Für eine glaub­wür­dige, kon­sis­tente und linke kom­mu­nale Außen­po­li­tik in Köln!

Kom­mu­nale Außen­po­li­tik und Kommunalwahlkampf

Kom­mu­nale Außen­po­li­tik wird im kom­men­den Kom­mu­nal­wahl­kampf hier in Köln kaum eine Rolle spie­len – auch Begriff und Kon­zept und die dahin­ter ste­hende Wirk­lich­keit wird vie­len Kolleg:innen in Köln eher unbe­kannt sein. Zum einen fin­den in Köln aber immer wie­der Demons­tra­tio­nen, Kund­ge­bun­gen, Unter­schrif­ten­ak­tio­nen u.m. statt, die über Köln hin­aus­wei­sen – so z.B. zum Krieg in der Ukraine, zum Gaza-Krieg, oder etwa die Oster­mär­sche. Die Köl­ner Kom­mu­nal­po­li­tik wird dabei aber kaum direkt, eher schon mal impli­zit und nicht aus­drück­lich adressiert.

Aber auch die Stadt Köln betreibt Außen­po­li­tik und es ist ein Feh­ler, sich damit nicht grund­sätz­lich und kon­zep­tio­nell im kom­mu­na­len Wahl­kampf in die­sem Jahr aus­ein­an­der­zu­set­zen, denn die Aus­ge­stal­tung von kom­mu­na­ler Außen­po­li­tik ist unmit­tel­bar für den engen (oder wei­ten…) Mei­nungs­kor­ri­dor auch hier in Köln mitver­ant­wort­lich. Ob und wie Posi­tio­nen einer kri­ti­schen Gegen­öf­fent­lich­keit auf Kund­ge­bun­gen, offe­nen Brie­fen, Unter­schrif­ten­lis­ten und Demons­tra­tio­nen wahr- und auf­ge­nom­men wer­den, hängt eben auch von Kölns Begriff der kom­mu­na­len Außen­po­li­tik ab.

Des­halb gilt: der bür­ger­li­chen Außen­po­li­tik von Grü­nen, Volt, CDU, den Mit­ma­chern in Links­par­tei und SPD bzw. der Stadt­spitze und Ver­wal­tung ist eine linke, und damit glaub­wür­dige, kon­sis­tente Außen­po­li­tik ohne dop­pelte Stan­dards und ohne Dop­pel­mo­ral ent­ge­gen zu setzen.

Dies soll hier ledig­lich ange­sto­ßen und geför­dert wer­den – und zwar mit­tels der kri­ti­schen Dar­stel­lung aus­ge­wähl­ter vor­han­de­ner Städ­te­part­ner­schaf­ten und ebenso exem­pla­risch mit dem Umgang mit der Paläs­tina-Soli­da­ri­tät hier in Köln.

Denn unter kom­mu­na­ler Außen­po­li­tik wird zwar gemein­hin die Ver­bin­dungs­ge­stal­tung von Städ­te­part­ner­schaf­ten ver­stan­den – aber es ist natür­lich weit mehr. Ebenso gehö­ren dazu kom­mu­nale Netz­werke, in denen sich Stadt­po­li­tik bewegt und mit­tels derer es zu Stel­lung­nah­men und Akti­vi­tä­ten über die Kom­mune hin­aus, die Bezie­hun­gen einer Gemeinde das Aus­land betref­fend kommt.

Zu einem Thema wur­den Städ­te­part­ner­schaf­ten erst nach dem Zwei­ten Welt­krieg, sie soll­ten hier vor­ran­gig der Völ­ker­ver­stän­di­gung „von unten“ die­nen. „Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den ab 1947, aus­ge­hend von den bri­ti­schen Besat­zern, freund­schaft­li­che Bezie­hun­gen zwi­schen deut­schen und bri­ti­schen Städ­ten auf­ge­nom­men, um Völ­ker­ver­stän­di­gung ‚von unten’ zu ermög­li­chen“. (1)

Nicht nur das: auf kom­mu­na­ler Ebene soll­ten die Werte der EU fest­ge­legt wer­den: „Das Jahr 1952: Der Krieg liegt erst wenige Jahre zurück, die Stadt immer noch in Trüm­mern, als der erste Städ­te­part­ner­schafts­ver­trag zwi­schen Liver­pool und Köln unter­zeich­net wird. Wer wenige Jahre vor­her auf dem Schlacht­feld noch als Feind galt, wird nun offi­zi­ell zum Freund. Beide Städte kön­nen so die Gescheh­nisse des Krie­ges auf­ar­bei­ten. Schnell kom­men fünf wei­tere Städte dazu: 1958 schließt sich Köln mit Esch-sur-Alzette (Luxem­burg), Lille (Frank­reich), Lüt­tich (Bel­gien), Rot­ter­dam (Nie­der­lande) und Turin (Ita­lien) zu einer Ring­part­ner­schaft zusam­men. Als Reprä­sen­tan­ten der Grün­dungs­staa­ten der heu­ti­gen Euro­päi­schen Union legen sie auf kom­mu­na­ler Ebene deren wich­tigste Werte – Frie­den, Frei­heit, ein geein­tes Europa – fest.“ (2)

Inzwi­schen führt Köln Part­ner­schaf­ten mit 23 ande­ren Kom­mu­nen im In- und Ausland. 

Die­ses Kon­zept hat mehr­fach Bedeu­tungs­ver­än­de­run­gen erfahren:

„‚Wir wol­len damit unse­ren Bei­trag zu Demo­kra­tie und Frie­den welt­weit leis­ten, und wir wol­len auch von ande­ren Städ­ten und ihren Ideen pro­fi­tie­ren.’ Die Stadt­ver­wal­tun­gen füh­ren Dia­loge, um von­ein­an­der zu ler­nen, etwa in Berei­chen wie Kli­ma­schutz oder dem Ordnungsamt.

Aber mit Leben von Mensch zu Mensch gefüllt wer­den die Städ­te­part­ner­schaf­ten durch die jewei­li­gen För­der­ver­eine, in denen sich mehr als 2.500 Köl­ner ehren­amt­lich enga­gie­ren. Sie orga­ni­sie­ren bunte Kul­tur­pro­gramme, Sport­tur­niere, Schü­ler­aus­tau­sche und natür­lich Rei­sen für jeden in die Städte, um nur eini­ges zu nen­nen. Alle diese Ver­eine und die Stadt Köln haben sich vor elf Jah­ren im Dach­ver­band Colo­gne­Al­li­ance e. V. zusam­men­ge­schlos­sen, um die Ver­bin­dun­gen noch sicht­ba­rer zu machen.“ (3)

Grund­lage für diese Koope­ra­tio­nen sei der Bezug auf die Men­schen­rechte: „Die wich­tigs­ten Bezugs­punkte der kom­mu­na­len Men­schen­rechts­ar­beit sind die Men­schen­rechte der soge­nann­ten ers­ten Gene­ra­tion (Frei­heits- und Bürger*innenrechte) sowie die der zwei­ten und drit­ten Gene­ra­tion (wirt­schaft­li­che, soziale, kul­tu­relle und öko­lo­gi­sche Rechte).“ (4)

Mit­hin wird wird in Folge der nor­men­recht­li­che Rah­men abge­steckt, indem auf das GG, euro­päi­sche- und Un-Ver­träge wie auch Kon­ven­tio­nen und Chartras ver­wie­sen wird. (5)

Es wer­den sodann „men­schen­recht­li­che Leit­li­nien der kom­mu­na­len Außen­po­li­tik der Stadt Köln“ aus­ge­ar­bei­tet und anhand der Leit­li­nien „Maß­nah­men und Umset­zungs­schritte“ auf­ge­zeigt. (6)

Beklagt wer­den aller­dings die „poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen“ welt­weit: „ Der über­wie­gende Teil der Mensch­heit lebt in Län­dern, in denen Regie­run­gen Grund­rechte beschnei­den, Kritiker*innen drang­sa­lie­ren, ver­haf­ten und ver­fol­gen. Poli­tisch nutz­ten vor allem Auto­kra­tien die welt­wei­ten öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Kri­sen, um Grund­rechte wei­ter ein­zu­schrän­ken und kri­ti­sche Stim­men zu unter­drü­cken.“ (7)

Hier beginnt der Punkt, an dem es dann ideo­lo­gisch wird. Denn für das Kon­zept gibt es die Bedroht­heit des Bezu­ges auf die Men­schen­rechte nur (von) Außen. Wer aber auch immer sich auf die Men­schen­rechte bezieht, muss sich mit ihrer außen­po­li­ti­schen Instru­men­ta­li­sie­rung aus­ein­an­der set­zen. Das tut das Kon­zept an kei­ner Stelle – die Stadt Köln bewegt sich aber inter­na­tio­nal nicht im luft­lee­ren Raum. Denn im ideo­lo­gi­schen Kon­strukt der BRD von der „west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft“ wird der Bezug auf die Men­schen­rechte sel­ber von Innen her­aus bedroht.

