Köl­ner Dop­pel­haus­halt 2027/28

Karikatur. Kreditkartenmännchen mit großen Zahlen, Dollar-Zeichen, Chip etc. und heruntergelassener Hose.

Haupt­auf­gabe des städ­ti­schen Haus­halts: Zins und Til­gung des Kommunalkredits

Die Finanz­si­tua­tion der Kom­mu­nen ist kata­stro­phal. Die Köl­ner Stadt­käm­me­rin Dörte Die­mert sprach in ihrer Rede anläss­lich der Ein­brin­gung des Köl­ner Dop­pel­haus­halts für 2027/28 am 2. Sep­tem­ber von der größ­ten Finanz­krise der Städte und Gemein­den seit Bestehen der BRD. Der Deut­sche Städ­te­tag rech­net mit einem Rekord­de­fi­zit aller deut­schen Kom­mu­nen von rund 30 Mrd. Euro für die­ses Jahr. Von den knapp 400 Städ­ten und Gemein­den haben 336 einen Haus­halt mit Ver­lust­vor­trag (d.h. Ver­schie­ben von Schul­den in die Zukunft. Köln zählt zu die­sen Städ­ten.) und 50 sind über­schul­det und befin­den sich in der Haus­halts­si­che­rung. Nach der aktu­el­len Pro­gnose von Die­mert wird die Stadt Köln Ende 2031 über­schul­det sein und damit das Schick­sal vie­ler deut­scher Kom­mu­nen tei­len, «wenn es nicht gelingt die Ver­luste in den kom­men­den Jah­ren deut­lich zu redu­zie­ren.» Was «Über­schul­dung» bedeu­tet, führte die Käm­me­rin in ihrer Haus­halts­rede für den Haus­halt 25/26 aus: «Ab die­sem Zeit­punkt gehört das gesamte städ­ti­sche Ver­mö­gen – Stra­ßen, Gebäude, Kunst, Fahr­zeuge…, gehört all das den Ban­ken und Gläu­bi­gern der Stadt.»
Nach einer Reduk­tion der Schul­den in den kom­men­den Jah­ren sieht es indes in der Haus­halts­pla­nung nicht aus.
Der aktu­elle Haus­halts­ent­wurf rech­net im kom­men­den Jahr mit einem Minus von 811,7 Mio. Euro und für 2028 mit einem Minus von 931,4 Mio, ins­ge­samt also mit 1,74 Mrd. wei­te­ren Schul­den in den nächs­ten zwei Jah­ren. Im Dop­pel­haus­halt 25/26 ging man noch von einem Minus von 395,1 Mio, bzw. 484,7 Mio., also wei­te­ren Schul­den in Höhe von ins­ge­samt 879,8 Mio. für die Jahre 2027/28 aus. Es ist also noch schlim­mer gekom­men als erwar­tet.
Für die nächs­ten 5 Jahre wird mit einem Defi­zit von 4,4 Mrd. gerech­net. Die Gesamt­ver­schul­dung der Stadt Köln liegt der­zeit bei etwa 7,5 Mrd. und damit über dem Umfang des Haus­halts mit geplan­ten Aus­ga­ben in Höhe von 7,15 Mrd. für 2027 und 7,49 Mrd. für 2028.
Bis zum Jahr 2029 wird mit einem Anstieg der Gesamt­ver­schul­dung auf sage und schreibe 12 Mrd. Euro gerech­net, eine Ver­vier­fa­chung inner­halb von 6 Jah­ren.
Mit dem Schul­den­berg wächst natür­lich auch der Kre­dit­berg. Allein um die Zah­lungs­fä­hig­keit zu gewähr­leis­ten, hat die Stadt für 2026 den Höchst­be­trag für zin­steure Liqui­di­täts- bzw. Kas­sen­kre­dite auf 3 Mrd. Euro ange­ho­ben.
Nach Schät­zun­gen wer­den ab 2027 jedes Jahr rund 1 Mrd. dazu­kom­men. Schon jetzt lie­gen die Zins­auf­wen­dun­gen im Haus­halts­ent­wurf 2027 bei 233,4 Mio. und 2028 bei 294,7 Mio. Euro. Sie wer­den sich in den nächs­ten 5 Jah­ren laut Die­mert ver­drei­fa­chen. Mit ande­ren Wor­ten: die Kom­mu­nal­kre­dite wer­den zuneh­mend zum Haupt­in­stru­ment zur Finan­zie­rung der städ­ti­schen Auf­ga­ben und die Bedie­nung der Kre­dit­zin­sen wird zuneh­mend zur Haupt­auf­gabe des städ­ti­schen Haushalts.1

