­tä­ti­gen Alter waren, ist ihre Zahl laut aktu­el­ler Tafel-Umfrage auf knapp 24 Pro­zent ange­stie­gen. Sie hat sich verdoppelt.

Kürz­lich habe ich hier im Kreis­vor­stand dar­ge­legt, dass es die Ärms­ten sind, die am meis­ten benach­tei­lig­ten Teile der Bevöl­ke­rung in den Städ­ten und Gemein­den, die mit­tels der Kür­zung soge­nann­ter frei­wil­li­ger Leis­tun­gen, zu denen Sozia­les und Kul­tur zäh­len, zur Kasse gebe­ten wer­den. Und sie zah­len für die Kür­zun­gen mit­tels wach­sen­der Miet­ne­ben­kos­ten wie Müll, Gas und Strom. Am 29. März lief auf Arte der Film „Die große Strom­lüge“ (Regie: Cécile Allé­gra und Patrick Dedole, 90 Min, 2016). In den Jah­ren 2006 bis 2013 hat sich der Strom in Europa um durch­schnitt­lich 42 Pro­zent ver­teu­ert. Im Film wird Ener­gie­ar­mut regis­triert und mit­ge­teilt, dass 2014/15 in Europa etwa 40 000 Win­ter­tote zu bekla­gen waren. Sie star­ben, weil sie ihre Strom­rech­nun­gen nicht mehr bezah­len konn­ten.
Die Ärms­ten zah­len für die Kür­zun­gen aber auch mit­tels stei­gen­der Preise bei Bahn und Bus und ande­ren kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen, und falls durch den Finanz­druck kom­mu­nale Betriebe zur Pri­va­ti­sie­rung ver­an­laßt wur­den, zusätz­lich für die fäl­li­gen Gewinne der pri­va­ten Eigentümer.

Liebe Genos­sin­nen und Genos­sen,
der Angriff auf die sozia­len Errun­gen­schaf­ten hat sich ver­schärft und wird gegen­wär­tig beglei­tet durch die zuneh­mende Rechts­ent­wick­lung, die auf auto­ri­täre Herr­schafts­for­men, wenn nicht gar auf Faschis­mus hin­aus­läuft. Wir müs­sen aber den Kampfe gegen Rechts beglei­ten mit einer Bele­bung des Kamp­fes um soziale Recht.
Seit der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rechte vom 10. Dezem­ber 1948 gilt die Arbeit als Men­schen­recht. Nor­miert ist das in Arti­kel 23. Aber wie alle ande­ren sozia­len Men­schen­rechte (Arti­kel 22 bis 26) fehlt es in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­tion, der die Bun­des­re­pu­blik 1953 bei­getre­ten ist. Die sozia­len Men­schen­rechte sind folg­lich noch nicht inner­staat­li­ches Recht.
Es han­delt sich nament­lich um:
das Recht auf soziale Sicher­heit,
Recht auf Arbeit, auf freie Berufs­wahl, auf gerechte und befrie­di­gende Arbeits­be­din­gun­gen sowie auf Schutz vor Arbeits­lo­sig­keit
das Recht auf glei­chen Lohn für glei­che Arbeit
das Recht auf Nah­rung, Klei­dung, Woh­nung, ärzt­li­che Ver­sor­gung
das Recht auf Bildung.

Die wach­sende Armut auch in Köln, ebenso wie die Lage der Flücht­linge stößt uns drauf. Die Kri­sen­si­tua­tion setzt den Kampf um die Befrie­di­gung der ele­men­tars­ten Lebens­be­dürf­nisse auf die Tages­ord­nung. Hier bie­tet sich größte Chance, die Men­schen gegen die Wid­rig­kei­ten eines Wirt­schafts­sys­tems, das allein dem Pro­fit dient, zu einen. Es geht um bezahl­bare Woh­nun­gen, um Bil­dung, um Nah­rung, um Men­schen­würde, nicht zuletzt durch Arbeit – alles das kann der Kapi­ta­lis­mus nicht mehr garan­tie­ren.
Der Kampf um soziale Rechte wird beglei­tet vom Kampf um demo­kra­ti­sche Rechte. Wie in den Jah­ren 1997 und 1998 ist eine Bewe­gung nötig, die soziale Rechte einfordert.