Nor­man Paech ist dabei einer der­je­ni­gen, der diese Bedro­hung the­ma­ti­siert und hier mit den Begriff des Men­schen­rech­t­eim­pe­ria­lis­mus prägte:

„Der Völ­ker­recht­ler Nor­man Paech hat in einer his­to­ri­schen Stu­die auf­ge­zeigt, dass die Beru­fung auf die Men­schen­rechte der Tra­di­tion christ­li­cher Mis­sio­nie­rung bei der kolo­nia­len Unter­wer­fung asia­ti­scher, afri­ka­ni­scher und latein­ame­ri­ka­ni­scher Län­der folgt und jetzt, nach einer Phase der Deko­lo­nia­li­sa­tion, dazu dient, die Reko­lo­ni­sie­rung wei­ter Teile der drei Kon­ti­nente zu begrün­den (in Wider­spruch, Juli 2000). Paech schreibt zusam­men­fas­send: ‚Lie­ferte die euro­päi­sche Zivi­li­sa­tion‹ im 19. Jahr­hun­dert das ideo­lo­gi­sche Unter­fut­ter für die Kolo­ni­sie­rung der Welt, so erfül­len heute die euro­päi­schen Men­schen­rechte den glei­chen Zweck für die,humanitäre Glo­ba­li­sie­rung‹ der neuen Welt­ord­nung. Sie sind der Kern der ‚euro­päi­schen Wer­te­ge­mein­schaft‹. Wer­den sie ledig­lich zu einer euro­päi­schen Grund­rechts­charta ver­ar­bei­tet und für Euro­pas Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auch mit einem Kla­ge­recht ver­se­hen, so könnte das kaum Wider­spruch pro­vo­zie­ren. Wenn sie jedoch offen­siv gegen das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker gestellt und des­sen Ver­tre­ter gleich­zei­tig als ‚Feinde der indi­vi­du­el­len Men­schen­rechte‹ denun­ziert wer­den (…), so ist die Bot­schaft klar. Bot das Selbst­be­stim­mungs recht die Legi­ti­ma­tion für die Deko­lo­ni­sa­tion, müs­sen die Men­schen­rechte nun­mehr für die Reko­lo­ni­sie­rung her­hal­ten … Ein Narr, wer in der Wer­te­ge­mein­schaft die Men­schen­rechte vom Erdöl trennt.’» (8)

Ein beschränk­ter, selbst­ge­rech­ter und bla­sen­haf­ter Flach­sinn in der Köl­ner Bour­geoi­sie, in CDU, von FDP bis Grün und Volt mag das nicht wahr­ha­ben wol­len. Wer aber auch Städ­te­part­ner­schaf­ten auch mit Kom­mu­nen aus dem „Glo­ba­len Süden“ schließt, sollte sich schon des­halb zwin­gend mit der Wir­kung deut­scher Außen­po­li­tik­kon­zep­tion in Berei­chen der Welt befas­sen, die eine Geschichte des Kolo­nia­lis­mus hat­ten und auch genau wis­sen, was Neo­ko­lo­nia­lis­mus ist. Sonst blei­ben har­sche Gegen­re­ak­tio­nen unver­ständ­lich (9).

Vor allem aber zeugt das städ­ti­sche Kon­zept von einer über­heb­li­chen Selbstgerechtigkeit. 

Denn um die men­schen­recht­li­che Stel­lung Kölns im Ver­gleich zu den Län­dern sei­ner Part­ner­städte dar­zu­stel­len, bezieht man sich unter ande­rem auf den Trans­for­ma­ti­ons­in­dex der Ber­tels­mann-Stif­tung. Hier erreicht die BRD eine sehr hohe Punkt­zahl – ebenso in der Rang­liste der jewei­li­gen Pres­se­frei­heit sowie der „Free­dom House Demo­cracy Index 2022“. Punk­te­zah­len geben ein schö­nes Bild ab, bie­ten aber eine inhalt­li­che Leere – und den schö­nen Schein. (10)

Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat der Ver­ein­ten Natio­nen bei­spiels­weise sieht in sei­nen „Abschlie­ßen­den Bemer­kun­gen zum sechs­ten Staa­ten­be­richt Deutsch­lands“ vom 12.10.2018 (nächste Berichts­prü­fung vor­aus­sicht­lich Herbst 2026) „eine lange Liste schwe­rer Defi­zite, die die Situa­tion der Men­schen­rechte … bei wei­tem nicht so makel­los erschei­nen lässt, wie in offi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen immer wie­der ver­kün­det“ wird. (11)

So wird – unter ande­rem! – beklagt:

  • die hohe Kinderarmut
  • das unzu­rei­chende Niveau sozia­ler Leis­tun­gen zur Grundsicherung
  • der hohe Anteil von 14Mio pre­kär Beschäftigten
  • die unzu­rei­chende Bereit­schaft, die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung von Flücht­lin­gen zu ermöglichen
  • die unzu­rei­chende Garan­tie des Rechts auf Woh­nung durch den aku­ten Man­gel an erschwing­li­chen Wohnungen
  • die Kap­pung der Ver­sor­gung mit Elek­tri­zi­tät bei 328000 Haus­hal­ten, die 2016 die Rech­nung nicht bezahlten
  • die Hin­der­nisse bei der gericht­li­chen Ver­fol­gung von Menschenrechtsverletzungen
  • die Ver­feh­lung der Kli­ma­ziele für 2020
  • die Unver­bind­lich­keit der Sorg­falts­pflich­ten im „Natio­na­len Akti­ons­plan für Unter­neh­men und Men­schen­rechte“ (11) (12)

Aus dem Bericht der UN kann nur gefol­gert wer­den: die herr­schende neo­li­be­rale Wirt­schafts­ord­nung, zudem auf Abschot­tung und Aus­gren­zung bedacht, ihre öko­lo­gi­schen Grund­la­gen miss­ach­tend, wider­spricht den Menschenrechten. 


Foto: DKP Köln

Auch bzgl der Men­schen­rechte der ers­ten Gene­ra­tion klag­ten Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen ange­sichts der Über­prü­fung der Lage in der BRD im Rah­men der Uni­ver­sal Peri­odic Review (UPR) der UN 2023 über den Man­gel der Wah­rung der Rechte von Geflüch­te­ten, den Man­gel des Schut­zes der Ver­samm­lungs­frei­heit, den Man­gel im Kampf gegen ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung sowie den Man­gel an Ein­satz für Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit. Zur Spra­che kam im Vor­feld des UPR-Pro­zes­ses auch wie­der der Man­gel an Ver­wirk­li­chung der Men­schen­rechte der zwei­ten Gene­ra­tion: «Die reichs­ten zehn Pro­zent der Bevöl­ke­rung tei­len zwei Drit­tel des gesam­ten Ver­mö­gens unter sich auf, wäh­rend über 16 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land in Armut leben. Es fehlt eine Gesamt­stra­te­gie, die Men­schen lang­fris­tig aus der Armut holt. Es braucht Regel­sätze, die nicht län­ger Armuts­sätze blei­ben und eine Kin­der­grund­si­che­rung, die ihren Namen ver­dient», äußerte Kat­rin Frank vom Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­band. (13)

Der durch­schim­mernde Nar­ziss­mus, die Selbst­ge­rech­tig­keit im Köl­ner Kon­zept, in dem immer wie­der berech­tig­ter­weise, aber nahezu ein­sei­tig „nur“ um die Frei­heits- und Bürger*innenrechte, um „Rechts­staat­lich­keit und Demo­kra­tie“ geht, dabei aber die eigene, auch die Köl­ner Situa­tion nie­mals in den Blick neh­mend, erstaunt immer wie­der – schon ein Blick auf Kölns Stra­ßen bei­spiels­weise würde dem Bild gut­tun. „In Köln haben viele Frauen und Kin­der keine Woh­nung“, schrieb der Stadt-Anzei­ger am 28.08.2024,

„Einer Stu­die zufolge sind in Köln mehr als 3000 Min­der­jäh­rige woh­nungs­los. Das Elend nimmt zu.“ (14)

Das heißt: dem Köl­ner Kon­zept geht es auch um Men­schen­rechte – vor­al­lem aber um die ideo­lo­gi­sche Sicht bes­ser­si­tu­ier­ter pri­vi­le­gier­ter bür­ger­li­cher urba­ner Eli­ten auf die Menschen­rechte. Diese Sicht for­mu­liert dabei erkenn­bar eine mora­li­sche Außen­po­li­tik.

