Frie­den

Keine Waf­fen an die Türkei

Die Tür­kei mar­schiert in Syrien ein – mit Pan­zern aus Deutschland.

Das ist ein völ­ker­rechts­wid­ri­ger Angriffs­krieg.
29. Januar 2018 | Es ist ein scho­ckie­ren­der Über­fall. Tür­ki­sche Trup­pen sind völ­ker­rechts­wid­rig in Syrien ein­ge­drun­gen. An vor­ders­ter Front: Leo­pard-2-Pan­zer aus Deutschland.1 Prä­si­dent Recep Tayyip Erdo­gan trägt den Krieg in eine der letz­ten Regio­nen Syri­ens, in der noch Frie­den herrschte und die Kur­den sich selbst­ver­wal­te­ten. Hun­dert­tau­sende Flücht­linge aus ande­ren Regio­nen Syri­ens suchen dort Schutz. Eine huma­ni­täre Kata­stro­phe. Zudem eska­liert der syri­sche Bür­ger­krieg wei­ter. Erdo­gan kal­ku­liert knall­hart: Der Krieg lenkt von innen­po­li­ti­schen Pro­ble­men ab.

Stel­lung­nahme des Par­tei­vor­stan­des der DKP

Wie letzte Woche bekannt wurde, hat die Große Koali­tion 21 Pro­zent mehr Waf­fen­ex­porte geneh­migt als die schwarz-gelbe Vorgängerregierung.2 Jetzt muss die amtie­rende Bun­des­re­gie­rung damit Schluss machen – und bei der Tür­kei anfangen.

Bis­her hält sich die Bun­des­re­gie­rung mit Kri­tik an Erdo­gans Angriffs­krieg auf­fal­lend zurück. Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabriel (SPD) stellte sogar vor zwei Wochen noch der Tür­kei in Aus­sicht, genau jene Leo-Pan­zer nach­zu­rüs­ten, die jetzt in Syrien töten.3 Das wäre die schlech­teste Ant­wort, die Deutsch­land auf Erdo­gans Krieg geben kann.

Die amtie­rende Bun­des­re­gie­rung muss ein kla­res Zei­chen für den Frie­den set­zen – und den Export von Waf­fen an die Tür­kei grund­sätz­lich ver­bie­ten. Im Fall von Saudi-Ara­bien haben sie das getan. Sämt­li­che Waf­fen­lie­fe­run­gen sind gestoppt.4 Wir for­dern jetzt: keine Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Türkei!

Gleich­zei­tig muss die Bun­des­re­gie­rung ihre Gesprächs­ka­näle nach Ankara wei­ter nut­zen, um die Tür­kei vom Krieg in Syrien abzubringen.

Erdo­gan han­delt sehr kal­ku­liert. Für den Sieg gegen den IS war die Welt auf die Hilfe der Kur­din­nen und Kur­den ange­wie­sen. Doch seit­dem das selbst­er­nannte Kali­fat des Isla­mi­schen Staa­tes zusam­men­ge­bro­chen ist, kann er offen gegen die kur­di­schen YPG-Ein­hei­ten vor­ge­hen. Jetzt will er deren Orga­ni­sa­tion zer­schla­gen. Die Kur­den ver­wal­ten große Teile des Nor­dens und Ostens von Syrien.

Die Kriegs­ver­bre­chen in Syrien sind schon jetzt bru­tal und nun tritt auch noch die Tür­kei offen­siv in den Krieg ein – mit Waf­fen aus deut­scher Pro­duk­tion. Jetzt braucht es eine klare Hal­tung und einen Stopp aller Waf­fen­ex­porte in die Türkei.

Eine Demons­tra­tion gegen den Angriff der Tür­kei gegen Syrien ist not­wen­dig. Die­ser Angriff ist völ­ker­rechts­wid­rig, weil er das Ter­ri­to­rium Syrien ver­letzt. Eine Reso­lu­tion des UN-Sicher­heits­rats ist drin­gend erfor­der­lich, Maß­nah­men der UNO, inter­na­tio­nale Äch­tung des Aggres­sors bis zu mili­tä­ri­schen Maß­nah­men gegen ihn.

Für den Spre­cher­rat der DKP Köln
Wolf­gang Rei­ni­cke-Abel
Foto aus Video