Die Stadt­käm­me­rin sieht ange­sichts die­ser düs­te­ren Aus­sich­ten ihre Auf­gabe darin, die Haus­halts­si­che­rung zu ver­mei­den bzw. hin­aus­zu­zö­gern und die kom­mu­nale Hand­lungs­fä­hig­keit zu erhal­ten. Ein soge­nann­tes «Haus­halts­si­che­rungs­kon­zept (HSK)» muss auf­ge­stellt wer­den, wenn die all­ge­meine Rück­lage der Stadt in einem Jahr um 25% oder in zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den um jeweils 5% schrumpft, oder, wenn das Eigen­ka­pi­tal Fehl­be­träge nicht aus­glei­chen kann, d.h. wenn die Stadt über­schul­det ist.
Im Fall der Haus­halts­si­che­rung setzt das Land einen Kom­mis­sar ein, der dann anstelle der Stadt den Rot­stift anlegt. Kür­zen möchte Die­mert aber lie­ber selbst. Um die kom­mu­nale Hand­lungs­fä­hig­keit zu erhal­ten. Die Kür­zun­gen im Haus­halt 25/26 (93 Mio. für das Jahr 2025, schritt­weise Erhö­hung auf 115 Mio. jähr­lich bis 2029) vor allem bei den frei­wil­li­gen Leis­tun­gen, im Kul­tur- und Sozi­al­be­reich, bei den Armen und sozial Schwa­chen nennt sie Kon­so­li­die­rungs­maß­nah­men. Der aktu­elle Haus­halts­ent­wurf sieht Ein­spa­run­gen in Höhe von rund 250 Mio. Euro vor. Die­mert ist über­zeugt: «Unsere Zah­len wären noch schlech­ter, wenn wir nicht früh­zei­tig damit begon­nen hät­ten gegen­zu­steu­ern.» Auch die Haus­halts­sperre umge­hend nach der Wahl von Tors­ten Bur­mes­ter zum OB im Zeit­raum vom 4. Novem­ber bis 31. Dezem­ber 2025 sei not­wen­dig gewe­sen. Die­mert: «Wir hin­ter­fra­gen seit­dem jede noch so frei­wil­lige Leis­tung und durch­fors­ten auch das Port­fo­lio der pflich­ti­gen Auf­ga­ben, wo wir rechts­si­cher bei Stan­dards spa­ren und effi­zi­en­ter wer­den kön­nen.»
Das gilt frei­lich nicht für Groß­pro­jekte und Mil­li­ar­den­grä­ber wie die Sanie­rung der Köl­ner Oper, die am Ende nach 14 Jah­ren mit 1,5 Mrd. Euro zu Buche stand. Ursprüng­lich sind dafür 220 Mio. ver­an­schlagt wor­den. Köln toppt damit den Skan­dal um den Bau der Elb­phil­har­mo­nie, die nach 10 Jah­ren Bau­zeit 789 Mio. kos­tete. Die Stadt trägt die Kos­ten für die Sanie­rung der Oper zu 100%. Kein Wort dazu von Die­mert in ihrer Haus­halts­rede. Ein FAZ-Arti­kel stellt die Frage, warum die Kos­ten bei Groß­pro­jek­ten in Deutsch­land im inter­na­tio­na­len Ver­gleich so hoch sind. Die Sanie­rung der Oper in Bolo­gna ist zum Bei­spiel schon nach drei Jah­ren Bau­zeit für schlappe 20 Mio. Euro fer­tig­ge­stellt wor­den. Die Ant­wort der FAZ über­zeugt indes­sen nicht: in Deutsch­land bestün­den zu kom­plexe Vor­schrif­ten, zu viel Büro­kra­tie. Im Fall der Köl­ner Oper war vor allem die man­gelnde Bau­auf­sicht für den Fusch am Bau ver­ant­wort­lich. Die Stadt hat wesent­li­che Teile der ope­ra­ti­ven Pla­nung, Steue­rung und Bau­lei­tung an externe Unter­neh­men abge­ge­ben. So lag die Pro­jekt­steue­rung der Opern-Sanie­rung von 2015 bis 2025 bei der Zar­in­far GmbH.