Aus­ge­spro­chen und imma­nent muss sich ein Kon­zept zur Städ­te­part­ner­schaft auch auf das Völ­ker­recht bezie­hen. Aber auch hier fehlt eine Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Miß­brauch des Völ­ker­rechts im west­li­chen, hege­mo­nial inten­dier­ten Kon­strukt von der „regel­ba­sier­ten Ord­nung“. „Die Ord­nung der UN-Charta, die 80 Jahre lang auf­ge­baut wurde, damit es kei­nen Welt­krieg mehr gibt, haben die Ver­fech­ter der »regel­ba­sier­ten Ord­nung«, die sie an die Stelle des in die­ser Charta kodi­fi­zier­ten Völ­ker­rechts setz­ten, geis­tig schon mit ihrer Erfin­dung besei­tigt“, schreibt dazu Arnold Schöl­zel in der Jun­gen Welt (15) Siehe auch: (16), (17), (18)

Hat aber das Köl­ner Kon­zept über­haupt irgend eine Bedeu­tung in der prak­ti­schen poli­ti­schen Arbeit zu Städtepartnerschaften?

Roter Tep­pich für die Geschichtsrevision


Foto: DKP Köln

So gut wie nie fällt über­re­gio­nal ein öffent­li­ches Schlag­licht auf die Part­ner­schaft­ar­beit der Stadt Köln. Das änderte sich aller­dings mit der Pro­jekt­par­terschaft mit der ukrai­ni­schen Kom­mune Dni­pro, aus der dann offi­zi­ell am 28. August 2024 eine Städ­te­part­ner­schaft wurde.

Diese Koope­ra­tion wäre ohne den rus­si­schen Angriffs­krieg gegen die Ukraine sehr wahr­schein­lich nie zustande gekom­men – die Stadt Köln benennt hier ursäch­lich „eine große Welle der Soli­da­ri­tät mit den Men­schen in der Ukraine“. (19)

Aller­dings ver­zich­tet auch die Ober­bür­ger­meis­te­rin und die sie tra­gende Koali­tion dabei dar­auf, sich mit der Geschichts­re­vi­sion zu befas­sen, die die Ukraine nutzt, um natio­nale Iden­ti­tät her­zu­stel­len. Die dazu gehö­rende Reha­bi­li­ta­tion von Nazi-Kol­la­bo­ra­teu­ren, Faschis­ten und Juden­mör­dern und der infor­melle Ein­fluss Rechts­ra­di­ka­ler in der Ukraine ist eben ein Tabu im deut­schen Mei­nungs­kor­ri­dor – das ist in Köln nicht anders. Man gibt sich grund­sätz­lich ahnungs­los. Siehe auch: (20)

Auch jüdi­sche Stim­men, wie die von Arno Klars­feld, dem Sohn von Beate und Serge Klars­feld, die vor dem staat­lich ver­ant­wor­te­ten Anti­se­mi­tis­mus in der Ukraine war­nen, wer­den schlicht ignoriert:

„Ein Land, in dem Ver­bre­cher, die zehn­tau­sende von Juden ermor­det haben, als Hel­den ver­ehrt wer­den, hat in der EU nichts zu suchen. … Der Kult um Ste­pan Ban­dera wird in der Ukraine mit Brief­mar­ken und Pro­zes­sio­nen betrie­ben. Es gibt einen Gedenk­tag. Stra­ßen und Sta­dien sind nach ihm benannt. Die Haupt­straße zur Gedenk­stätte Babyn Jar, wo 33.000 Juden ermor­det wur­den, trägt den Namen Ban­dera. Die letzte Stre­cke ist nach Roman Schu­che­wytsch benannt, der noch viel schlim­mer war.“ (21)

Im Gegen­satz dazu wird die rus­si­sche Geschichts­re­vi­sion, die die Eigen­stän­dig­keit der ukrai­ni­schen Kul­tur und Staat­lich­keit leug­net, allent­hal­ben in der BRD breit dar­ge­stellt und berech­tig­ter­weise ver­ur­teilt, ebenso wie das dumme und unsin­nige rus­si­sche Nar­ra­tiv von der Ukraine als faschis­ti­schem Staat. 

Das heißt aber eben nicht, dass nicht das „Nazi-Pro­blem“ der Ukraine real ist – auch inter­na­tio­nal ist das natür­lich wohl­be­kannt. (22)

Susann Witt-Stahl gehört nun zu denen in der BRD, die den „Ban­dera-Kom­plex“ ein­ge­hend dar­ge­stel­len; hier sei dar­auf ver­wie­sen. (23)

Natür­lich ist auch das ukrai­ni­sche Dni­pro ein Ort die­ser Geschichts­re­vi­sion; Jens Ber­ger hatte sich auf den Nach­denk­sei­ten mit einen sehr lesens­wer­ten Text, darin zahl­rei­chen Quer­ver­weise und links, mit den rechts­ra­di­ka­len und faschis­ti­schen Bezü­gen, ihren Prot­ago­nis­ten in Dni­pro aus­ein­an­der­ge­setzt; er ist immer noch aktu­ell und sehr zu emp­feh­len. (24)


Foto: DKP Köln

Kaum etwas war in den letz­ten Jah­ren der Köl­ner Kom­mu­nal­po­li­tik scho­ckie­ren­der, als der Abschluss die­ser Städ­te­part­ner­schaft, denn mit ihr ein­her geht eine Ver­harm­lo­sung des Anti­se­mi­tis­mus – eben nicht nur – in der Ukraine, die man sel­ber anti­se­mi­tisch nen­nen muss und die mit einer men­schen­recht­li­chen Ori­en­tie­rung natür­lich nicht einhergeht!

Auch die Genoss*innen der Links­frak­tion im Stadt­rat haben die­ser Part­ner­schaft mit Dni­pro zuge­stimmt. Zwar wer­den rechts­ra­di­kale Äuße­run­gen des Bür­ger­meis­ters von Dni­pro ver­ur­teilt, aber letzt­end­lich stimmt man zu. (25)

Wenn es aber darum gegan­gen sein sollte, den Men­schen in Dni­pro „eine Bot­schaft zu sen­den“ (26), dann doch diese, dass den Men­schen dort ange­sichts der furcht­ba­ren exis­ten­zi­el­len Bedroht­heit durch den Krieg jede erdenk­li­che Hilfe sei­tens Köln mög­lich gemacht wird, eine Städ­te­part­ner­schaft auf­grund man­geln­der Abgren­zung zum Faschis­mus durch das poli­ti­sche Per­so­nal aber noch nicht geht.

Und war da nicht was mit (einer im Wahl­kampf für wich­tig erach­te­ten) Brand­mauer gegen­über der AFD hier in der BRD? Die gilt aber nicht gegen­über faschis­ti­schen Umtrie­ben im Ausland?

Der Umgang mit dem Anti­se­mi­tis­mus in der Ukraine auch in Köln ist ein Lehr­stück, zeigt er doch den bür­ger­lich-instru­men­tel­len Umgang damit an. Wo es nicht passt, wird ein­fach so getan, als gäbe es ihn nicht.

