Erklä­rung zur Poli­zei­ge­walt gegen die Demons­tra­tion von Rhein­me­tall Ent­waff­nen und des Köl­ner Frie­dens­fo­rums zum Anti­kriegs­tag 2025

Rache­akt der Militaristen

Die Deut­sche Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei ver­ur­teilt die bru­tale Poli­zei­ge­walt gegen die Demons­tra­tion, die das Bünd­nis Rhein­me­tall Ent­waff­nen zusam­men mit dem Köl­ner Frie­dens­fo­rum orga­ni­siert hat. Von Beginn an suchte die Poli­zei nach Grün­den, um das Demons­tra­ti­ons­ge­sche­hen zu eska­lie­ren. Weil ihnen der Beklei­dungs­stil ein­zel­ner Teil­neh­mer und das Mate­rial man­cher Fah­nen­stan­gen nicht passte, wurde die Demons­tra­tion um bei­nahe eine Stunde verzögert.

Aus­ge­rech­net am Tag der „Köl­ner Lich­ter“, der mit einem gigan­ti­schen Feu­er­werk began­gen wird, wurde spä­ter das Abbren­nen von zwei pyro­tech­ni­schen Ele­men­ten zum Vor­wand genom­men, um die Ver­samm­lungs­frei­heit von 3.000 Men­schen aus­zu­set­zen. Die DKP pro­tes­tiert scharf gegen das Fest­set­zen der Demons­tra­tion und ihre anschlie­ßende Auf­lö­sung. Bei­des war offen­kun­dig von lan­ger Hand geplant: 1.600 Ein­satz­kräfte, Was­ser­wer­fer und Räum­fahr­zeug stan­den bereit.

Schon vor der gewalt­sa­men Auf­lö­sung der Demons­tra­tion am Sams­tag hatte die Poli­zei ver­sucht, ein Pro­test­camp von Rhein­me­tall Ent­waff­nen in Köln zu ver­bie­ten. Aus der Ver­bots­ver­fü­gung ging her­vor, dass ein „Prä­ze­denz­fall für Camps mit links­ge­rich­te­ten The­men, wie Kli­ma­ak­ti­vis­mus, Flücht­lings- und Frie­dens­po­li­tik“ geschaf­fen wer­den sollte. Nach erfolg­rei­cher Klage konnte das Camp mit mehr als 1.500 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern statt­fin­den – beglei­tet von einer erfolg­rei­chen anti­mi­li­ta­ris­ti­schen Aktionswoche.

Vor die­sem Hin­ter­grund erscheint die Zer­schla­gung der Demons­tra­tion am ver­gan­ge­nen Sams­tag als Rache­akt. 147 Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer wur­den so schwer ver­letzt, dass sie von soli­da­ri­schen Demo-Sani­tä­tern medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den muss­ten. Bei 18 Per­so­nen waren die Ver­let­zun­gen so gra­vie­rend, dass sie im Kran­ken­haus wei­ter­be­han­delt wur­den. Die Poli­zei griff auch die Sani­täts­struk­tu­ren an, behin­derte sie bei ihrer Arbeit, ver­wehrte zeit­weise den Zugang zu Ver­letz­ten und nahm selbst medi­zi­nisch gekenn­zeich­ne­tes Per­so­nal in Gewahr­sam. Ein Poli­zist vor Ort kom­men­tierte die stun­den­lange Fest­set­zung hun­der­ter Men­schen mit: „Seid doch froh, dass es aktu­ell noch keine Minus­grade hat.“ Ein ande­rer sagte: „Wir ver­prü­geln sie heute so sehr, dass sie danach nicht mehr demons­trie­ren.“ Den Ein­ge­kes­sel­ten wur­den über Stun­den Toi­let­ten­gänge und Was­ser verweigert.

Pro­teste gegen die Auf­rüs­tung, gegen die geplante Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht und gegen die exor­bi­tan­ten Gewinne deut­scher Rüs­tungs­un­ter­neh­men sind heute not­wen­di­ger denn je. Der Staat reagiert mit Ver­bo­ten, Repres­sion, Pfef­fer­spray, Faust­schlä­gen und der Auf­lö­sung von ange­mel­de­ten und geneh­mig­ten Demonstrationen.

Diese rechts­wid­ri­gen Gewalt­akte wer­den den anti­mi­li­ta­ris­ti­schen Pro­test nicht stop­pen! Die DKP ruft zur Teil­nahme an den kom­men­den Demons­tra­tio­nen der Frie­dens­be­we­gung, gegen Krieg und Hoch­rüs­tung, für Soli­da­ri­tät mit dem paläs­ti­nen­si­schen Volk und gegen den reak­tio­när-mili­ta­ris­ti­schen Staats­um­bau auf.

Essen, 1. Sep­tem­ber 2025

Die DKP Köln begrüßt und unter­stützt die Erklä­rung des Köl­ner Frie­dens­fo­rums zur poli­zei­lich ver­hin­der­ten Demons­tra­tion zum Anti­kriegs­tag am 30. August 2025.


Zur Erklä­rung auf dkp.de

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