In ihrer Haus­halts­rede zählt Die­mert die zen­tra­len Auf­ga­ben­be­rei­che und deren Kos­ten­ent­wick­lung auf. Es han­delt sich dabei um Pflicht­auf­ga­ben, zu deren Erfül­lung die Stadt in den kom­men­den Jah­ren mehr Geld in die Hand neh­men muss.
Für den Bereich Sozia­les sind im Haus­halts­ent­wurf für die nächs­ten 2 Jahre 1,4 Mrd. Euro vor­ge­se­hen, ein Plus von 86,5 Mio. bzw. 124,2 Mio. Der größte Zuwachs fällt bei der Hilfe zur Pflege um 21% auf 133 Mio. an. 127 Mio. mehr sind für die Sozi­al­hilfe inklu­sive Grund­si­che­rung im Alter und der Hilfe zur Pflege vor­ge­se­hen. Die Kos­ten der ambu­lan­ten Ein­glie­de­rungs­hilfe stei­gen um 49% gegen­über 2026. Für die Hilfe für junge Men­schen und Fami­lie wer­den 475 Mio. ver­an­schlagt, ein Plus von 128 Mio.
800 Mio. sol­len in den Bereich Schule und Kita flie­ßen, vor allem in die Fer­tig­stel­lung der 52 bereits beschlos­se­nen Neu­bau­ten, bei denen die Stadt durch die Absen­kung von Stan­dards spa­ren will. Als beson­ders kos­ten­in­ten­si­ver Pos­ten haben sich die Schul­mie­ten ent­wi­ckelt. Sie haben sich in den letz­ten 10 Jah­ren ver­drei­facht. Allein für 2028 sind dafür 451 Mio. vor­ge­se­hen. Hier fal­len der Stadt die Public-Pri­vate-Part­ner­ship (PPP)-Verträge auf die Füße, bei denen die Stadt zwar zunächst die Bau- und Finan­zie­rungs­kos­ten spart, aber dafür über die Dauer von 20, 30 Jah­ren die stei­gen­den Mie­ten auf­brin­gen muss und unter dem Strich finan­zi­ell deut­lich schlech­ter dasteht. Die Pro­fite der Ver­mie­ter, für die die Stadt auf­kommt, machen den Unter­schied. Offen­bar dro­hen sogar Ein­schnitte bei uner­läss­li­chen Schul­neu­bau­ten. Die­mert: «wir reden über alles, auch über Bau und Aus­stat­tung von Schu­len». Schuld­er­zer­nent Robert Voigts­ber­ger: «Es wird die eine oder andere Schul­bau­maß­nahme geben, die wir nicht mehr durch­füh­ren.» (KR 4. September). 

Neben die­sen Auf­ga­ben­be­rei­chen beträgt der Per­so­nal­etat im kom­men­den Haus­halt 1,6 Mrd. Euro.
Auch hier soll ein­ge­spart wer­den. Ab 2027 sol­len jähr­lich 3% der 20.000 Stel­len der Stadt­ver­wal­tung ent­fal­len.
Hohe Mil­lio­nen­be­träge sol­len in die Sicher­heits­in­fra­struk­tur, in Brü­cken- und Stra­ßen­bau­maß­nah­men inves­tiert wer­den. Aus dem soge­nann­ten «Son­der­ver­mö­gen» des Bun­des erhält die Stadt Köln dafür 522 Mio. Euro über den Zeit­raum von 12 Jah­ren, also durch­schnitt­lich 43,5 Mio pro Jahr (!). Sie betref­fen selbst­ver­ständ­lich nur die Pflicht­aus­ga­ben: 261 Mio. sol­len in den Schul­neu­bau, 175 Mio. in Ver­kehrs- und Sport­in­fra­struk­tur, in Digi­ta­li­sie­rung, öffent­li­che Sicher­heit und Kri­sen­re­si­li­enz flie­ßen. Wobei Kri­sen­re­si­li­enz ein ande­res Wort für Kriegs­er­tüch­ti­gung ist, etwa durch den Bau einer unter­ir­di­schen Inten­siv­sta­tion mit 600 Bet­ten in der städ­ti­schen Kli­nik in Mer­heim.
Im Hin­blick auf Inves­ti­tio­nen hat die Stadt einen Kos­ten­de­ckel von 350 Mio. Euro beschlos­sen.
Davon sind allein für die Sanie­rung der Seve­rins­brü­cke für die nächs­ten 5 Jah­ren Kos­ten in Höhe von 175 Mio. im Haus­halt ein­ge­plant. Die Grob­schät­zung liegt aber schon bei 325 Mio., eben weil der Bau vor­aus­sicht­lich län­ger dau­ern wird.
Eben­falls im Haus­halts­plan ent­hal­ten sind die wei­te­ren Pla­nungs­kos­ten für die bei­den gro­ßen Stadt­bahn­pro­jekte Nord-Süd-Stadt­bahn und Aus­bau der Linie 1 auf der Ost-West-Achse.