Damit aber ist diese Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Denn nahezu gleich­zei­tig mit dem Abschluss der Part­ner­schaft mit Dni­pro wurde die Städ­te­part­ner­schaft mit dem rus­si­schen Wol­go­grad von der Ober­bür­ger­meis­te­rin und der sie tra­gen­den Koali­tion aus Grü­nen, CDU und Volt im Früh­jahr 2022 „auf Eis gelegt“. (27)

Köln könne sich „keine Part­ner­schaft mit einer Stadt vor­stel­len, des­sen Land einen Angriffs­krieg führt.“ (28) (29)

Wider­spruch kam (u.a.) von der Links­par­tei, dem Part­ner­schafts­ver­ein Köln-Wol­go­grad und der SPD; der dama­lige Köl­ner SPD-Vor­sit­zende Chris­tian Jois­ten meinte: „’Unser Ver­ständ­nis einer Städ­te­part­ner­schaft ist, dass diese auch eine Part­ner­schaft der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der betei­lig­ten Städte ist. Nicht die rus­si­schen Men­schen füh­ren Krieg gegen die Ukraine, son­dern der Auto­krat Putin. In die­sem Sinne hal­ten wir es für falsch, die Ver­bin­dung zur Bür­ger­schaft von Wol­go­grad zu kap­pen. Dass im Ein­zel­fall Ver­bin­dun­gen zu staat­li­chen Stel­len auf Eis gelegt wer­den, ist rich­tig und not­wen­dig, aber doch nicht die Städ­te­part­ner­schaft als Gan­zes’“ (30)

Auch aus der Zivil­ge­sell­schaft hagelte es Kri­tik, wie die Leser­briefe im Stadt-Anzei­ger anzei­gen konn­ten. (31)

Ver­stan­den wer­den kann der Beschluss der bür­ger­li­chen Koali­tion nur als kom­mu­na­ler Nach­be­zug geo- und bünd­nis­po­li­ti­scher Entschei­dun­gen der Bun­des­ebene. „Auf den ers­ten Blick reiht sich die Ent­schei­dung der Stadt­spitze ein in die zahl­rei­chen … Boy­kott­maß­nah­men gegen Russ­land“, schrieb auch der Stadt-Anzei­ger (32)

Ent­ge­gen dem pro­kla­mier­tem Zweck von Städ­te­part­ner­schaf­ten, die der Völ­ker­ver­stän­di­gung von unten die­nen sol­len, geht es also an aller­ers­ter Stelle um Geo- und Bündnispolitik.

Ras­sis­mus. Hetze am Anfang, mit Mord geht es weiter.


Foto: DKP Köln

Am 21. Februar 2023, also fast ein Jahr nach Beginn des rus­si­schen Angriffs­krie­ges gegen die Ukraine, äußerte sich der Prä­si­dent Tune­si­ens, Kais Saied, in einer Rede über Migran­ten in Tune­sien als „Teil einer inter­na­tio­na­len Ver­schwö­rung“, der es um einen „Bevöl­ke­rungs­aus­tausch“ gehe und wies Ver­tre­ter der Natio­nal­garde wie auch der Poli­zei an, gegen Migran­ten vor­zu­ge­hen. Men­schen mit dunk­ler Haut­farbe wur­den dann aus Bus­sen und Stra­ßen­bah­nen geholt, und in Abschie­be­haft genom­men. In der Hafen­stadt Sfax trau­ten sie sich nicht mehr aus dem Haus. Gleich­zei­tig wur­den Oppo­si­tio­nelle fest­ge­nom­men. (33)

Damit nahm aber erst eine Enwick­lung ihren Lauf, die bis heute Tune­sien für Migran­ten „zur Hölle auf Erden“ (34) macht. Im April die­ses Jah­res strahlte arte.tv eine kurze Doku über diese Ver­hält­nisse aus – mit Bil­dern, die nicht aus­zu­hal­ten sind. (35)

Nicht aus­zu­hal­ten waren aber auch schon die Bil­der des Jah­res 2023 in Tune­sien. Denn es blieb dann nicht bei den Repres­sio­nen gegen sub­sa­ha­ri­sche Flücht­linge in den Städ­ten. Sie wur­den zusam­men getrie­ben, und zum Ver­durs­ten und Ver­hun­gern in die Wüs­ten­re­gion zu Libyen trans­por­tiert. (36)

Inter­na­tio­nal bekannt wurde vor allem der Ver­durs­tungs­tod von Fati Dosso und ihrer 6‑jährigen Toch­ter Marie. Aber es waren auch andere Eltern, die mit ihren Kin­dern in der sen­gen­den Wüs­ten­hitze ver­durs­te­ten: „Es fällt schwer, den Blick von die­sen Sze­nen abzu­wen­den, in denen Eltern an der Seite ihrer Kin­der ster­ben. Vor ein paar Tagen waren es Fati Dosso und Marie, heute sind es ein gesichts­lo­ser Vater, sein Sohn und zwei wei­tere Gefähr­ten, deren Leben zu Unrecht gestoh­len wurde.“ (37) Schät­zungs­weise 1200 Migran­ten wur­den gewalt­sam über die tune­si­sche Grenze gebracht und zum Ver­durs­ten in der liby­schen Wüste zurück gelas­sen (38).

Ein Jahr spä­ter wur­den durch die UN Mas­sen­grä­ber ent­lang der Grenze von Tune­sien zu Libyen ent­deckt. (39)

Bis heute unter­liegt auch die poli­ti­sche Opp­so­si­tion einer mas­si­ven Repres­sion, inklu­sive Schau­pro­zesse und Haft­stra­fen (40); davon ist auch maß­geb­lich die LGBTI-Com­mu­nity betrof­fen (41). Von Frau­en­rech­ten braucht in einer sol­chen Gesell­schaft nie­mand zu reden.

Tunis, die Haupt­stadt von Tune­sien, ist Part­ner­stadt von Köln. 

An die­ser Stelle gehen wir ein­mal einen Schritt zurück, und ver­ge­gen­wär­ti­gen uns noch­mals die Reak­tion der Ober­bür­ger­meis­te­rin und des Per­so­nals der sie tra­gen­den Koali­tion aus Grü­nen, CDU und Volt zur Städ­te­part­ner­schaft mit Wol­go­grad: hier wur­den unmit­tel­bar nach dem Beginn des russ. Angriffs­krie­ges gegen die Ukraine die Bezie­hun­gen zu Wol­go­grad eingefroren.

Die dama­lige Äuße­rung des Bür­ger­meis­ters Andreas Wol­ter (Grüne): „Eine Part­ner­schaft mit einer Stadt in einem Staat, der einen Angriffs­krieg führt, ist aus­ge­schlos­sen. Des­halb ruht die offi­zi­elle Ver­bin­dung zwi­schen den Städ­ten ab sofort» (42).

Im Gegen­satz dazu gab es weder unmit­tel­bar nach Beginn der Repres­sion und der Ermor­dung von Flücht­lin­gen in Tune­sien irgend­eine Reak­tion der Stadt­spitze (und des Stadt­ra­tes …..), noch im Laufe der fol­gen­den Jahre. Schon gar­nicht wurde von der „Ein­frie­rung“ der Städ­te­part­ner­schaft zu Tunis gesprochen.

Wäh­rend es unmit­tel­bar nach Beginn des rus­si­schen Angriffs­krie­ges gegen die Ukraine also zum Aus­set­zen der Städ­te­part­ner­schaft mit Wol­go­grad kam, unter­blieb dies also ange­sichts des Ras­sis­mus in Tunesien.

Wel­che Schluss­fol­ge­rung soll man im Ver­gleich des Umgangs mit der Städ­te­part­ner­schaft Wol­go­grad und Tunis ziehen?

Mög­lich wäre diese: Angriffs­krieg ist für die Ober­bür­ger­meis­te­rin und die sie tra­gende bür­ger­li­che Koali­tion aus Grü­nen, CDU und Volt nicht mit den Wer­ten einer Städ­te­part­ner­schaft ver­ein­bar – Ras­sis­mus und die orga­ni­sierte Ermor­dung von Flücht­lin­gen aber schon.

Oder viel­leicht diese: weiße Ukrai­ner sind für die Stadt­spitze wert­vol­ler als afri­ka­ni­sche Menschen.

Natür­lich geht es hier zum einen nicht darum, für Tune­sien Sank­tio­nen zu for­dern! Sank­tio­nen tref­fen immer die Fal­schen und sind auch immer Kriegs­vor­be­rei­tung – dass hat der Genosse Man­fred Sohn her­aus­ge­ar­bei­tet. (43)

Es geht hier auch nicht darum, der Stadt­spitze an sich bewuss­ten Ras­sis­mus nach­zu­sa­gen (gut mög­lich aber, dass eine sol­che Poli­tik in Tei­len des glo­ba­len Südens so wahr­ge­nom­men wird …). Die Dop­pel­mo­ral, die Heu­che­lei ist aber mehr als offen­kun­dig. Wie ist diese zu erklären?

