Anna Seg­hers

Anna Seghers (Präsidentin) auf der 1. Jahreskonferenz des Deutschen Schriftstellerverbandes, Berlin, 2.11.-4.11.1966

Lite­ra­tur­abend mit Peter Schmoele

Mon­tag, 19. Okto­ber 2026, 19.30 Uhr

Halle, Kar­täu­ser­wall 18 (Hin­ter­hof)


Anna Seg­hers

Anna Seg­hers wurde als Netti Rei­ling am 19. Novem­ber 1900 in einer ortho­do­xen jüdi­schen Fami­lie gebo­ren. In Hei­del­berg stu­dierte sie Kunst­ge­schichte, Sino­lo­gie, meh­rere Spra­chen und Sozio­lo­gie. Sie tritt 1928 in den Bund pro­le­ta­ri­scher Schrift­stel­ler und in die KPD ein. Der Roman «Der Auf­stand der Fischer von Santa Bar­bara» wurde mit dem Kleist­preis aus­ge­zeich­net. Am Tag des Reich­tag­bran­des wurde Anna Seg­hers von einem Nach­barn denun­ziert, nach kur­zer Haft frei­ge­las­sen. Dabei hilft ihr die unga­ri­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, die sie durch die Hei­rat mit dem unga­ri­schen jüdi­schen Phi­lo­so­phen und Grün­der der Mar­xis­ti­schen Arbei­ter­schule Rad­vanyi hat. Anna Seg­hers flieht in die Schweiz, von dort aus wei­ter nach Frank­reich. 1938 beschreibt sie in ihren Roman «Das Siebte Kreuz» die Flucht von sie­ben Gefan­ge­nen aus dem KZ. Nur einer , Georg Heis­ler wird durch den Ein­satz ande­rer Men­schen mit viel Glück über­le­ben. Nach der Beset­zung Frank­reichs durch deut­sche Trup­pen gelingt es Anna Seg­hers über Mar­seille nach Mexiko zu gelan­gen (Roman Tran­sit). In die­ser Zeit arbei­tet sie eng mit E.E. Kisch, Ehren­burg, Lud­wig Renn, Alex­an­der Abusch zusam­men.

1948 ver­ließ Anna Seg­hers Mexico, wohnte zuerst in Zehlen­dorf (West­ber­lin) spä­ter nach Ost­ber­lin. Durch den XX. Par­tei­tag der KPdSU wurde der Per­so­nen­kult und Macht­miss­brauch Sta­lin öffent­lich bekannt, was Anna Seg­hers tief erschüt­terte. Den Auf­stand vom 17. Juli 1953 lehnte sie als kon­ter­re­vo­lu­tio­när ab. Intern setzte sie sich für Ste­fan Heym, Hei­ner Mül­ler und Christa Wolf ein. Als Nach­fol­ge­rin von Arnold Zweig wird sie Vor­sit­zende des Schrift­stel­ler Ver­ban­des der DDR. Am 1. Juni 1983 stirbt Anna Seg­hers.


Peter Schmoele