
Literaturabend mit Peter Schmoele
Montag, 19. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Halle, Kartäuserwall 18 (Hinterhof)
Anna Seghers
Anna Seghers wurde als Netti Reiling am 19. November 1900 in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren. In Heidelberg studierte sie Kunstgeschichte, Sinologie, mehrere Sprachen und Soziologie. Sie tritt 1928 in den Bund proletarischer Schriftsteller und in die KPD ein. Der Roman «Der Aufstand der Fischer von Santa Barbara» wurde mit dem Kleistpreis ausgezeichnet. Am Tag des Reichtagbrandes wurde Anna Seghers von einem Nachbarn denunziert, nach kurzer Haft freigelassen. Dabei hilft ihr die ungarische Staatsangehörigkeit, die sie durch die Heirat mit dem ungarischen jüdischen Philosophen und Gründer der Marxistischen Arbeiterschule Radvanyi hat. Anna Seghers flieht in die Schweiz, von dort aus weiter nach Frankreich. 1938 beschreibt sie in ihren Roman «Das Siebte Kreuz» die Flucht von sieben Gefangenen aus dem KZ. Nur einer , Georg Heisler wird durch den Einsatz anderer Menschen mit viel Glück überleben. Nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen gelingt es Anna Seghers über Marseille nach Mexiko zu gelangen (Roman Transit). In dieser Zeit arbeitet sie eng mit E.E. Kisch, Ehrenburg, Ludwig Renn, Alexander Abusch zusammen.
1948 verließ Anna Seghers Mexico, wohnte zuerst in Zehlendorf (Westberlin) später nach Ostberlin. Durch den XX. Parteitag der KPdSU wurde der Personenkult und Machtmissbrauch Stalin öffentlich bekannt, was Anna Seghers tief erschütterte. Den Aufstand vom 17. Juli 1953 lehnte sie als konterrevolutionär ab. Intern setzte sie sich für Stefan Heym, Heiner Müller und Christa Wolf ein. Als Nachfolgerin von Arnold Zweig wird sie Vorsitzende des Schriftsteller Verbandes der DDR. Am 1. Juni 1983 stirbt Anna Seghers.
Peter Schmoele