Luca Schä­fer betont auf tele­po­lis die geo­stra­te­gi­sche Bedeu­tung Tune­si­ens: „Bis 2020 haben rund 260 deut­sche Unter­neh­men 350 Mil­lio­nen Euro in Tune­sien inves­tiert. Weit­aus wich­ti­ger als die wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit, die auch im Bereich des grü­nen Was­ser­stoffs besteht, ist die geo­stra­te­gi­sche Bedeu­tung Tune­si­ens. Es ist, so die Ana­lyse des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums, das «Tor zum fran­ko­pho­nen Afrika» und ver­fügt über eine junge, gut aus­ge­bil­dete Bevöl­ke­rung, die es im Sinne eines Brain Drain in den Wes­ten zu locken gilt.“ (44)

Zum ande­ren aber soll Flücht­lin­gen der Zugang nach Europa ver­wehrt wer­den – dazu braucht man auch im Falle Tune­si­ens einen Tür­ste­her und pak­tiert auch mit einem Anti­se­mi­ten, bru­ta­len Ras­sis­ten, Schreib­tischt­tä­ter-Mör­der wie Kais Saied. Nahezu im Anschluss an die ers­ten Ver­trei­bungen und Trans­porte von Flücht­lin­gen in die Wüs­ten­re­gion zwi­schen Libyen und Tune­sien zum Ver­durs­ten, schloss die EU ein Migra­ti­onsabkom­men (45); Men­schen­rechts­stan­dards spie­len fak­tisch keine Rolle: Tune­sien ist bis heute eine Hölle für Migran­ten. Siehe auch: (46) Frei nach Frank­lin D. Roo­se­velts Bemer­kung über Nica­ra­guas Dik­ta­tor Somoza, gilt für die EU wie auch die Stadt­spitze: Kais Saied mag ein Huren­sohn sein, aber er ist unser Hurensohn. 

Im Mai die­sen Jah­res nun wollte die Ober­bür­ger­meis­te­rin anläss­lich des 60-jäh­ren Jubi­lä­ums der Städ­te­part­ner­schaft nach Tunis rei­sen, und sich dabei auch für „mehr Rechte für Frauen, LSBTI-Per­so­nen sowie Migran­ten ein­set­zen“ – 3 Jahre nach Beginn der ras­sis­ti­schen Hetze und der Morde gegen sub­sa­ha­ri­sche Migran­ten. Die Reise wurde dann von Frau Reker berech­tig­ter­weise abge­sagt. Inter­es­sant ihre Fest­stel­lung: „¸Eine Freund­schaft, die so alt ist, muss auch Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten aus­hal­ten – etwa zu aktu­el­len The­men, die die Men­schen welt­weit glei­cher­ma­ßen bewe­gen.‘“ (Her­vor­he­bung von mir, V.) (47)

Man stelle sich mal nur für einen Augen­blick mal vor, Reker hätte nach Wol­go­grad rei­sen wol­len, und hätte eine etwa­ige Absage in glei­cher Wort­wahl begrün­det… (48)

Völ­ker­mord. Wir schauen weg. Wurde hier schon immer so gemacht.

Am 07. Novem­ber 2024 wurde der israe­li­sche Bot­schaf­ter in der BRD im His­to­ri­schen Rat­haus der Stadt Köln von Handwerk.NRW mit dem euro­päi­schen Hand­werks­preis ausgezeichnet.

Zunächst: wer ist Ron Pro­sor und worum ging es bei die­ser Preisverleihung?

Ron Pro­sor wurde am 11.10.1958 in Kfar Saba, Israel, gebo­ren. Er war zunächst Offi­zier bei den israe­li­schen Streit­kräf­ten, stu­dierte dann Poli­tik­wis­sen­schaft in Jeru­sa­lem und arbei­tete fast 3 Jahr­zehnte im israe­li­schen Außenministerium.

Sei­nen Dienst als Bot­schaf­ter Isra­els trat er am 22.August 2022 an; desi­gniert wurde er am 29.12.2021, und damit unter der (zwei­ten) Regie­rung von Ben­ja­min Netan­jahu. (49)

Den Preis erhielt der Bot­schaf­ter „in Wür­di­gung sei­ner Ver­dienste um die deutsch-israe­li­sche Zusam­men­ar­beit in den Berei­chen Wirt­schaft, Bil­dung und Inno­va­tion …“. (50)

HWK-Prä­si­dent Hans Peter Wolls­ei­fer hob an Ron Pro­sor gewandt hervor:

«Sie bemü­hen sich in Ihrer Funk­tion um den Dia­log und um gute wirt­schaft­li­che Bezie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land und Israel. In Zei­ten wirt­schaft­li­cher Schwä­che und ange­sichts eines ste­tig wach­sen­den Fach­kräf­te­man­gels sind diese Bemü­hun­gen wich­ti­ger denn je.» (51) Auch die Ober­bür­ger­meis­te­rin war mit einer Rede ver­tre­ten. (52)

NRW-Hand­werks­prä­si­dent Andreas Ehlert hob in sei­ner Lau­da­tio her­vor, dass Pro­sor „mit kla­rer Spra­che und poli­ti­schem Rea­lis­mus immer wie­der wich­tige Debat­ten anstoße“. (53)

Klare Spra­che, poli­ti­scher Rea­lis­mus, wich­tige Debat­ten: bekannt wurde Pro­sor einer grö­ße­ren Öffent­lich­keit aber vor­al­lem mit der „kla­ren Spra­che“ von Angrif­fen auf links­li­be­rale jüdi­sche Israe­lis wie Meron Men­del, Debo­rah Feld­mann und Omri Boehm. Sie wur­den von Pro­sor als Anti­se­mi­ten bepö­belt. (54)

Auch die Nah­ost-Exper­tin Muriel Asse­burg wurde schon von Pro­sor in glei­cher Weise als (na, wen über­rascht es …) Anti­se­mi­tin dif­fa­miert – nur, weil sie einige völ­ker­recht­li­che Bana­li­tä­ten aus­sprach. In einem Inter­view wies sie, auf die West­bank und Gaza hin­deu­tend, dar­auf hin, „dass es völ­ker­recht­lich legi­tim ist, gegen Besat­zung Wider­stand zu leis­ten, wenn deren Ende unab­seh­bar ist“. (55) (56)

Avra­ham Burg nun, ehe­ma­li­ger Spre­cher der Knes­set, sprang ihr ange­sichts der vul­gä­ren Beschimp­fun­gen durch die israe­li­sche Bot­schaft in einem Gast­bei­trag am 21.07.2023 in der Süd­deut­schen bei. (57)

In die­sem Bei­trag ver­glich Burg die aktu­elle Regie­rung in Israel mit der AFD in Deutsch­land – mit­hin also als eine rechts­ra­di­kal-völ­ki­sche, faschis­ti­sche Regie­rung. Damit steht er als jüdi­scher Israeli nicht alleine da. „Wir haben heute wirk­lich den Faschis­mus an der Regie­rung“, so Moshe Zucker­mann in einem Inter­view (auch) über die Jus­tiz­re­form. (58) Burg sieht die Situa­tion in Israel als schlim­mer an als in Ungarn. Pro­sor reprä­sen­tiere als Bot­schaf­ter die­ser Regie­rung weder ihn, noch Mil­lio­nen ande­rer Israelis.

Ein Bot­schaf­ter also, der sich immer wie­der beflei­ßigt, die eige­nen Lands­leute zu bepöbeln und der eine vom Kaha­nis­mus (59) zer­fres­sene Regie­rung vertritt, 

die Mil­lio­nen ande­rer, libe­ra­ler Israe­lis nicht reprä­sen­tiert, dazu auch noch die Sied­ler in der West­bank zum Ter­ror gegen Paläs­ti­nen­ser ermu­tigt (60), wurde nun von Handwerk.NRW und der Ober­bür­ger­meis­te­rin, die sich in der „poli­ti­schen Mitte“ ver­or­tet, in Köln am 07.11.2024 geehrt. 

Das muss man sich erst ein­mal auf der Zunge zer­ge­hen lassen !

Zunächst also ein­mal war das ein Schlag in das Gesicht und eine Aus­gren­zung der israe­li­schen (Ethno-)Demo­kra­tie­be­we­gung (61), Zivil­ge­sell­schaft und aller links­li­be­ra­len, links- und nicht-zio­nis­ti­scher jüdi­scher Israe­lis – näm­lich derer, die zu Hun­dert­tau­sen­den in Israel auf die Stra­ßen gehen, um gegen die Jus­tiz­re­form zu demons­trie­ren wie auch derer, die für einen gerech­ten Frie­den zwi­schen Israel und Paläs­tina sind. Die Ehrung von Pro­sor ist des­halb als ein unfreund­li­cher Akt gegen­über dieser israe­li­schen Zivil­ge­sell­schaft zu werten.