Die Stadt Köln ver­zeich­net bei der Gewer­be­steuer mit 1,67 Mrd. im Jahr 2025 gerin­gere Ein­nah­men als die Jahre zuvor (2023: 1,78 Mrd). Die Steu­er­schät­zung für das Jahr 2026 musste auf­grund der schwä­che­ren Wirt­schafts­lage um wei­tere 118 Mio. Euro nach unten kor­ri­giert wer­den.
Ein­ge­bro­chen sind um 30% die Mit­tel aus dem kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich. Sie lie­gen bei 471 Mio. Euro für das Jahr 2027. Die­mert: «Die wär­mende Decke des Finanz­aus­gleichs wird gemes­sen am Gesamt­be­darf immer klei­ner.» Die­mert klagt dar­über, dass Köln als größte NRW-Kom­mune im Finanz­aus­gleich nicht adäquat abge­bil­det werde. Sie kri­ti­siert wie die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bände in den letz­ten Jah­ren, dass den Kom­mu­nen immer mehr Auf­ga­ben über­tra­gen wer­den, die von Bund und Län­dern nicht aus­rei­chend gegen­fi­nan­ziert wer­den. In die­sem Punkt hat sie recht. Die Ver­ar­mung der Kom­mu­nen ist struk­tu­rell ange­legt: Sie erfül­len 25% der öffent­li­chen Auf­ga­ben, erhal­ten aber ledig­lich 14% der Steu­er­ein­nah­men. Die­mert nennt als Bei­spiele die Kos­ten­stei­ge­run­gen beim offe­nen Ganz­tag, der Ein­glie­de­rungs­hilfe und für die Mobi­li­täts­wende, die den Kom­mu­nen auf­ge­bür­det wer­den. Sie for­dert daher struk­tu­relle Refor­men, z.B. ein höhe­rer Anteil an der kom­mu­na­len Umsatz­steuer und ande­ren Gemein­schafts­steu­ern wie der Ein­kom­mens­steuer. Auch diese For­de­rung wird von den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den geteilt.
Die mons­trö­sen und unbe­grenz­ten Rüs­tungs­aus­ga­ben der Bun­des­re­gie­rung wer­den indes nicht benannt. Die Abwäl­zung der Kos­ten von Krise und Kriegs­vor­be­rei­tung auf die Kom­mu­nen wird als der eigent­li­che Grund für die Ver­schul­dung der Kom­mu­nen von den poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen und der bür­ger­li­chen Presse geflis­sent­lich verschwiegen.

Die­mert been­det ihre Rede mit der Ein­stim­mung auf Ver­zicht. «Wir kön­nen uns nicht mehr alles leis­ten». «Wir müs­sen den Mut haben, auf Lieb­ge­won­ne­nes zu ver­zich­ten.»
Wer wir ist und wo gekürzt wird, konnte man in den letz­ten Wochen der Lokal­presse ent­neh­men.
Gekürzt wird wie gehabt vor allem bei den frei­wil­li­gen Leis­tun­gen, im Kul­tur- und Sozi­al­be­reich und bei den Ärmsten. 