Und auch hier wie­der die Heu­che­lei und Dop­pel­mo­ral Köl­ner kom­mu­na­ler Außen­po­li­tik: man kann nicht einer­seits berech­tig­ter­weise die illi­be­rale rus­si­sche Innenpoli­tik anpran­gerndann aber, wie die Ober­bür­ger­meis­te­rin in ihrer Rede, zu Israel schwei­gen. Wie wür­den es Mio Deut­sche emp­fin­den, wenn in einer israe­li­schen Groß­stadt z.B. Alice Wei­del geehrt würde – und das Bei­spiel ist nicht wirk­lich weit hergeholt!

Zudem aber ver­tritt Pro­sor auch eine Regie­rung, für deren Minis­ter­präsident Ben­ja­min Netan­jahu der Chef­an­klä­ger des Inter­na­tio­na­len Gerichts­ho­fes schon am 20. Mai 2024, also ein hal­bes Jahr vor der Preis­ver­lei­hung in Köln, einen Haft­be­fehl auf­grund des Ver­dachts auf Kriegs­ver­bre­chen und Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit im Gaza-Krieg bean­tragt hatte. (62)

Unmit­tel­bar nach dem Mas­sa­ker der Hamas und dem Beginn des Gaza-Krie­ges durch die IDF (2023) , warnte schon Raz Segal vor „einem Völ­ker­mord wie aus dem Lehr­buch“. (63) Hun­derte von Phi­lo­so­phen befürch­te­ten in einem offe­nen Brief am 08.11.23, ein Jahr vor der Preis­ver­lei­hung an Ron Pro­sor in Köln, einen „sich ent­fal­ten­den Geno­zid“. (64) Omer Bar­tov, der zu Beginn des Gaza-Krie­ges noch von der Gefahr eines Geno­zi­des in Gaza aus­ging, die man noch abwen­den könne, änderte seine Mei­nung in einem auf­se­hen­er­re­gen­den Inter­view mit dem Guar­dian im August ´24 (65), also 3 Monate vor der Preis­ver­lei­hung an Ron Pro­sor, und sprach nun von einem Völkermord.

Zu dem Zeit­punkt waren schon zehn­tau­sende von Frauen, Kin­dern und Män­nern durch israe­li­sches Mas­sen­bom­bar­de­ment ermor­det wor­den. Von Ron Pro­sor war/ist bekannt, dass er als Recht­fer­ti­gung dafür gern und unwi­derspro­chen die „Schutz­schild­theo­rie“ anführt: die Hamas verste­cke sich halt gern unter Zivi­lis­ten (66) – nach Völ­ker­ge­wohn­heits­recht (IHL) exis­tiert aber kein Recht auf Mas­sen­er­mor­dun­gen von Zivi­lis­ten durch Bom­bar­de­ments (67). (Siehe auch: (68).) Völker­recht­lich gilt auch: Israel hat in den besetz­ten Gebie­ten kein Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung nach Arti­kel 51 der Un-Charta und IGH-Gut­ach­ten vom 19.Juli2024. Es muss dem­nach die Besat­zung so schnell wie mög­lich been­den. (69)

Und dass die Hamas Zivi­lis­ten als Schutz­schild miss­braucht ist nicht ein einziges mal im dicht besie­del­ten Gaza-Strei­fen bewie­sen wor­den. (70) Nach­wei­sen konnte man das aber beim israe­li­schen Mili­tär. (71)

Die Hamas hat nach­weis­lich min­des­tens einige ihrer Gei­seln bei Kon­takt mit dem israel. Mili­tär ermor­det. (72) (Wenn sie das bei ande­ren nicht schon vor­her aus ande­ren Grün­den gemacht hat!) Andere wur­den direkt durch die israelischen Mili­tär­ak­tio­nen ermor­det – in der Regel durch Luft­an­griffe. (73)


Foto: DKP Köln

Wer sich, wie die Ober­bür­ger­meis­te­rin in ihrer Rede, mit einem Bot­schaf­ter einer faschis­ti­schen Regie­rung, die nur das Krieg­füh­ren kennt, aus Grün­den einer irgend­wie dahin geschwur­bel­ten Staats­rä­son gemein macht, ver­rät damit dann auch die israe­li­schen Gei­seln der Hamas (– wie sie auch kein Wort über die ~9500 paläs­ti­nen­si­schen Gei­seln in israe­li­schen Knäs­ten ver­liert), denn diese sind für Net­an­yahu und Co Neben­sa­che; ihr Ster­ben, wie von der Hamas, ein­kal­ku­liert. Für Jair Golan (ehe­mals Meretz, nach Zusam­men­schluss mit Avoda nun Vor­sit­zen­der der Par­tei „Die Demo­kra­ten“) dage­gen gilt: „Es geht nicht allein um das Leben der Gei­seln. Es geht um den Zusam­men­halt der Gesell­schaft. Sind wir bereit, Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der zu emp­fin­den? Gibt es Soli­da­ri­tät in der israe­li­schen Gesell­schaft?“ Soli­da­ri­tät statt Spal­tung: auch des­halb sind für Golan die Gei­seln prio­ri­tär und nicht der Krieg, wie für Netanyahu, Smot­rich, Ben-Gvir – und Ron Pro­sor, der diese Regie­rung ver­tritt. (74)

Kein Wort der Empa­thie der OB mit der Bevöl­ke­rung Gazas. Kein offe­nes Wort der Kri­tik an Kriegs­ver­bre­chen der IDF und ihrer poli­ti­schen Füh­rung. Kein offe­nes Wort über die kom­plette Igno­ranz des Völ­ker­rechts. Keine offene Kri­tik an der Ver­let­zung von Men­schen­rech­ten, keine offene Kri­tik am Sys­tem der Apart­heid (75) gegen­über den Palästinenser*innen. Statt des­sen: geno­zi­dale Kom­pli­zen­schaft und Kälte. Denn bei der Schwere der Fak­ten und begrün­de­ten Vor­würfe kann es nicht darum gehen, posi­tiv zu ver­mer­ken, dass sich die israel. Regie­rung schein­bar Kri­tik anhört, wie das Reker in ihrer Rede tat (52) – ohne dass min­des­tens ein Stopp der Waf­fen­lie­fe­run­gen gefor­dert wird. Wer das nicht tut, macht sich zum Kom­pli­zen. Es sollte bekannt sein, dass sich Net­an­yahu an kei­ner Stelle um die roten Linien geschert hat, die ihm vom IGH in Den Haag auf­ge­stellt wor­den sind: es braucht Kon­se­quen­zen. Man stelle sich nur mal für einen Augen­blick vor, Ger­hard Schrö­der würde bzgl. Russ­land davon reden, dass er auch schon mal im per­sön­li­chen Gespräch Kri­tik (wel­che?) äußert – wäh­rend wei­ter­hin die ukrai­ni­sche Bevöl­ke­rung bom­bar­diert wird: ein Sturm der Ent­rüs­tung wäre die Folge … (76)

Eine OB und die sie tra­gende Koali­tion aus Grü­nen, CDU und Volt ohne jede Ethik, Empa­thie und mit der kom­plet­ten Aus­gren­zung zehn­tau­sen­der Kölner*innen mit Wur­zeln in Nah­ost und Paläs­tina. Damit wird Frau Reker in Erin­ne­rung bleiben.

Monate spä­ter fiel Ron Pro­sor wie­der mit Dif­fa­mie­run­gen und Pöbe­leien auf, dies­mal gegen­über Omer Bar­tov, der im Spie­gel und der FR seine Begrün­dung der Wer­tung eines Geno­zids in Gaza dar­stellte. (77)

Anfang Juni die­sen Jah­res äußerte auch der dt. Völ­ker­recht­ler, Prof. Kai Ambos: 

„ … Ins­ge­samt spricht die Dyna­mik des Kon­flikts heute eher für als gegen einen Völ­ker­mord. In die­sem Zusam­men­hang ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Ver­nich­tungs­ab­sicht nicht das ein­zige Motiv des Täters oder der kol­lek­ti­ven Ein­heit sein muss, die angeb­lich einen Völ­ker­mord begeht. Viel­mehr kann eine völ­ker­mör­de­ri­sche Absicht durch­aus mit ande­ren Moti­ven zusam­men­tref­fen, z.B. mit bestimm­ten mili­tä­ri­schen Zie­len oder sicher­heits­po­li­ti­schen Über­le­gun­gen.“ (78)

Der israe­li­sche Bot­schaf­ter Ron Pro­sor konnte und kann nie­mals Refe­renz­punkt für die Köl­ner Lokal­po­li­tik sein; er spal­tet die jüdi­schen Com­mu­nity, zeigt sich in sei­nen Pöbe­leien unfä­hig zum Dia­log, zur Aus­ein­an­der­set­zung und in der Dif­fa­mie­rung von Omer Bar­tov noch­mals als ein Apo­lo­get, ein Ver­tei­di­ger des Völ­ker­mor­des. (auch: 79)

Seine Ehrung hier in Köln ist ein scho­ckie­ren­der Skandal.

Fazit

Das Städ­te­part­ner­schafts­kon­zept der Stadt Köln for­mu­liert eine mora­li­sche, wer­te­ge­lei­tete kom­mu­nale Außenpolitik. 

Es ließ sich aber zei­gen, dass Geo- und Bünd­nis­po­li­tik (NATO, EU), Abschottung gegen Flücht­linge, Staats­rä­son, Absi­che­rung von Kapi­tal­ex­port statt­des­sen die bestim­men­den Merk­male die­ser Außen­po­li­tik sind.

Dop­pelte Stan­dards, Heu­che­lei, Dop­pel­mo­ral sind wie im Bund das Ergebnis.

Kom­mu­nale Außen­po­li­tik ist aber auch Stadt-Mar­ke­ting und dient ebenso der Wirt­schafts­för­de­rung. Heu­che­lei steht dem entgegen.

Das zeigt die Not­wen­dig­keit einer Neu­for­mu­lie­rung auf – und es ist frag­lich, ob der neue Stadt­rat dazu wil­lens und fähig sein wird. (80)

Wün­schens­wert wäre eine breite Bewe­gung zu einer sol­chen Neu­for­mu­lie­rung von unten, bestehend aus Städ­te­part­ner­schafts­ver­ei­nen, Gewerk­schaf­ten, den gro­ßen Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, der kri­ti­schen links­li­be­ra­len Köl­ner Gegenöffentlich­keit, Sozi­al­de­mo­kra­ten, Linksso­zia­lis­ten und Kommunisten.

Es sollte dabei klar sein, dass einer grün-mora­li­schen keine linke mora­li­sche Außen­po­li­tik ent­ge­gen gesetzt wer­den kann.

Eine sol­che Neu­for­mu­lie­rung sollte die Frie­dens­frage in den Mit­tel­punkt städt. Außen­po­li­tik stel­len wol­len, mit­hin zwin­gend dabei nur das Völ­ker­recht gel­ten las­send und sich ideo­lo­gi­schen Kon­zep­ten west­li­cher Hege­mo­nie wie dem von der „regel­ba­sier­ten Ord­nung“ ent­ge­gen­stel­len. (81)

Für Fati Dosso und Marie. 

Und all die ande­ren, die im tune­sisch-liby­schen Grenz­land, im Wüs­ten­sand liegen.