Um nur einige Kür­zungs­ab­sich­ten zu nen­nen: Bei der Kin­der- und Jugend­ar­beit sol­len 8,7 Mio. Euro ein­ge­spart wer­den. Kom­plette Strei­chun­gen der städ­ti­schen Zuschüsse sieht der Haus­halts­plan vor bei der Ein­schu­lungs­hilfe für Fami­lien mit Köln-Pass (2026 noch 180.000 Euro), für Frau­en­pro­jekte (250.000 Euro) und für Anti­ras­sis­mus- und Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit. Bei den 14 Bür­ger­häu­sern will die Stadt die Zuschüsse ab 2028 um 25% kür­zen, eine Reihe von Bür­ger­zen­tren schlie­ßen und dadurch 1,7 Mio. ein­spa­ren. Schon in den letz­ten Jah­ren sind die städ­ti­schen Mit­tel für die Bür­ger­häu­ser nicht erhöht wor­den, was allein ange­sichts der Infla­tion eine Kür­zung dar­stellt. Mit­tel ein­spa­ren will die Stadt zudem durch die «Zusam­men­le­gung» genannte Schlie­ßung von Museen und Samm­lun­gen. Laut KR sei die Pla­nung noch wenig kon­kret, die Ein­spa­run­gen belie­fen sich aber ins­ge­samt auf 4 Mrd. Die Sport­för­de­rung schwinde von 12,3 Mio im Jahr 2026 auf 8 Mio im Jahr 2028.
Hinzu kom­men Gebüh­ren­er­hö­hun­gen beim Abwas­ser, Par­ken, Ehe­schlie­ßun­gen etc. Auch bei der Grund­in­stand­set­zung der Stra­ßen soll gespart werden.

Pro­teste gegen die Kür­zungs­vor­ha­ben der Stadt gab es bereits bei der Ein­brin­gung des Haus­halts am 2. Sep­tem­ber. Ver­bände der Wohl­fahrts­pflege, Trä­ger von sozia­len Ein­rich­tun­gen und Hil­fen lau­fen seit­dem dage­gen Sturm. Es geht um ihre Exis­tenz. In offe­nen Brie­fen rich­te­ten sich bereits diverse Initia­ti­ven an den Rat. Regel­mä­ßig fin­den Mahn­wa­chen vor dem Spa­ni­schen Bau statt. Zu grö­ße­ren Kund­ge­bun­gen haben u.a. am 8. Okto­ber das Bünd­nis «Zusam­men­hal­ten für Köln», ein Zusam­men­schluss der freien Kul­tur­szene, der Geflüch­te­ten­ar­beit und der sozia­len Arbeit sowie die Links­par­tei am 15. Okto­ber auf­ge­ru­fen.
Auf­grund anhal­ten­der Pro­teste gegen die Kür­zungs­vor­ha­ben im letz­ten Dop­pel­haus­halt wur­den immer­hin Strei­chun­gen in Höhe von 21 Mio. Euro wie­der zurück­ge­nom­men. Wider­stand lohnt sich.
Im Jahr 2014 konn­ten bei den Bür­ger­häu­sern die Kür­zun­gen abge­wen­det wer­den.
Die Bür­ger­zen­tren weh­ren sich auch dies­mal dage­gen, auf ihre Kos­ten die Zins­zah­lun­gen an die Ban­ken ein­trei­ben zu wol­len. Bernd Nau­mann vom Quä­ker-Nach­bar­schafts­ver­ein bringt es auf den Punkt: «Wir haben die Haus­halts­krise der Stadt weder ver­ur­sacht noch sind wir Teil von deren Lösung.»
Ein paar Worte zur Bedeu­tung der Bür­ger­zen­tren für die Stadt: Ca. 1,5 Mio. Men­schen nut­zen die Bür­ger­zen­tren jähr­lich. 1400 Kon­zerte, Lesun­gen, Work­shops und Semi­nare fin­den in den Häu­sern statt. Auf 22.000 Ver­mie­tun­gen für Tagun­gen kamen die 14 Bür­ger­zen­tren zuletzt jedes Jahr.

Am 12. Novem­ber soll der Haus­halts­ent­wurf vom Rat beschlos­sen wer­den. Bis dahin bleibt Zeit, zumin­dest einige Kür­zungs­vor­ha­ben zu verhindern.

Dirk Steh­ling, DKP Köln-Innen­stadt, 26.10.2026

Zum Vor­trag als PDF