Volk­mar, Mit­glied der DKP Köln-Innen­stadt, 3. Juli 2025

Anmer­kun­gen:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeindepartnerschaft
(2) https://koelnerleben-magazin.de/themen/unser-koeln/freundschaftsbrucken-in-alle-welt.html
(3) https://koelnerleben-magazin.de/themen/unser-koeln/freundschaftsbrucken-in-alle-welt.html
(4) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=905549&type=do
Seite 50
(5) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=905549&type=do
Seite 49/50
(6) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=905549&type=do
Seite 54 ff.
(7) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=905549&type=do
Zur Hilfe gezo­gen wird aus­ge­rech­net der sog. „Trans­for­ma­ti­ons­in­dex“
der Ber­tels­mann-Stif­tung.
(8) https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/menschenrechtsimperialismus siehe auch hier:
https://www.unsere-zeit.de/der-menschenrechtsimperialismus-159569/
(9) https://taz.de/Namibia-zu-Den-Haag/!5985258/
(10) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=905549&type=do
Seite 51 ff.
(11) Nor­man Paech: Men­schen­rechte, Papy­Rossa Ver­lag, 2019. Seite 176
(12) siehe auch hier: „Abschlie­ßende Bemer­kun­gen zum sechs­ten Staa­ten­be­richt Deutsch­lands des Aus­schus­ses über wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Rechte der Ver­ein­ten Natio­nen, (E/C.12/DEU/CO/6) vom
12. Okto­ber 2018“, (UN ECO­SOC, 2018) → https://www.dkp-koeln.de/wp-content/uploads/2025/07/ICESCR_Staatenbericht_DEU_6_Abschl_2018-fbd.pdf
(13) https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/menschenrechte-un-menschenrechtsrat-upr-verfahren-deutschland-amtsberg
(14) https://www.ksta.de/koeln/obdachlosigkeit-in-koeln-haben-viele-frauen-und-kinder-keine-wohnung-849574
(15) https://www.jungewelt.de/artikel/502129.vollendung.html
(16) https://zeitschrift-luxemburg.de/artikel/regelbasierte-internationale-ordnung-versus-post-koloniale-emanzipation/
(17) https://www.telepolis.de/features/Wer-bestimmt-die-Regeln-der-regelbasierten-Weltordnung-8974519.html
(18) https://www.nachdenkseiten.de/?p=134964
(19) https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/internationales/staedtepartnerschaften/dnipro-ukraine
(20) https://www.sevimdagdelen.de/rechtsextreme-auspraegungen-der-ukrainischen-geschichtspolitik/
https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/460156.ukraine-keine-eigenen-erkenntnisse.html
(21) https://www.nachdenkseiten.de/?p=94983
(22) https://www.nbcnews.com/think/opinion/ukraine-has-nazi-problem-vladimir-putin-s-denazification-claim-war-ncna1290946
(23) https://www.hintergrund.de/politik/welt/verblendet-durch-die-schwarze-sonne/
https://www.jungewelt.de/artikel/427013.ukraine-konflikt-wir-haben-spa%C3%9F-am‑t%C3%B6ten.html
(24) https://www.nachdenkseiten.de/?p=103393
(25) https://www.linksfraktion-koeln.de/politik-im-rat/detail/staedtepartnerschaft-mit-dnipro/
(26) https://www.linksfraktion-koeln.de/politik-im-rat/detail/den-menschen-in-dnipro-eine-botschaft-schicken-ihr-seid-nicht-allein/
(27) https://www.ksta.de/koeln/krieg-in-ukraine-koeln-legt-staedtepartnerschaft-mit-wolgograd-auf-eis-338047
(28) https://www.express.de/koeln/koeln-will-verbindung-zu-russischer-partnerstadt-kappen-89491
(29) https://www.t‑online.de/region/koeln/id_91782198/koeln-legt-beziehung-zu-wolgograd-auf-eis-.html
(30) https://www.express.de/koeln/koeln-will-verbindung-zu-russischer-partnerstadt-kappen-89491
(31) https://www.express.de/koeln/koeln-will-verbindung-zu-russischer-partnerstadt-kappen-89491
(31) https://www.ksta.de/leserbriefe/leserbriefe-zur-staedtepartnerschaft-koeln-wolgograd-eiszeit-beschluss-ueberdenken-322584
(32) https://www.ksta.de/koeln/kommentar-zu-wolgograd-koeln-haette-partnerschaft-nicht-ganz-aussetzen-sollen-168618
(33) https://taz.de/Migranten-in-Tunesien/!5914344/
(34) https://www.arte.tv/de/videos/125279–000‑A/tunesien-die-hoelle-fuer-migranten/
(35) https://www.arte.tv/de/videos/125279–000‑A/tunesien-die-hoelle-fuer-migranten/
(36) https://www.fr.de/politik/flucht-migrationspakt-eu-menschenleben-gefluechtete-tunesien-wueste-ausgesetzt-saied-migration-zr-92388244.html
https://lotta-magazin.de/ausgabe/92/ab-in-die-wuste/
(37) https://www.infomigrants.net/en/post/50635/libya-more-migrants-bodies-found-near-tunisia-border
(38) https://www.merkur.de/politik/tunesien-sfax-schwarze-migranten-krise-gewalt-rassismus-diskriminierung-flucht-zr-92642922.html
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/migranten-wueste-libyen-tunesien-100.html
(39) https://www.infomigrants.net/en/post/58339/un-discovers-mass-grave-of-migrants-along-libyatunisia-border
(40) https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/tunesien-urteil-oppositionelle-102.html
(41) https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/tunesien-repression-zivilgesellschaft-praesident-kais-saied
(42) https://www.t‑online.de/region/koeln/id_91782198/koeln-legt-beziehung-zu-wolgograd-auf-eis-.html
(43) https://www.unsere-zeit.de/erdrosselt-4798749/
https://www.freitag.de/autoren/ingar-solty/russland-sanktionen-sind-voelliger-schuss-ins-knie
https://www.dkp-koeln.de/wp-content/uploads/2025/07/EPITOM-Sanktionsmaschine-final-38b.pdf
(44) https://www.telepolis.de/features/EU-Migrationsdeal-mit-Tunesien-Wegschauen-fuer-die-Festung-Europa-10317705.html
(45) https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/tunesien-migration-eu-100.html
https://www.brusselstimes.com/622289/tunisia-eu-agreement-mother-and-daughters-tragic-desert-death-fuels-more-anger
https://www.brusselstimes.com/608173/eu-and-tunisia-reach-political-agreement-on-partnership-without-democracy-conditions
(46) https://taz.de/Abwehr-von-Fluechtlingen/!6083560/
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1190471.tunesien-angriff-in-den-olivenhainen.html
(47) https://www.express.de/koeln/kurz-vor-abflug-koeln-ob-reker-sagt-reise-ploetzlich-ab-1025885
(48) die Stadt­spitze kann sich hier auch nicht auf Punkt 6 (Seite 54, siehe (4)) der „Men­schen­recht­li­che Leit­li­nien der kom­mu­na­len Außen­po­li­tik der Stadt Köln“ beru­fen: das wäre im Umgang mit Wol­go­grad auch mög­lich gewe­sen…
(49) https://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Prosor
(50) https://www.handwerk.nrw/presse/pressemitteilungen/3‑september-2024–1#c2033
(51) https://www.hwk-koeln.de/artikel/rheinischer-abend-mit-ron-prosor-32,0,2987.html
(52) https://www.dkp-koeln.de/wp-content/uploads/2025/07/r_241107_europaeischer_handwerkspreis_2024-d10.pdf
(53) https://www.hwk-koeln.de/artikel/rheinischer-abend-mit-ron-prosor-32,0,2987.html
(54) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/schaemen-sie-sich-ron-prosor-kritisiert-spiegel/
(55) https://taz.de/Kampagne-von-Israels-Botschaft/!5943786/
(56) https://www.sueddeutsche.de/politik/israel-botschaft-asseburg-interview-tilo-jung-antisemitin-kritik‑1.6035432
(57) https://www.sueddeutsche.de/meinung/prosor-asseburg-netanjahu-demokratie-justizreform-kommentar‑1.6051039?reduced=true
(58) https://overton-magazin.de/top-story/die-geplante-reform-der-netanjahu-regierung-ist-ein-umsturz-ein-coup-detat/
(59) https://overton-magazin.de/top-story/afd-und-kahanismus-ein-vergleich/
(60) https://www.btselem.org/press_releases/20231029_joint_emergency_call_to_the_international_community_stop_the_forcible_transfer_in_the_west_bank
(61) Israel ist keine Demo­kra­tie, siehe auch Ilan Pappe: „Was ist los mit Israel?“, 2016, Books on Demand, u.A. zu dem Demo­kra­tie­my­thos Israel. Ebenso Dalia Scheind­lin:
https://taz.de/Expertin-ueber-die-israelische-Demokratie/!6065667/
siehe auch: https://www.sueddeutsche.de/politik/israel-nationalstaatsgesetz‑1.4061161
(62) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/haftbefehl-netanjahu-100.html
(63) http://palaestina-solidaritaet.de/ein-voelkermord-wie-aus-dem-lehrbuch/
(64) https://aurdip.org/en/philosophy-for-palestine/
(65) https://www.theguardian.com/world/article/2024/aug/13/israel-gaza-historian-omer-bartov
(66) https://verwaltungslehre.uni-koeln.de/koelner-gespraeche/ron-prosor
(67) https://www.ecchr.eu/fall/voelkerrecht-unter-beschuss/
(68) https://www.middleeastmonitor.com/20241015-german-fm-israel-can-kill-civilians-in-gaza-to-defend-itself/
https://nex24.news/2024/10/un-vertreterin-verurteilt-annalena-baerbocks-gaza-aeusserungen/
https://taz.de/Menschenrechtsverletzungen-durch-Israel/!6049136/
(69) https://monde-diplomatique.de/artikel/!6033932
(70) https://www.middleeastmonitor.com/20241016-un-official-denounces-germanys-defence-of-israels-bombing-of-palestinian-civilians-in-gaza/
(71) https://www.spiegel.de/ausland/gaza-krieg-wie-die-israelische-armee-palaestinenser-als-menschliche-schutzschilde-missbraucht-a-b2156123-9078–490f-bc05-161c8b4a1b33
(72) https://www.juedische-allgemeine.de/israel/hamas-droht-mit-hinrichtung-von-matan/
(73) https://www.nzz.ch/international/israel-drei-geiseln-in-gaza-von-eigenen-soldaten-erschossen-ld.1770863
https://www.spiegel.de/ausland/gaza-drei-israelische-geiseln-wurden-wohl-bei-luftangriff-von-israel-getoetet-a-a67e8803-5c45-466e-aec8-51463da963e7
(74) https://www.tagesspiegel.de/internationales/israelischer-ex-general-jair-golan-im-gesprach-wenn-man-alle-geiseln-befreien-will-muss-man-mit-der-hamas-verhandeln-11188444.html
(75) „Laut IGH ver­letzt Israel zudem meh­rere Men­schen­rechts­kon­ven­tio­nen: …
Da Israel im West­jor­dan­land und in Ost­je­ru­sa­lem ¸eine fast voll­stän­dige Tren­nung zwi­schen Sied­lern und Paläs­ti­nen­sern‘ durch­setze, ver­letze das Land Arti­kel 3 der UN-Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rungs­kon­ven­tion (ICERD), die Ras­sen­tren­nung und Apart­heid ver­ur­teilt.“ https://monde-diplomatique.de/artikel/!6033932
(76) Im Gegen­satz zu der geno­zi­da­len Kälte und Kom­pli­zen­schaft der Stadt­spitze die unglaub­lich berüh­rende Hal­tung des groß­ar­ti­gen israe­li­schen Intel­lek­tu­el­len Tom Segev im Inter­view mit der „Zeit“; eine sol­che Hal­tung ist Reker und der sie tra­gen­den Koali­tion bis heute nicht mög­lich: https://www.zeit.de/2025/24/krieg-gaza-israel-tom-segev-volker-beck
(77) https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/genozid-forscher-ziel-der-offensive-war-die-palaestinensische-gesellschaft-systematisch-zu-zerstoeren-93553501.html
https://www.spiegel.de/ausland/historiker-omer-bartov-ueber-israels-traumata-die-unfaehigkeit-die-realitaet-als-das-zu-sehen-was-sie-ist-kann-israel-selbst-sehr-schaden-a-f361cdf4-a5db-4462-bfcc-eecfaf48fd94
https://www.welt.de/politik/article255310132/Wegen-Interview-Schaemen-Sie-sich-Israelischer-Botschafter-attackiert-Spiegel.html
(78) https://verfassungsblog.de/genocide-in-gaza/
Über­setzt mit deepl: „…, on the whole, the dyna­mics of the con­flict now speak more in favour of geno­cide than against it. In this con­text, it bears not­ing that the intent to des­troy need not be the sole motive of the per­pe­tra­tor or the coll­ec­tive entity alle­gedly pur­suing a geno­cide. Ins­tead, a geno­ci­dal intent may well coin­cide with other moti­ves, e.g. cer­tain mili­tary objec­ti­ves or secu­rity policy con­side­ra­ti­ons.“
(79) der links­li­be­rale Gideon Lewy: https://www.jungewelt.de/artikel/503098.dokumentiert-gideon-levy-%C3%BCber-massaker-der-israelischen-armee-an-hungernden-in-gaza.html
(80) https://www.linksfraktion-koeln.de/index.php?id=69161&no_cache=1&tx_news_pi1[news]=408243&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail
(81) https://jacobin.de/artikel/die-neue-aussenpolitik-ist-selbstgerecht-annalena-baerbock-china-russland-wertegeleitete-aussenpolitik
https://jacobin.de/artikel/scholz-baerbock-ostpolitik-aussenpolitik-russland-nato-geopolitik-imperialismus
https://jacobin.de/artikel/geooekonomie-aussenpolitik-sicherheitspolitik-protektionismus-imperialismus
https://jacobin.de/artikel/aussenpolitik-frieden-werte


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